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Hygiene im Waschraum Einmal heißt nicht Einweg: DTV kritisiert Einweglösungen

Die Hände gründlich zu waschen ist in Zeiten von Corona wichtig – genauso wie das Trocknen danach. Zum Trocknen eignen sich Einmalhandtücher aus Stoff oder Papier, die laut dem Deutschen Textilreinigungs-Verband auch für öffentliche Waschräume unbedenklich sind. Der DTV kritisiert deshalb, dass zunehmend auf Einweglösungen gesetzt wird.

Einmal-Stoffhandtücher bestehen vollständig aus Baumwolle. "Der Begriff Einmalhandtuch bedeutet nicht Einweghandtuch", sagt Andreas Schumacher, Geschäftsführer des Deutschen Textilreinigungs-Verbands (DTV). Jedes Stück Stoff wird ein einziges Mal benutzt. Und kann nach dem hygienischen Waschen bis zu 100 Mal wiederverwendet werden. "Aufgrund von Hygienebedenken werden momentan vorschnell Einweglösungen eingesetzt", gibt er zu Bedenken.

In der Kritik: Papierservietten, Einmalumhänge und Wegwerfhandtücher

Im Bereich der Gastronomie werden beispielsweise Papierservietten empfohlen oder bei den Friseuren Einmalumhänge aus Plastik. "Das ist weder aus hygienischer Sicht notwendig noch aus Gründen der Nachhaltigkeit angebracht", betont Schumacher. Ein ähnliches Bild zeigt sich beim Händewäschen in öffentlichen Bereichen. Schulen setzen laut Schumacher z.B. verstärkt auf Einweghandtücher. "Leider wird dabei völlig verkannt, dass Stoffhandtuchrollen hygienische und nachhaltige Lösungen sind und bereits seit vielen Jahren erfolgreich eingesetzt werden – ohne, dass Schulen beispielsweise zu Grippe-Hotspots werden."

Wer sich die Hände gründlich mit Wasser und Seife wäscht und sie danach sorgfältig abtrocknet, schützt sich vor etwa 80 Prozent der Infektionskrankheiten. Auch das Coronavirus wird durch den Einsatz von Seife inaktiviert. Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung rät zum Händetrocknen ausdrücklich zu Einmalhandtüchern. Was vielen allerdings nicht bewusst ist: Auch ein Stoffhandtuch aus dem Spender ist ein Einmalhandtuch.

Hände mit Einmalhandtüchern aus Stoff hygienisch trocknen

Eine Stoffhandtuchrolle enthält rund 110 hygienische Handtuchportionen. Jeder Benutzer bekommt sein eigenes Stück Stoff, das nur einmal benutzt wird. Alle Portionen werden einzeln ausgegeben und nach der Verwendung sofort eingezogen. Ein Zwei-Kammern-System mit Kontaminationsbarriere sorgt in den Spendern für eine strikte Trennung der Handtuchabschnitte. Diese sogenannte Retraktivtechnik sorgt dafür, dass jede Portion sowie das Ende der Stoffbahn automatisch eingezogen werden. Einmalstoffhandtücher aus Retraktivspendern sind laut Kommission für Krankenhaushygiene und Infektionsprävention (KRINKO) auch in hygienesensiblen Bereichen wie dem Gesundheitswesen einsetzbar – das gilt auch für Pandemie-Zeiten.

Auch das Handbuch zur betrieblichen Pandemieplanung, dass das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe herausgibt, zeigt: Es bestehen "keine hygienischen Bedenken bei textilen Handtüchern von Handtuchrollenspendern mit Retraktionssystem." Fühlen sich Unternehmen angesichts einer Gesundheitskrise unsicher, hilft es, auf das Handbuch zurückzugreifen, so der DTV.

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