Schwimm-WM 2009 Einweg-Hightech-Schwimmanzüge

Schwimmanzüge halten oft nur der Handwäsche stand. - © Archiv

Einweg-Hightech-Schwimmanzüge

Bei den Schwimmverbänden und in den Medien sorgten die neuen Hightech-Schwimm-anzüge in den vergangenen Wochen für viel Wirbel. Bei der Schwimmweltmeisterschaft 2009, die Ende Juli in Rom stattfand, sorgten sie für neue Spitzenleistungen und Rekordergebnisse. Schon ab dem nächsten Jahr sollen sie jedoch bei offiziellen Wettkämpfen verboten werden.

Umstritten sind die Anzüge wegen der besonderen Eigenschaften ihres Materials. Sie bestehen aus Polyamid-Elastan wie viele andere Badekleidung auch. Das Polyamid bildet dabei den Grundstoff. Das Elastan sorgt dafür, dass sich der Anzug dehnen lässt und sich somit eng an den Körper anlegt. Bei den Profi-Schwimmern muss der Anzug besonders eng anliegen, es darf kein Wasser zwischen Haut und Textilie kommen.

Schafft man es nun, den Schwimmanzug so zu konstruieren, dass statt Wasser Luft mit eingeschlossen wird, sorgt dies für Auftrieb und der Schwimmer muss weniger eigene Kraft aufwenden, um über Wasser zu bleiben. Genau diese Funktion sorgt auch für die Kritik an den neuen Anzügen.

Viele Schwimmer trugen während der WM maßgeschneiderte Ganzkörperanzüge, die besonders eng und besonders leicht sind. Durch das dünne und eng anliegende Material wird der Widerstand im Wasser geringer, was wiederum die Schnelligkeit beim Schwimmen fördert. Der feine und leichte Stoff hat jedoch auch Nachteile. „Die Wettkampfanzüge werden von den Schwimmern nur ein- bis zweimal getragen, danach sind sie kaputt“, berichtet Dr. Jan Behringer, Abteilungsdirektor des Bereichs textile Dienstleistungen und Innovationen bei den Hohenstein Instituten. Gereinigt werden müssen die Profischwimmanzüge also nicht im Gegenteil zu den Badeanzügen, die jeder normale Hobbyschwimmer,
planscher oder -taucher zuhause hat. Auch wenn diese laut Angaben der Hersteller in der Waschmaschine gewaschen werden können, rät der Textilexperte dazu, sie mit der Hand zu waschen. „Auch normale Badeanzüge sind empfindlich und würden schneller kaputtgehen, wenn man sie in der Maschine wäscht“, erklärt er. Auf die professionelle Textilpflegebranche kommt mit den neuen Wegwerf-Schwimmanzügen der Profis also keine textile Herausforderung zu. Für die Schwimmer werden sich schon ab dem nächsten Jahr Änderungen ergeben. Um die kritisierten Lufteinschlüsse zu reduzieren, sollen bei offiziellen Schwimmwettkämpfen ab 2010 nur noch Badehosen und Badeanzüge erlaubt sein, die oberhalb des Knies enden. Die Damen dürfen nur mit schulterfreien Anzügen teilnehmen. Die umstrittenen Ganzkörperanzüge werden dann nicht mehr zum Einsatz kommen, entschied der Weltschwimmverband Fina.jtw