Hol- und Bringservice für Wäsche als Franchise-System Ein Shirtrunner-Tag für jede Region

Kann Wäsche rennen? Sicher nicht. Dennoch macht Adam Preuß der Wäsche Beine, zumindest wenndiese von professionellen Textilpflegebetrieben bearbeitet werden soll. Der Kerngedanke seines neuen Geschäftsmodells lautet: Nicht der Kunde soll sich bewegen, sondern die Wäsche. Deshalb hat der35-Jährige einen Hol- und Bringservice für Wasch- und Bügelwäsche gegründet.

Adam Preuß hat für den Transport der Wäsche eigene Kleidersäcke entwickeln lassen, die man mit einem Handgriff zu einer Wäschetasche umfunktionieren kann. - © Martin Bernhard

Ein Shirtrunner-Tag für jede Region

Für Adam Preuß steht der Dienst am Kunden im Vordergrund. „Wir sind die Service-Oase“, preist er seine Dienstleistung im Internet an. Und am Anfang der Geschäftsidee stand demzufolge auch eine Lücke im Service des Textilpflegebetriebs, von dem Preuß seine Hemden und Jackets reinigen ließ. Adam Preuß, der damals noch Vertriebsleiter eines Unternehmens in der Reinraumbranche war, hatte seinen Abholbon verlegt. „Das muss auch anders gehen“, sagte er sich. Und gemeinsam mit seinem Bruder Waldemar entwickelte er Shirtrunner, eine Art Reinigung mit Hol- und Bringservice, deren Dienstleistung eng mit dem Internet verknüpft ist.

Shirtrunner holt die Schmutzwäsche in der Regel bei den Kunden im Büro oder an der Arbeitsstelle ab und liefert sie auch dort wieder aus. Dazu registrieren sich Shirtrunner-Kunden unter www.shirtrunner.de im Internet. Für jede Region gibt es feste Abholtage. So ist zum Beispiel in Mannheim der Mittwoch „Shirtrunner-Tag“, in Heidelberg dagegen der Dienstag. Der Kurier kommt, holt die Wäsche und bringt sie in der Regel nach einer Woche wieder zurück. Adam Preuß hat für den Transport eigene Kleidersäcke entwickeln lassen, die man mit einem Handgriff zu einer Wäschetasche umfunktionieren kann. So lässt sich die Abholung der Wäsche sehr diskret abwickeln. Die Kunden zahlen in der Regel über Bankeinzug, in Einzelfällen auch in bar. Jeder Kunde kann online seine Abholtermine einsehen und ändern. Außerdem erhält jeder am Tag davor eine Erinnerungs-E-Mail. „Unsere Kunden sind Leute, die sonst in die Reinigung gehen würden“, sagt Preuß. „80 Prozent der Kleidung sind Hemden und Anzüge.“

Mit seinem neuen Geschäft will Preuß kein Konkurrent für bestehende Textilpflegebetriebe sein, sondern im Gegenteil diesen durch diesen ausgeklügelten Service neue Umsatzmöglichkeiten eröffnen. Denn Shirtrunner wäscht oder reinigt nicht selbst. Das Unternehmen arbeitet mit Textilpflegebetrieben vor Ort zusammen. Diese erhalten für ihre Dienstleistung 70 Prozent vom Umsatz. Im Rhein-Neckar-Dreieck zum Beispiel transportieren derzeit zwei Fahrer die Wäsche und bringen diese zu drei Wäschereien. Bis zum Jahresende will Shirtrunner dort zehn Fahrer einsetzen und rund 1.000 Kunden bedienen.

Um sein Geschäftsmodell überregional zu etablieren, bietet Preuß auch Wäschereien und Reinigungen sein Franchise-Modell an, und zwar mit Gebietsschutz. Die Textilpflegebetriebe können den Umsatz zu 100 Prozent in die eigene Tasche stecken, da sie kein fremdes Reinigungsunternehmen beauftragen müssen. Für das Franchise-System investieren die Betriebe einmalig maximal 1.500 Euro sowie ab dem zweiten Jahr monatliche 350 Euro. Dafür können sie auf das Online- und Marketingsystem von Shirtrunner zurückgreifen. In der Rhein-Neckar-Region hat Preuß die Fahrer nicht bei Shirtrunner angestellt. Diese arbeiten auf eigene Rechnung. Textilpflegebetriebe, die das Shirtrunner-System übernehmen, können natürlich ihre eigenen Fahrer einsetzen.

„Mein Grundgedanke ist der Service“, betont Adam Preuß. „Ich will für eine Alltagsgeschichte ein Rundum-sorglos-Paket anbieten. Der Kunde wird an allen Ecken und Enden bedient.“

Martin Bernhard