Internationale Faserkongress Dornbirn GFC 2026: Neue Geschäftsführung zum 65. Jubiläum

Zum 65-jährigen Jubiläum präsentiert sich der Dornbirn GFC mit neuer Geschäftsführung, einem überarbeiteten Veranstaltungsformat und zahlreichen Impulsen für die textile Kreislaufwirtschaft.

Der Dornbirn GFC feiert 2026 sein 65-jähriges Bestehen und stellt Kreislaufwirtschaft, Recycling und Faserinnovationen in den Mittelpunkt.
Der Dornbirn GFC feiert 2026 sein 65-jähriges Bestehen und stellt Kreislaufwirtschaft, Recycling und Faserinnovationen in den Mittelpunkt. - © Dornbirn GFC

Der internationale Faserkongress Dornbirn GFC feiert 2026 sein 65-jähriges Bestehen. Gleichzeitig stellt sich die Veranstaltung personell neu auf und rückt Kreislaufwirtschaft, Recycling sowie innovative Fasertechnologien in den Mittelpunkt. Der Kongress findet vom 16. bis 18. September in Dornbirn statt.

Die Veranstalter rechnen mit mehr als 600 Fachleuten aus über 30 Ländern. Sie bieten rund 100 Vorträge in drei parallelen Themensträngen, eine Ausstellung mit 20 internationalen Ausstellern sowie einen Galaabend mit Modenschau. Für die Textilservicebranche sind insbesondere Themen wie Workwear, Vliesstoffe und Textil-zu-Textil-Recycling interessant.

Neue Geschäftsführerin übernimmt die Leitung

Nachdem Matthias W. Gluth die Geschäftsführung abgegeben hat, übernimmt Béatrice Moureaux die Leitung des Dornbirn GFC. Sie bringt mehr als 25 Jahre Erfahrung in den Bereichen technische Textilien, Vliesstoffe und Spezialmaterialien mit. Zuletzt arbeitete sie unter anderem für DuPont Protective Technologies und Glatfelter/Magnera. Darüber hinaus berät sie das Recyclingnetzwerk ReHubs.

Mit Moureaux will der Dornbirn GFC seine internationale Ausrichtung weiter stärken. Gleichzeitig soll sie den Austausch zwischen Industrie, Wissenschaft und Politik intensivieren.

Von der Chemiefasertagung zur internationalen Plattform

Die Wurzeln des Kongresses reichen bis ins Jahr 1960 zurück. Damals gründeten Vertreter der Lenzing AG die Dornbirner Chemiefasertagung. Aus zunächst 130 Teilnehmern aus sechs Ländern entwickelte sich über die Jahrzehnte eine internationale Plattform für Faser- und Textilinnovationen. Heute prägen vor allem Nachhaltigkeit, Kreislaufwirtschaft und Recycling das Programm.

Neues Format für Innovationen

2026 ersetzt der Dornbirn GFC die bisherigen Innovation Days durch das neue Format „Innovation Day & Forum“. Am 17. September präsentieren Unternehmen und Forschungseinrichtungen ihre Entwicklungen in kurzen Pitches vor Fachjury und Publikum. Dabei stehen Innovationsgrad, Nachhaltigkeitsnutzen und Marktpotenzial im Fokus. Anschließend küren Jury und Publikum gemeinsam den Gewinner des „Dornbirn GFC Innovation Day & Forum Award 2026“.

Kreislaufwirtschaft und Nachhaltigkeit im Fokus

Zu den Höhepunkten des Programms zählen Keynotes zu neuen Fasertechnologien, Kreislaufwirtschaft, Vliesstoffen sowie den EU-Nachhaltigkeitsbewertungen von Textilien. Die Referenten kommen unter anderem von Lenzing, EDANA, Barmag und der Bremer Baumwollbörse.

Für die Textilservicebranche dürfte insbesondere die Beteiligung der Allianz ReHubs interessant sein. In mehreren Vorträgen zeigen die Partner aktuelle Entwicklungen beim Textil-zu-Textil-Recycling in Europa auf. Gleichzeitig stellen sie neue Recyclinglösungen für Berufs- und Schutzkleidung vor.

Nachwuchsförderung und Forschungspreise

Parallel zum Kongress vergibt die Branche erneut zwei renommierte Auszeichnungen. Mit dem Paul-Schlack-Preis würdigt CIRFS herausragende Forschungsarbeiten im Bereich Chemiefasern. Zudem zeichnet Lenzing mit dem Young Scientist Award innovative Ansätze für nachhaltige und kreislauffähige Faserlösungen aus. Das diesjährige Motto lautet „High-Performance Cellulosics: Premiumfasern für Anwendungen der nächsten Generation“.

Internationale Expansion

Auch international baut der Dornbirn GFC sein Netzwerk weiter aus. So zog die Dornbirn GFC Korea im Mai 2026 mehr als 250 Teilnehmer aus der koreanischen Faser- und Textilindustrie an. Für die Jubiläumsausgabe in Dornbirn erwarten die Veranstalter zudem Delegationen aus Korea und China. Darüber hinaus steht die Unterzeichnung einer Kooperationsvereinbarung mit einem chinesischen Partner kurz bevor.