Auf der EXPOdetergo, die vom 10. bis 13. November 2006 in Mailand stattfand, wurde v.a. von italienischen Herstellern eine breite Palette von Finishprodukten ausgestellt. Darunter waren auch solche, die auf der Messe Premiere feierten.
Aus Italien und anderen Ländern
Der norditalienische Hersteller von Finishtechnik Fimas S.R.L. zeigte die neu entwickelte Bügelpuppe 389 für nasse oder zentrifugierte Hemden, die nach Herstellerangaben zum gleichzeitigen Bügeln von Körper, Schultern und Hemdenärmeln geeignet ist. Die blasende und absaugende Unisexform verfügt über eine automatische Öffnung der Schultern sowie über einen Kurzarmmodus. Die elektrisch beheizte Andruckleiste für die Knopfleiste befestigt den Vorder- und Mittelteil des Hemdes und bügelt sie. Pneumatische Vorrichtungen geben einen Zug auf die Seiten, befestigen den Hemdenboden vorne und hinten und spannen das zu bearbeitende Teil insgesamt. Um ein Hemd auf- und abzuladen kann die vordere Leiste nach unten geklappt werden. Der eingebaute Elektroventilator bläst mit einer Kraft von 2,25 kW, der Absaugmotor arbeitet mit 0,56 kW. Die Puppe kann auch an eine Zentralanlage von Dampf und Pressluft angeschlossen werden. Der Bügeldruck ist regelbar – für die Vorderleiste, die Vorrichtungen zum Zug der Seiten, zur Hemdspannung und zur Manschetten- bzw. Halbärmelspannung. Im Rahmen von zehn Programmen und vier Funktionen kann zwischen warmer und kalter Luft gewählt werden. Das Gerät steht auf einer Breite von 2,40 m.
Die neue Entwicklung von Pony, Inzago, trägt die Nummer 405 und ist ein Hemdenfinisher. Die vordere Andruckleiste ist laut Hersteller dank Polsterung flexibel, d.h. Naht- oder Knopfeindrücke sowie Glanzzeichen auf weichen Geweben und dunklen Stoffen werden weitestgehend vermieden. Pneumatische Klammern spannen das Hemd an seinen Nähten, das dank kräftiger Strömung überhitzter Luft schnell trocknet. Oval geformte, den Manschetten entsprechende Klammern halten die Ärmel fest und passen sich durch eine Drehung der Ärmelform an. Die Höhe der Manschettenklammern ist mit zwei Joysticks an der Andruckleiste zu verstellen. Auf gleiche Weise werden die Klammern bei Kurzarmhemden verstellt. Das Modell hat eine Mikroprozesssteuerung mit zehn Programmen, von denen jedes vier Schritte ausführt:Dampf, Dampf/Luft, Warmluft und Kaltluft. Nach Ablauf des Zyklus öffnen sich die Klammern der Maschine automatisch. Das Gerät ist serienmäßig mit einer pneumatischen Befestigung des Hemdenkragens, einem Spannschlitten mit Fotozelle für die automatische Höhenanpassung und einem Filter für die vom Ventilator abgesaugte Luft ausgestattet.
Einen Hemdenfinisher, der presst und nicht bläst, präsentierte der japanische Hersteller Sankosha. Das Modell LP-570E arbeitet mit heißen polierten Pressplatten, die hinten und vorne an den Rumpf des zu bearbeitenden Teils heranfahren. Dadurch fällt eine extra Andruckleiste für die Knopfleiste weg. Die Schulternähte werden gepresst, die Ärmel geblasen. Das Gerät ist auch mit zwei Büsten erhältlich (Modell CF 161E). Aufgrund der starken Hitze auf den Platten ist das Hemd nach rund 25 Sek. gefinisht. Ein Vorteil dieses Verfahrens:Gepresst sind Hemden steifer als mit Dampf gefinisht. Eine Einschränkung:Hemden mit Applikationen oder Rüschen können z.T. nicht gepresst werden, da hier Knitter entsteht. Die Finishpuppe ist länglich gebaut, damit sie im Betrieb platzsparend an die Wand gestellt werden kann. „Die Mehrinvestition für einen Pressfinisher (im Vergleich zu einem Blasfinisher)amortisieren sich durch eine gesteigerte Produktivität und weniger Personalkosten“, sagt Frank Ziermann, einer der Vertreter von Sankosha in Deutschland.
Der ebenfalls in Norditalien ansässige Anbieter von Finishprodukten Trevil S.R.L. zeigte einen neuen Finisher für den Kittelbereich in der Wäscherei. Bei diesem Trevistar-Kittelfinisher wurde v.a. der Ärmelbereich verändert:Die Manschette wird nun nicht mehr flach eingeklemmt, sondern rund eingelegt. „Pro Stunde können an diesem Finisher rund 35 Hemden bearbeitet werden“, sagt Hans-Peter Wesseling, Geschäftsführer der Pallas Finish-Systeme GmbH, die die Produkte in Deutschland vertreibt. „Alles andere geht auf Kosten der Qualität.“
Einen neuen Duofinisher präsentierte die Veit GmbH aus Landsberg am Lech. Das Prinzip:Während ein Hemd aufgespannt wird, kann ein weiteres auf der zweiten Büste gefinisht werden. Eine zusätzliche Neuerung:Die Kragen-Manschetten-Presse ist in die Finishpuppe integriert. Der Kragenspanner spannt den Kragen nach hinten und trocknet mit Heizluft. Wie bei Single-Finishern wird das Hemd beim Aufziehen mit einem integrierten Vakuum fixiert und der Körper automatisch gespannt. Die seitlichenÄrmelspanner sind so konstruiert, dass sowohl Kurz- als auch Langarmhemden bearbeitet werden können. Die seitlichen Höhen sind pneumatisch verstellbar.
Der Duofinisher benötigt eine Standfläche von 1,5 m2. Da beim Drehen die seitlichen Arme eingezogen werden, ist auch bei diesem Vorgang kein zusätzlicher Platz nötig. Ob ein lang- oder kurzärmeliges Teil bearbeitet wird, kann über das Bedienpanel eingestellt werden. Über dieses kann der Benutzer auch auf die Büste zugreifen, die nicht direkt vor ihm steht. „Wir streben die Bearbeitung von 60 Hemden in der Stunde mit einer Person an“, sagt Manfred Nieberle, Verkaufsleiter Textilpflege bei Veit. Daher sei der Duofinisher v.a. für Wäschereien, bei denen es in erster Linie um Produktivität geht, am besten geeignet. Alternativ könne auch mit einer externen Kragen-Manschetten-Presse gearbeitet werden. Mit der Auslieferung des Gerätes möchte Veit imMärz nächsten Jahres beginnen.
Diese Auswahl an Finishprodukten erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit, sondern möchte einen Eindruck vermitteln, in welche Richtung die Hersteller ihre Produkte im Finishbereich verbessern. Den allgemeinen Messebericht über dieEXPOdetergo lesen Sie in der nächsten Ausgabe der ’RWTextilservice‘. lin