Der Objektausstatter Gebr. Heinemann, Neuss, will sein umfassendes Produktangebot noch stärker für die im Gesundheitswesen tätigen Wäschereien ausbauen. Die Kollektion der Objektabteilung umfasst über 5.000 Artikel, die von der Bettwäsche bis zur Schürze leasingfähig sind. Um die Beschaffung der zu verarbeitenden Stoffe kümmern sich die Rheinländer selber.
Ausstatter im Gesundheitswesen
Schon mit der Grundsteinlegung im Jahr 1891 hat sich das auch heute noch in Privatbesitz befindliche Unternehmen Gebr. Heinemann auf den Handel mit Textilien spezialisiert. Das Haus entwickelte sich schon bald nach seiner Gründung zum Vollsortimenter und belieferte Groß- und Einzelhandel, Ausstatter und Wiederverkäufer mit textilen Artikeln, die von der Berufskleidung bis zur Trikotage, von der Bettwäsche bis zur Strumpfware reichten.
Im Laufe von 80 Jahren etablierte sich das Unternehmen immer stärker bei Abnehmern, die das Gesundheitswesen mit Textilien versorgten. Um gezielter auf die Anforderungen dieser Branche eingehen zu können, wurde Anfang der 70er Jahre eine eigene Objektabteilung aus der Taufe gehoben. Diese legte ihren Schwerpunkt ganz gezielt auf die Entwicklung eines speziellen Sortiments, das den textilen Bedarf von Krankenanstalten und Altenheimen vollständig abdeckt und keine Wünsche offenlassen soll.
Heute umfasst diese Kollektion über 5.000 unterschiedliche Artikel. Dazu zählen Bettwäsche und Bettwaren, Frottierwaren und Handtücher, Berufskleidung, Schürzen und Esslätze, Matratzen und Matratzenschutz sowie Lagerungshilfen, Decubitusprophylaxe und OP-Wäsche. Alle Textilien sind leasingfähig, weil sie ohnehin die hygienischen Vorgaben hinsichtlich Chlor- und Kochwaschbeständigkeit im Gesundheitswesen erfüllen müssen. Um garantieren zu können, dass die Produkte auch wirklich halten, was sie versprechen, kümmern sich die Neusser selbst um die Beschaffung der zu verarbeitenden Stoffe und Zutaten. Und auch die Schnittgestaltung liegt in den Händen der Nordrhein-Westfalen.
Kleidungsschnitte selbst entworfen
Dank einer eigenen CAD/CAM-Anlage ist das Unternehmen in der Lage, eigene Berufskleidungsschnitte zu entwickeln, diese in einen breiten Größenspiegel zu übertragen und dabei den Zuschnitt zu optimieren. „Dadurch sind Stoffeinsparungen bis zu 20 % gegenüber standardmäßig verwendeten Schnitten möglich“, erläutert Bernd Scherrer, Prokurist bei Gebr. Heinemann, die Vorzüge der hausinternen Produktgestaltung. „Dieser Minderverbrauch beim Material wirkt sich positiv auf unsere Verkaufspreise aus – oder auf die Qualität unserer Waren. Denn die Einsparung, die wir bei geringeren Verbrauchsmengen erzielen, können wir in die Güte unserer Zutaten und Stoffe stecken.“
So ist der Objektausstatter in der Lage, mit unterschiedlichen Bekleidungssortimenten gezielt auf die mannigfaltigen Anforderungen im Gesundheitswesen zu reagieren. „Unser Haus ist in der Lage, sowohl preissensible als auch qualitätsbewusste Kunden zu beliefern.“ Damit wird der Betrieb zwei wesentlichen Trends der Branche gerecht. Einerseits kann er die Versorgung von Häusern, die einen harten Sparkurs fahren, übernehmen, andererseits ist eine Ausstattung von Heimen und Kliniken mit eigener CI-Kleidung möglich. Dabei sind kleine Lose kein Hinderungsgrund, denn schon bei einer Abnahmemenge von 150 Teilen werden kundenindividuelle Wünsche in eigene Linien umgesetzt. Das gilt auch für Bettwaren, die das Unternehmen unter der Eigenmarke „Care & Clean“ vertreibt.
Dank der Kooperation mit einem spezialisierten Partner ist Gebr. Heinemann in der Lage, Kissen und Einziehdecken in unterschiedlichen Größen, mit verschiedenen Füllungen, besonderen Inlets oder diversen Versteppungen in mehreren Preiskategorien anzubieten – und zwar bereits ab einer Abnahmemenge von etwa 100 Stück. Die Individualisierung ist theoretisch auch bei Bett-, Tisch- und Küchenwäsche sowie Frottierwaren möglich. Aber die aktuelle Entwicklung im Gesundheitssektor, die von Bettenabbau, Krankenhausschließungen und zunehmenden Einsparungen geprägt ist, lässt hochpreisige Produkte in außergewöhnlichem Stil nicht zu.
Jeder Wunsch wird erfüllt
Dennoch sieht sich Heinemann in der einmaligen Position, jedweden Artikel, der von einem Kunden angefragt und benötigt wird, aufgrund der weltweiten Zusammenarbeit mit Textilproduzenten beschaffen zu können. Darin liegt der Vorteil für die Wäschereibranche. Denn nicht selten übernehmen gewerbliche Wäschereien die Pflege von Textilien aus Krankenhäusern oder Altenheimen – sei es auf Lohnbasis oder im Mietservice. Da ein Neukunde häufig sein eigenes Sortiment mitbringt, muss der Wäschereibetrieb eine andauernde Textilversorgung gewährleisten.
Für den Pflegebetrieb bedeutet das u.U., dass er Verschleiß und Verlust durch gleichartige Neuware ersetzen muss. In solchen Fällen ist er bei dem Objektausstatter Heinemann an der richtigen Stelle. Das gilt aber auch für alle anderen Textilien im Gesundheitswesen. Denn dank der langjährigen Expertise und ihrer besonderen Kompetenz wissen die „Heinemänner“ genau, was die Branche braucht und wie sie sich entwickelt. So ist auch die neue Bettwäschegeneration entstanden, die speziell für die industriellen Wäschereien entwickelt wurde. Hergestellt aus indanthrengefärbten Baumwollkettgarnen und extrem haltbaren Schussgarnen aus einer Mischung 65/35 Baumwolle/Polyester entsprechen sie nicht nur dem Wunsch des Patienten nach mehr Farbe und Naturfaser im Bett. Sie erfüllen auch die Anforderungen der Wäscherei nach einem hinsichtlich Vergrauung, Verschleiß und Pflege stabilen Wäscheartikel. Die Entwicklungen werden weitergehen.
Diesen Weg haben die Neusser bereits beschritten: Eine zunehmende Zahl an kompetenten Außendienstmitarbeitern und Investitionen in neue Produkte sollen der Sicherung der Mehrwegversorgung im Gesundheitswesen dienen.
Dipl.-Ing. Sabine Anton-Katzenbach