Mit RE:TURN bringt ENGEL sein in Dänemark erprobtes Rücknahmekonzept für Berufskleidung jetzt auch in den deutschsprachigen Raum. Das herstelleroffene System soll textile Kreisläufe schließen und ausgediente Arbeitskleidung wieder als Rohstoff nutzbar machen.

Der dänische Berufsbekleidungshersteller ENGEL hat sein Rücknahmekonzept RE:TURN Ende Juni 2026 offiziell im deutschsprachigen Raum eingeführt. Nach vier Jahren Praxiserfahrung in Dänemark steht das Kreislaufsystem nun auch Kunden in Deutschland, Österreich und der Schweiz zur Verfügung.
Laut Engel deckt RE:TURN den gesamten Prozess ab – von der Sammlung gebrauchter Berufs- und Businesskleidung über Transport und Sortierung bis hin zum Recycling und zur Weiterverarbeitung der zurückgewonnenen Materialien. Das Besondere: Das Rücknahmesystem steht nicht nur für ENGEL-Produkte offen, sondern nimmt Alttextilien aller Hersteller an.
Zur offiziellen Markteinführung lud das Familienunternehmen Kunden aus der DACH-Region in die VIP-Lounge des Hamburger Sportvereins im Volksparkstadion ein.
So funktioniert RE:TURN
Für die Sammlung stellt Engel den Kunden Behälter für ausgediente Kleidung zur Verfügung. Die Alttextilien werden vor Ort gesammelt, gewogen und über eine Online-Plattform erfasst. Auf Wunsch organisiert das Unternehmen auch den Transport zu seinen Sortier- und Recyclingpartnern.
Dort bereiten die Partner die Textilien mechanisch auf und trennen sie nach Materialfraktionen. Anschließend fließen die zurückgewonnenen Rohstoffe in unterschiedliche Verwertungswege. Die tatsächlich recycelten Mengen dokumentiert Engel und fasst sie in einem jährlichen Bericht zusammen. Dadurch erhalten die teilnehmenden Unternehmen Transparenz über den Verbleib ihrer Alttextilien.

Erfahrungen aus Dänemark
Bei der Einführung im deutschsprachigen Raum kann Engel auf vier Jahre Praxiserfahrung in Dänemark zurückgreifen. Nach Unternehmensangaben werden dort rund zwei Drittel der gesammelten Textilien recycelt. Die zurückgewonnenen Fasern fließen entweder in die Herstellung neuer Garne und Stoffe ein oder werden zu Dämm- und Füllmaterialien für die Akustik- und Automobilindustrie verarbeitet.
Geschäftsführer John Engel ordnet RE:TURN als festen Bestandteil der Nachhaltigkeitsstrategie des Familienunternehmens ein. Ziel sei es, möglichst viele Materialien im Kreislauf zu halten und Ressourcen langfristig zu schonen.
Textil-zu-Textil-Recycling in der Praxis
Wie sich recycelte Alttextilien wieder in neue Produkte integrieren lassen, zeigte Engel in Hamburg anhand der ENTIRE-Kollektion. Eine Arbeitsjacke und eine Arbeitshose bestehen nach eigenen Angaben zu 27 Prozent aus recycelten Fasern, die aus Post-Consumer-Alttextilien gewonnen wurden.
Damit will das Unternehmen zeigen, dass ausgediente Berufskleidung wieder zu neuer Berufskleidung verarbeitet werden kann und sich textile Kreisläufe zunehmend schließen lassen.
Für Textilserviceanbieter und andere Unternehmen soll das System eine praktikable Möglichkeit bieten, ausgediente Berufskleidung am Ende ihrer Nutzungsdauer verantwortungsvoll zu verwerten – unabhängig davon, von welchem Hersteller die Textilien stammen.