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Im Gespräch mit Gerda Jank, Marketingleiterin der Jensen-Group Die Frau mit dem Jensen-Spirit

Wäschereizukunft gemeinsam gestalten. Für diese Vision der Jensen-Group steht auch Gerda Jank. Dank Robotik, moderner Logistiklösungen und Digitalisierung können wir in Sachen Automatisierung und Nachhaltigkeit bereits sehr weit gehen, sagt sie. R+WTextilservice sprach mit der Marketingleiterin über technologischen Wandel und digitales Denken in Zeiten der Pandemie.

"Für unser Unternehmen geht die Sonne nie unter, weil wir auf der ganzen Welt vertreten sind." Dieses Statement der Jensen-Group vermittelt Zuversicht, ein Gefühl, das dringend gebraucht wird. Die Stimmung in der Branche ist nach wie vor gedämpft. Das Weltunternehmen für Wäschereitechnik, mit Hauptsitz im schweizerischen Burgdorf, hatte sich entschieden, nicht an der "Texcare International 2021" teilzunehmen, noch bevor die Fachmesse abgesagt wurde. Eine Entscheidung mit Signalwirkung. "Die Texcare ist und bleibt die Leitmesse unserer Industrie", sagt dazu Jank. Die Pandemie sei jedoch ein Brennglas für neue Entwicklungen und Entscheidungen geworden. "Wir finden es sehr schade, dass wir unsere Kunden nicht in Frankfurt treffen. Eine Messeteilnahme war für uns allerdings nicht vertretbar, zumal wir von einer geringen Besucherzahl ausgehen können."

Das innere Feuer weitertragen

Sehr gerne hätte Jank auch in diesem Jahr den Messeauftritt der Jensen-Gruppe in Frankfurt organisiert. Messen sind ihre Leidenschaft und nur ein Teil ihres Jobs als Verantwortliche für alle Bereiche der Unternehmenskommunikation der Jensen-Group, den sie seit 2010 ausübt. Jank liebt es, Kommunikationsmittel zu konzipieren, mit internationalen Vertriebs- und Serviceteams zusammenzuarbeiten, interne Schulungen auszurichten und vieles mehr. Die Organisation von Messen und Events aber erfüllt sie seit mehr als 30 Jahren mit besonderer Freude. Ihr Debüt war die Fachmesse für Umwelttechnologie in München, die IFAT. "Mein erster Arbeitgeber war wie Jensen davon überzeugt, dass neue Technologien und Herangehensweisen wichtig für die kommenden Generationen sein werden."

Als Dozentin für Messe- und Eventmanagement möchte sie ihr "inneres Feuer" an die Studierenden weitergeben. Die Kunst bestehe darin, den Blick sowohl für das Ganze als auch das Detail zu schärfen. Von der Idee in die Tat zu kommen, darin ist sie selbst bestens geschult. Unsere Frage, ob sie ihre Berufung gefunden hat, könne sie mit einem vollmundigen Ja beantworten. "Ich gehe jeden Tag mit Vorfreude ins Büro." Vor ihrer Zeit bei Jensen sammelte sie Erfahrungen in ähnlichen Funktionen und in anderen Branchen, in der Druck- und der Verpackungsindustrie beispielsweise. Ihre Ausbildung absolvierte Jank bei einem Schweizer Anbieter von Prozesstechnologie für die Lebensmittelproduktion und Umwelttechnologie.

"So unterschiedlich alle Unternehmen auch sind", sagt sie: "Sie alle zeichnen sich durch nachhaltige Technologien aus. Und nach 35 Jahren im Maschinenbau
kann ich sagen, dass ich mich im B2B-Bereich sehr wohl fühle. Es macht mir Spaß, technische Features in Kundennutzen zu übersetzen oder mittels Storytelling und ansprechender Kommunikation unsere Zielgruppen davon zu überzeugen. Bei Jensen kann ich mein gebündeltes Wissen einsetzen, die drei Instrumente 'Marketing, Kommunikation und PR' bespielen und nebenbei mit wundervollen Kollegen arbeiten."

Am Wirtschaftsfeld Textilservice faszinieren sie die "Vibes" der Industrie und die Menschen, die ihrer Branche in der Regel jahrzehntelang treu bleiben. Das sage viel aus. "Als Teil der Kreislaufwirtschaft leisten wir einen großen Beitrag zur Ressourceneinsparung. Das ist eine sehr sinnstiftende Aufgabe."

Den Spirit mitgestaltet

Soziale Verantwortung und ein hohes Engagement für Nachhaltigkeit charakterisieren den Jensen-Spirit, den Jank mitgestaltet und aus dem die temperamentvolle Schweizerin mit belgischen Wurzeln selbst immer wieder Energie zieht. Sie pflegt gern ein professionelles, angenehmes Miteinander, in dem viel Wert auf Eigenverantwortung gelegt wird. "In der Krise hat sich gezeigt, wie dieser Spirit uns alle trägt. T rotz unerfreulicher Nachrichten und Rückschläge bleiben wir alle zuversichtlich und tatkräftig. Und das erzähle ich Ihnen jetzt nicht, weil ich das Marketing verantworte, sondern weil wir das jeden Tag spüren. Wenn auch unsere Kunden mit dieser Einschätzung einverstanden sind, bin ich mehr als nur zufrieden."

Einen Austausch auf der Frankfurter Fachmesse 2021 wird es nun nicht geben. Verzichten muss man auf den Jensen-Spirit nicht. Das internationale Team arbeitet sowohl global als auch lokal weiterhin daran, sein Markenversprechen zu halten: die Zukunft der Wäschereiautomatisierung gemeinsam zu gestalten. "Schließlich digitalisieren wir nicht nur Wäschereiprozesse, sondern denken auch digitaler", sagt dazu eine pragmatische Marketingexpertin und Branchenkennerin.

Als es mit den ersten Lockdowns losging, konnten die Mitarbeitenden quasi von einer Minute auf die andere von zu Hause aus arbeiten; Werksbesuche finden digital statt und somit auch völlig ohne CO2-Ausstoß. Das sei eine durchaus positive Konsequenz aus der neuen Situation. Wobei die Corona-Krise für die gesamte Weltbevölkerung und ganze Generationen eine drastische Zäsur sei, begleitet von der Sorge um die Zukunft. Es dürfte mehr als zwei Jahrzehnte dauern, bis die Gesellschaft diese Phase aufgearbeitet und Lehren daraus gezogen hätte, kommentiert Jank.

"Wir bei Jensen waren sehr erleichtert, dass unsere Kunden auch in der schwierigen Zeit der Lockdowns und Reisebeschränkungen auf die professionelle Betreuung unserer Techniker zählen konnten, die meisten Teams sind vor Ort und wir haben eine sehr gut ausgebaute IT-Infrastruktur." Die technologischen Ansprüche und rechtlichen Rahmenbedingungen seien von Region zu Region und Land zu Land sehr unterschiedlich. "Deshalb übersetzen wir unsere globale Vision in lokale Ansätze und sind immer auch dort, wo unsere Kunden sind und am Puls des Marktes."

Den Nachhaltigkeitsgedanken leben

Die Pools an Servicetechnikern werden in den Jensen-Werken geschult. "Sie sprechen die Sprache unserer Kunden und sind schnell verfügbar. So minimieren wir Stillstandzeiten und reduzieren auch an dieser Stelle unseren CO2-Ausstoß." Den Nachhaltigkeitsgedanken konsequent umzusetzen, bleibe unabhängig von der Pandemie in der Verantwortung aller Unternehmen. Sobald sich die Wirtschaft wieder stabilisiert habe, müssten sich diese vermutlich erneut kalibrieren. Das Jahr 2020 war turbulent für alle, viele Wäschereien waren gezwungen, ihre Kapazitäten zu reduzieren oder ihren Betrieb vorübergehend zu schließen; Investitionen wurden verschoben. Dennoch verzeichnete Jensen einen Umsatz von mehr als 245 Millionen Euro und nutzte die Zeit für neue Produktentwicklungen, unter anderem mit der Inwatec, an der Jensen eine 70-prozentige Beteiligung hält. 2021 sei nun das Jahr der Quantensprünge in technologischer Hinsicht, sagt Jank und fasst die neuen Entwicklungen zusammen:

Robotik und Automatisierung

" Mit dem neuen Roboter für die Sortierung von Berufsbekleidung können Textilien nun bereits im Sortierbereich geprüft und erfasst werden. Daraus ergeben sich erfolgversprechende neue Ansätze für die Lagerbestandskontrolle sowie für die Kapazitätsplanung im Sortierbereich auf der reinen Seite." Der Bereich Robotik sei keineswegs so "abgespaced", wie man denken könnte. Kleine, mittlere und große Wäschereien könnten damit vertrauensvoll neue, revolutionäre Wege gehen, zumal gerade jetzt Hygiene und Arbeitsschutz im Fokus stünden. So gesehen hätte das Timing für die technische Weiterentwicklung nicht besser sein können. "Unsere Industrie und die Planung eines Maschinenparks ändern sich fundamental."

Jank findet es super, gerade jetzt Teil dieser Branche zu sein. Die Robotik sei nicht das einzige Highlight, das Jensen in Frankfurt vorgestellt hätte. Der Spezialist für Wäschereitechnik bietet seinen Tunnelwascher "UniQ" mit neuen Features und reduziertem Wasserverbrauch an. Der Rekord liege bei 1,6 l Frischwasser pro kg Wäsche. Besonders interessant für Wäschereien sei das neue "UVClean Feature": Es verhindere automatisch und ohne Einsatz von Chemikalien das Wachstum von Bakterien in Doppeltrommelbereichen und sei die natürlichste, ökologischste und effizienteste Weise, Keime und Bakterien zu entfernen. Die Transferzeiten in der Waschstraße blieben unverändert bei vier Sekunden. Auf das Jahr hochgerechnet, könne eine Wäscherei ihre Produktivität dadurch immens steigern.

Das Wäschereierlebnis bieten


Der ökologische Ansatz spiegelt sich auch im Design der neuen Trocknertechnik wider, mit denen Wäschereien ihre Nachhaltigkeitsziele noch schneller erreichen könnten. Ergänzt wird ein neues Maschinenprogramm durch freistehende Waschschleudermaschinen mit einem Fassungsvermögen von 24 bis 270 kg. Für den Bereich Wäschereifinish bietet Jensen unterschiedliche Automatisierungsansätze, mit neuen Finish-Anlagen und Mangelstraßen. "Erst vor kurzem hat uns ein Kunde bestätigt, dass seine neue Kalor-Mangel Rekordleistungen erzielt, bei einem extrem niedrigen Energieverbrauch von 1 kWh pro kg verdampftem Wasser. Und für Betriebe, die Berufsbekleidung bearbeiten, erwähne ich gerne noch unsere "MetriQ"-Aufgabestation mit einer bisher einzigartigen "Buttons-to-the-Front"-Funktion. Damit können Bügel mit zum Bediener gewandter Knopfleiste bestückt werden, was bei Arbeitskitteln, OP-Bekleidung und Patientenkitteln einen enormen Vorteil darstellt."

Nicht alle Neuheiten könnten wir en détail vorstellen, unterstreichen möchte Jank aber, dass sämtliche Lösungen im Hinblick auf Ressourcenoptimierung und Effizienzsteigerung entwickelt wurden. Damit verknüpft biete Jensen selbstverständlich auch individuelle Konzepte für das Datenmanagement an, so die Marketingfrau. Wer Jensen kennt, kennt Gerda Jank. Sie wünscht der Branche neuen Schwung und Zuversicht sowie die Einsicht, dass nachhaltige Betriebsführung und Gewinnstreben Hand in Hand gehen können. "Gemeinsam
können wir daran arbeiten, unseren Endkunden in der Gastronomie und Hotellerie, der Industrie oder dem Gesundheitswesen und überall sonst ein einzigartiges Wäscheerlebnis zu bieten – täglich und nachhaltig."

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