Wer Fachkräfte will, muss neue Wege gehen: An der Theodor-Litt-Schule in Neumünster haben Lehrkräfte und Ausbilder der Textilpflegebranche über die Zukunft der dualen Ausbildung beraten. Im Fokus: Quereinsteiger, ältere Mitarbeitende und Menschen mit Migrationshintergrund.

An der Theodor-Litt-Schule in Neumünster diskutierten Lehrkräfte und Ausbilder der Textilpflegebranche, wie sich Nachwuchs- und Fachkräftegewinnung sichern lässt. Im Fokus standen Entwicklungspfade für unterschiedliche Zielgruppen sowie die enge Verzahnung von Betrieben und Berufsschulen.
Klare Entwicklungspfade für unterschiedliche Zielgruppen
Im Mittelpunkt des jüngsten Ausbildertreffens an der Theodor-Litt-Schule in Neumünster stand die Stärkung der dualen Ausbildung in der Textilpflegebranche. Die Lehrkräfte Falkenau und Kemper warben dafür, die Ausbildung breiter aufzustellen und nicht allein auf klassische Berufseinsteiger zu setzen. Man sei bereit, so die beiden Lehrkräfte, jungen Menschen ebenso wie bereits beschäftigten Mitarbeitenden – auch in höherem Alter, mit Migrationshintergrund oder mit vorhandener Berufserfahrung – klare Entwicklungspfade und eine verlässliche Betreuung zu bieten.
Damit reagiert die Branche auf den anhaltenden Mangel an Fachkräften in Wäschereien und Textilreinigungen. Die Ansprache unterschiedlicher Zielgruppen soll den Pool potenzieller Auszubildender vergrößern und Quereinsteigern eine strukturierte Qualifizierung ermöglichen.
Gemeinsame Verantwortung von Betrieben, Schulen und Verbänden
Neben der pädagogischen Seite wurden beim Treffen auch gezielte Maßnahmen zur Fachkräftesicherung vorgestellt, die als Investition in die Zukunft der Betriebe verstanden werden. Der Tenor des Treffens fiel eindeutig aus: Nachhaltige Nachwuchs- und Fachkräftegewinnung gelingt nach Einschätzung der Beteiligten nur dann, wenn Unternehmen und Berufsschulen gemeinsam handeln. Auch die Verbände wurden adressiert – sie sollten ihre Bemühungen zur Stärkung der dualen Ausbildung ebenfalls intensivieren.
Im Anschluss an die Vorträge nutzten die Teilnehmenden die Werkstätten der Textilreinigerräume für den fachlichen Austausch. Dort wurde über Ausbildungsinhalte, Betreuungskonzepte und weitere Themen rund um die Nachwuchsarbeit gesprochen. Das Treffen unterstrich, dass die Branche die duale Ausbildung als zentralen Hebel betrachtet, um dem Fachkräftemangel in Wäschereien und Textilreinigungen zu begegnen.