Ökologie ist nicht nur ein Trend. Bewusst praktizierter Umweltschutz kann dem Unternehmer bares Geld einsparen. Die Wäscherei Grunzel & Grunzel in Schönfeld hat sich für eine Schmutzwasserrecyclinganlage entschieden und kann jetzt über erste Erfahrungen und Ergebnisse berichten.

Biologisches Recycling mit Erfolg
Gegründet wurde die Wäscherei im Jahr 1954 von Johannes Grunzel in Cunersdorf und in zweiter Generation von Dieter und Edith Grunzel von 1967 bis 1991 weitergeführt. Beschäftigt wurden anfangs zwei Angestellte, die täglich rund 150 kg Wäsche bearbeiteten. Die dritte Generation mit Thomas und Sylvia Grunzel führt seit Januar 1992 den Betrieb.
Stetiges Kundenwachstum und Modernisierungen führten im Jahr 2002 zum Umzug der Wäscherei in ein modernes großes Gebäude im Gewerbegebiet Schönfeld. Seit über zehn Jahren ist die Wäscherei Mitglied der Gütegemeinschaft sachgemäße Wäschepflege und Zertifizierung RAL – GZ 992/2 Krankenhauswäsche. Heute bearbeitet die Wäscherei mit 35 Mitarbeitern täglich 6 bis 7,5 t Wäsche, unterstützt von der Technik der Firma Kannegiesser.
Das Kundenspektrum umfasst Senioren und Pflegeheime, Hotels, Kliniken, Industriebetriebe sowie öffentliche Einrichtungen. Als Serviceleistung wird ein Wäscheleasingsystem angeboten und auf Kundenwunsch der gesamte Wäschebedarf einer Einrichtung ermittelt und geliefert. Darüber hinaus bietet die Wäscherei einen Beratungsservice beim Wäscheeinkauf für die Kunden an.
Wie alle Wäschereien, suchte auch die Wäscherei Grunzel & Grunzel nach Lösungen und Möglichkeiten, bei ständig steigenden Kosten für Energie und andere Hilfsträger, Kosten zu senken. Neben dem bereits installieren Wärmeübertrager an der Waschstraße, mit dem bereits rund 12.000 Euro/Jahr an Primärenergie eingespart werden kann, bestand ein weiteres größeres Einsparpotenzial in der Mehrfachnutzung des Wassers durch Recycling. Nach Prüfung unterschiedlicher Recyclingverfahren entschied sich die Unternehmensleitung für das Angebot des RWU Ingenieurbüros Wilk aus Rehfelde. Die Gründe dafür war zunächst die einfache und robuste Verfahrenstechnik mit einer Recyclingquote von mehr als 80 Prozent, die in Vorabgesprächen mit anderen Nutzern bestätigt wurde. Zusätzliche Energieeinsparung von bis zu 30 Prozent gibt es durch das höhere Temperaturniveau des Recyclingwassers. Auch der Wachmitteleinsatz kann reduziert werden. Die Finanzierung der Anlage ist aus den laufenden Kosten für Wasser und Abwasser möglich, die bislang an den Zweckverband abgeführt wurden, ab dem Zeitpunkt der Anlagenübernahme. In der Zeit der Anlagenrefinanzierung verbleibt eine Kostenersparnis.
Ferner unterstützte das Ingenieurbüro Wilk die Wäscherei bei allen Belangen gegenüber Behörden und dem Zweckverband.
Das Verfahren selbst ist eine Kombination aus biologischer Schmutzwasserreinigung nach dem SBR-Verfahren (Sequenzing-Batch-Reaktor) und Flockung. Sämtliches aus der Wäscherei anfallende Schmutzwasser wird in einem Pumpenschacht mit Schneidwerkpumpen gesammelt und direkt in den SBR-Reaktor gefördert. Mit dem Zulauf des Schmutzwassers beginnt unmittelbar die biologische Reinigung des Schmutzwassers. Verschiedene Sicherungssysteme verhindern Störungen in der Wäscherei bei Ausfall der Recyclinganlage bzw. deren Überfüllung.
Nach Abschluss der biologischen Reinigung erfolgt die vollautomatische Einstellung des pH-Wertes des gereinigten Wassers. Hierbei werden die im Schmutzwasser enthaltenen Kleinstteilchen, wie Zuschlagstoffe aus den Waschmitteln, Flusen oder Abrieb aus dem Waschprozess, zu großen Flocken ausgebildet. Bei der anschließenden Sedimentation bildet sich eine Klarwasserphase mit Sichttiefen von bis zu 1,50 m, welche in einen Klarwasserbehälter dekantiert wird. Zeitgleich mit dem Dekantieren erfolgt die Desinfektion des Recyclingwassers auf weniger als 100 KBE/ml (koloniebildende Einheiten pro Milliliter). Im letzten Verfahrensschritt wird eine Teilmenge des biologischen und aus der Fällung entstandenen und eingedickten Überschussschlammes aus dem System entfernt. Etwa 30 Minuten vor Arbeitsbeginn in der Wäscherei steht der Reaktor für einen neuen Reinigungszyklus bereit. Über eine Dreipumpen-Druckerhöhungsanlage erfolgt die sichere Versorgung der Waschstraße und schleuderautomaten mit Recyclingwasser. Für die Wasserqualität von entscheidender Bedeutung ist die genaue Einstellung des pH-Wertes mit der installierten Sensortechnik.
Bislang wurden folgende Ergebnisse festgestellt: Im Gegensatz zur Versorgung aus dem Trinkwassernetz bleibt der Betrieb der Waschstraße dauerhaft störungsfrei. Eine Senkung der Kosten für Wasser und Abwasser um bislang 65 Prozent und eine Recyclingquote von mehr als 80 Prozent konnten bislang realisiert werden. Trotz Anstieg der Leitfähigkeit auf bis zu 5.500 µS/cm gibt es bisher keine negative Beeinträchtigung auf die Wasch- und Mangelqualität. Der Betreuungsaufwand für die Anlage des Wäschereibetriebs liegt zwischen 30 und 60 Minuten am Tag. Besonders wichtig ist dabei die Kontrolle und Parametrierung des pH-Wertes.
Infos: www.rwu-wilk.de