Aktion Die älteste funktionstüchtige Waschmaschine heizt noch mit Kohle

Miele hat sie gefunden: Die älteste funktionstüchtige Waschmaschine für den gewerblichen Gebrauch. Sie hat etwa hundert Jahre auf der Trommel, wird mit Kohle beheizt und steht Burgdorf.

Die Ortsfeuerwehr Burgdorf-Schillerslage besitzt die älteste betriebsbereite Gewerbewaschmaschine in Deutschland: (v.li.): Ortsbrandmeister Timo Scheffler, Michael Arendes, Marketingmanager Miele, Heiner Wehrs, erster Vorsitzender des Fördervereins und „Restaurator“ Wolfgang Heldt.
Die Ortsfeuerwehr Burgdorf-Schillerslage besitzt die älteste betriebsbereite Gewerbewaschmaschine in Deutschland: (v.li.): Ortsbrandmeister Timo Scheffler, Michael Arendes, Marketingmanager Miele, Heiner Wehrs, erster Vorsitzender des Fördervereins und „Restaurator“ Wolfgang Heldt. - © Miele

Jahr für Jahr dreht sich die alte Trommel. Es dringt Rauch aus dem Schornstein Rauch und hinterher ist alles sauber, was Mitglieder der Ortsfeuerwehr Burgdorf-Schillerslage hinein gelegt haben. Das ist nicht selbstverständlich, denn die Miele-Waschmaschine stammt aus den 1920er-Jahren.

„Bei unserem Dreschefest am dritten Sonntag im September ist sie einer der Publikumsmagneten“, sagte Heiner Wehrs, erster Vorsitzender des Fördervereins, während eines Pressetermins mit der Lokalzeitung. Das Fest zieht etwa drei- bis viertausend Besucher aus dem Umland von Hannover an. „Wir führen dann etliche historische, funktionstüchtige Maschinen vor und tragen die passende Kleidung.“

Trommelwaschmaschine mit Kohlebeheizung und Schornstein

In diesem Jahr zog die Trommelwaschmaschine mit Kohlebeheizung und Schornstein nicht nur beim Dreschefest alle Blicke auf sich. Das unverwüstliche Gerät landete bei einem ungewöhnlichen Wettbewerb mit Abstand auf dem ersten Platz – und zwar bei der deutschlandweiten Suche nach der ältesten betriebsbereiten Gewerbemaschine, die Miele Professional im Frühjahr gestartet hatte.

Als „Finderlohn“ lobte Miele eine Waschmaschine des Modells „PWM 511“ aus. Sie kann mit elf Kilogramm Textilien beladen werden, verfügt über ein Touch-Farbsdisplay, das in mehr als 30 Sprachen bedienbar ist und vernetzt sich mit dem digitalen Portal „Miele MOVE Connect“. Das neue Gerät soll schon bei der nächsten Feuerwehr-Veranstaltungen zum Einsatz kommen.

Geheimnis der langen Lebensdauer: Gerät wurde gut gewartet

Dass die alten Geräte der Ortsfeuerwehr Burgdorf-Schillerslage noch so gut in Schuss sind, ist der Verdienst von Wolfgang Heldt. Als gelernter Hufschmied hat der ehemalige Vorsitzende auch die Miele-Trommelwaschmaschine restauriert, nachdem der Förderverein sie Anfang der 1990er Jahre geschenkt bekam.

„Sie ist mit Kohle ruckzuck angeheizt, schnell in Betrieb und dann so leise, dass man sich neben ihr problemlos unterhalten kann“, erzählte er. „Und die Leute, die sie live erleben, sind beeindruckt. Die sagen, das sei typisch Miele: So alt und läuft und läuft.“

Beim nächsten Dreschefest soll das historische Gerät richtig glänzen, deshalb will Heldt nun ihre Abdeckung auf Hochglanz polieren. „Sie ist aus Kupfer, wie viele Kessel in den Brauereien. Da funktioniert es auch.“ Aufgrund des schweren Materials wiegt die Trommelwaschmaschine etwa 400 Kilogramm und muss mit einem Gabelstapler bewegt werden, zuletzt vor dem Feuerwehrgerätehaus.

„Mit einer Waschmaschine wie dieser hat die Geschichte unserer gewerblichen Wäschereitechnik begonnen“, sagte Michael Arendes, Marketingmanager Professional Wäschereitechnik in der Miele Vertriebsgesellschaft Deutschland, beim Überreichen einer Siegerurkunde – als Symbol für das gewonnene Gerät. „Sie stammt aus der allerersten Generation. Die entsprechenden Maschinen wurden seit 1924 an Hotels, Sanatorien, Krankenhäuser und Wäschereien geliefert.“

Heute erwirtschaftet die Business Unit Miele Professional rund ein Fünftel des gesamten Umsatzes von Miele.

Vergangene Aktion: Waschmaschine aus dem Jahr 1925 gewinnt

Immer noch funktionstüchtig ist die Miele-Waschmaschine aus dem Jahr 1925 im Hotel „Alpenhof“ bei Berchtesgaden. Senior- und Juniorchef, beide heißen Gerd Bartels, freuen sich über den Sieg beim Miele-Wettbewerb. Miele-Verkaufsleiter Roland Baumann (re.) bestaunte das antike Stück.
Immer noch funktionstüchtig ist die Miele-Waschmaschine aus dem Jahr 1925 im Hotel "Alpenhof" bei Berchtesgaden. Senior- und Juniorchef, beide heißen Gerd Bartels, freuen sich über den Sieg beim Miele-Wettbewerb. Miele-Verkaufsleiter Roland Baumann (re.) bestaunte das antike Stück. - © Miele

Die Aktion von Miele ist nicht neu: Vor mehr als 10 Jahren startete das Unternehmen schon einmal einen Suchaufruf. Die neue Waschmaschine – eine Miele "octoplus" für 8 kg Füllgewicht – ging damals nach Hintersee bei Berchtesgaden zur Hotel-Pension "Alpenhof". Gastwirt August Bartels kaufte gleich nach der Gründung im Jahr 1938 aus zweiter Hand eine Miele-Gewerbewaschmaschine aus dem Jahr 1925.

"Unsere alte Waschmaschine von 1925 würde heute noch funktionieren", sagte der Gründersohn und zum Zeitpunkt der Gewinnübergabe Seniorchef Gerd Bartels, "aber die Beheizung mit Holz oder Kohle wäre recht aufwändig." Bis weit in die 50er-Jahre hinein war sie im Einsatz. Heute steht sie im Museum.

Miele Professional entstand 1924

Gewerbliche Waschmaschinen haben in der 125-jährigen Historie von Miele schon früh eine wichtige Rolle gespielt. Die erste Trommelwaschmaschine, die das Unternehmen speziell für Wäschereien, Hotels, Krankenhäuser und Sanatorien konzipierte, kam 1924 auf den Markt. Rückblickend bezeichnet Miele das als Geburtsstunde der "Miele Professional Business Unit".

>>> LESETIPP zur Mehr zur 125-jährigen Geschichte von Miele

Über ein Jahrhundert entwickelte sich dieser Bereich kontinuierlich weiter und trägt aktuell mit rund 15 Prozent zum Umsatz der Miele-Gruppe bei.

In all den Jahren hat sich nach Unternehmensangaben eines bei Miele Professional nicht geändert: Je nach Produktgruppe testet das Unternehmen Gewerbegeräte für eine Nutzung von bis zu 40.000 Betriebszyklen.