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Dauerhafte Marktumbrüche prognostiziert Deutscher PSA-Markt: Umsatzeinbruch von 20 Prozent

Die abflauende Wirtschaft wirkt sich laut Macrom Marketingresearch & Consult auch auf den deutschen PSA-Markt aus: Mehr als 20 Prozent Umsatzeinbußen hatten die Anbieter von Schutzausrüstung im ersten Halbjahr 2019 im Vergleich zum Vorjahr. Das Marktforschungsunternehmen stellt den Herstellern eine düstere Prognose für die Zukunft.

Während im Zeitraum von 2016 und 2018 der deutsche PSA-Markt Rekordumsätze vermelden konnte, zeigt sich im ersten Halbjahr 2019 ein deutlich negativeres Bild: Im Vergleich zum ersten Halbjahr 2018 sind die Umsätze der Hersteller um bis zu 20 Prozent eingebrochen. In den zwei Jahren zuvor hätten die Hersteller noch mehr als zwei Milliarden Euro eingenommen, so eine Pressemeldung des Unternehmens Macrom Marketingresearch & Consult.

Die Branche konnte nach Angaben des Marktforschungunternehmens von den günstigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen profitieren, weil die Einkäufer in besseren Schutz sowie designorientierte und komfortablere Produkte investiert hätten. Die gute Konjunktur und die steigenden Erwerbstätigenzahlen, die im Jahr 2018 ein Rekordniveau erreicht haben, bildeten demnach die Basis für ein Wachstum mit Artikeln der persönlichen Schutzausrüstung, das sich laut Macrom auf der quantitativen, aber noch stärker auf der qualitativen Ebene manifestieren konnte.

Mitarbeitermangel: Motivation mit guter Schutzausrüstung steigern

Weil in vielen Branchen ein Mangel an qualifizierten Mitarbeitern bestehe, hätten die PSA-Verantwortlichen zudem Maßnahmen ergriffen, um Risiken zu minimieren, die Auswirkungen auf die Produktivität haben könnten. Gleichzeitig trage die Aufklärungsarbeit der Hersteller, Händler und der Berufsgenossenschaften weitere Früchte, so dass in größerem Umfang Restpotentiale erschlossen werden könnten, so Macrom.

Marktentwicklung 2010 bis 2018 und Prognose 2019

Auf der Basis einer weitgehend guten Geschäftslage sei auch verstärkt in designorientierte und komfortablere Schutzausrüstung investiert worden, weil diese zusätzlich die Motivation der Träger steigert. Auch die stark anwachsende Anzahl der älteren Erwerbstätigen trage zum qualitativen Wachstum bei: Die von dieser Zielgruppe verwendeten Produkte erzielten höhere Marktpreise. Dies triftt laut Macrom z. B. auf Korrektionsschutzbrillen mit Gleitsichtgläsern oder auf Gebläsefiltergeräte zu, die das Arbeiten unter Atemschutz länger ermöglichen.

Im Trend liegen nach Angaben von Macrom weitere Multifunktionsprodukte, die die Träger möglichst umfassend gegen mehrere Risiken schützen. Dies betreffe besonders die Teilmärkte des Fußschutzes, der Schutzkleidung und des Handschutzes. Durch Verdrängung in andere Produktbereiche steigen durch diese Verschiebungen auch die Durchschnittsumsätze mit den Produkten, so das Marktforschungsunternehmen.

Automotive, Automatisierung und mehr: Umbrüche kosten den Markt Umsätze

Den Herstellern und Händlern sei es auf Basis dieser Entwicklungen zwischen 2016 und 2018 gelungen, die kontinuierlichen Potentialverluste nicht nur auszugleichen, sondern in ein Wachstum zu überführen. Wie die aktuellen Umsatzzahlen der Hersteller zeigen, haben sich die Vermarktungsbedingungen in den meisten PSA-Produktbereichen seit dem letzten Quartal 2018 jedoch deutlich verschlechtert.

Besonders stark betroffen sind laut Macrom hier Zulieferer in den Automotive-Sektor. Anders als in der Finanzkrise 2008 sei jedoch davon auszugehen, dass es sich aktuell nicht um einen kurzzeitigen Einbruch handele: Die deutsche Wirtschaft stehe in vielen Bereichen vor disruptiven Umbrüchen. In vielen Berufsumfeldern würden durch neue Maschinen, Automatisierung, Umorganisation von Arbeitsprozessen oder Arbeitsplatzverlagerungen verursacht.

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