Eisglatte Wege, Dunkelheit und Zeitdruck machen den Arbeitsweg im Winter zum Risikofaktor. Tausende Beschäftigte stürzen jedes Jahr auf dem Weg zur Arbeit – oft schon vor der eigenen Haustür. Welche einfachen Maßnahmen helfen, wie Sichtbarkeit Leben schützen kann und warum der richtige Schuh so wichtig ist.

Glatteis, Schnee und Nässe erhöhen in den Wintermonaten das Unfallrisiko auf dem Arbeitsweg deutlich. Allein im Jahr 2024 gab es nach Angaben der gesetzlichen Unfallversicherung mehr als 11.800 meldepflichtige Wegeunfälle von Fußgängerinnen und Fußgängern, die auf rutschige Untergründe durch Regen, Schnee oder Eis zurückzuführen waren. Die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV) gibt Hinweise, wie sich das Risiko reduzieren lässt.
Rutschhemmendes Schuhwerk als zentrale Maßnahme
Als wichtigste Vorsorgemaßnahme nennt das Institut für Arbeitsschutz der DGUV (IFA) geeignetes Schuhwerk. Laut IFA-Experte Olaf Mewes sollten Schuhe über rutschhemmende, profilierte Sohlen verfügen. Zusätzlich können Überzieher aus Mikrofaser eingesetzt werden, die die Haftung auf glatten Flächen verbessern. Bei stark vereisten Wegen sind auch Spikes sinnvoll, die unter der Schuhsohle befestigt werden und sich im Eis verankern.
Darüber hinaus empfiehlt die DGUV, nach Möglichkeit geräumte und gestreute Wege zu nutzen und vereiste Flächen konsequent zu meiden.
Angepasstes Gehen und mehr Zeit einplanen
An Tagen mit erhöhter Glättegefahr rät die Unfallversicherung dazu, mehr Zeit für den Arbeitsweg einzuplanen. Hektik und Unsicherheit erhöhen laut DGUV das Sturzrisiko. Ein langsameres Gehtempo, kleinere Schritte und das bewusste Auftreten mit dem ganzen Fuß verbessern die Standfestigkeit auf glatten Untergründen.
Sichtbarkeit bei Dunkelheit erhöhen
In der dunklen Jahreszeit kommt ein weiterer Risikofaktor hinzu: eingeschränkte Sichtverhältnisse. Regen, Schneefall und Dunkelheit erschweren es Autofahrenden, Fußgängerinnen und Fußgänger rechtzeitig zu erkennen. Die DGUV empfiehlt daher helle Kleidung sowie den Einsatz von retroreflektierendem Material.
Nach Angaben des IFA werden Personen mit reflektierenden Elementen bereits aus bis zu 140 Metern Entfernung wahrgenommen, während dunkel gekleidete Menschen oft erst ab etwa 25 Metern sichtbar sind. Ergänzend erhöhen fluoreszierende Farben wie Gelb, Orange oder Rot die Sichtbarkeit bei Tageslicht und in der Dämmerung.
Für Wege ohne ausreichende Straßenbeleuchtung können auch aktive Lichtquellen wie LED-Leuchten an Kleidung oder Taschen sinnvoll sein. Dabei sollte darauf geachtet werden, andere Verkehrsteilnehmende nicht zu blenden.
Gesetzlicher Unfallversicherungsschutz auf dem Arbeitsweg
Kommt es trotz aller Vorsichtsmaßnahmen zu einem Sturz auf dem Weg zur Arbeit, greift der Schutz der gesetzlichen Unfallversicherung. Sie übernimmt laut DGUV die Kosten für medizinische Behandlung und gegebenenfalls für Rehabilitationsmaßnahmen. Voraussetzung ist, dass Betroffene nach dem Unfall einen Durchgangsarzt oder eine Durchgangsärztin aufsuchen und den Arbeitgeber informieren.
Mit zunehmenden Extremwetterlagen und häufigeren Frost-Tau-Wechseln gewinnt die Prävention von Wegeunfällen weiter an Bedeutung. Die Empfehlungen der gesetzlichen Unfallversicherung richten sich insbesondere an Beschäftigte, die ihren Arbeitsweg regelmäßig zu Fuß zurücklegen, sind aber auch für Betriebe relevant, etwa im Rahmen der Unterweisung zum Arbeitsschutz.