Anfang 2007 wurde die neue Zentralreinigung der KS Cleaning GmbH, München, in Betrieb genommen. Die Inhaber Robert Krainhöfner und Silvio Stelzer haben auf gut 500 m2 eine ansehnliche Kapazität an Lösemittelreinigung und Waschleistung geschaffen. Neben ihrer Branchenkenntnis und einem neuen Maschinenpark ist hierfür auch ihre außergewöhnliche Personalpolitik verantwortlich.
Fachpersonal sorgt für Qualität
Im Wesentlichen wird Ware von Hotels und Verwaltungen, aber auch von Versicherungen, bearbeitet. Die Qualitätsanforderungen sind hoch. Sie werden von den Auftraggebern in Pflichtenheften genau vorgegeben. Neben der selbstverständlichen optischen Sauberkeit ist bei der Bearbeitung von Brandschäden z.B. die Entfernung von Geruchsbildnern durch Messungen vorher und nachher nachzuweisen. Und die Hotels der Münchner Luxusklasse geben für die Bearbeitung der Gästewäsche Standards vor, wie etwa für das Falten der Socken oder für die Art der Verpackung von Hängeware und Wäscheposten. „Wenn man auf diesen Feldern einmal Fuß gefasst hat, kann man das Geschäft eigentlich nur durch eigene Fehler wieder verlieren“, erzählt Robert Krainhöfner. Er ist der Mann mit vielen und weitreichenden Kontakten zur Kundschaft, der geborene Vertriebsmann bei KS Cleaning.
Silvio Stelzer sorgt für die reibungslose Produktion genau nach den Vereinbarungen in Qualität und Lieferzeit. „Hier ist der entscheidende Faktor unser Personal“, berichtet er. „Deshalb arbeiten wir nicht mit Aushilfskräften, sondern ausschließlich mit insgesamt 14 festangestellten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern.“ Eine weitere Besonderheit: Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter managen ihre Zeitkonten selbst und stimmen sich untereinander ab. Sie kommen und gehen, wie es die Auftragslage erfordert. Einzige Voraussetzung: Alle Aufträge müssen abgearbeitet sein. Es wird bei Bedarf in zwei Schichten gearbeitet. Unmittelbare Überstundenentlohnung gibt es nicht. Am Jahresende wertet die Geschäftsleitung die Zeitkonten aus und sorgt für Ausgleich. So braucht sie ihre Zeit nicht mit der Einteilung vieler Aushilfskräfte zu vergeuden und durch die größere Eigenverantwortung der Mitarbeiter/-innen steigt die Motivation. Unter anderem dadurch gibt es praktisch keine Personalfluktuation und die Arbeit erreicht in Qualität und Menge ein hohes Niveau. „Das würden wir mit Aushilfen nie schaffen“, sind beide Inhaber überzeugt. Die gleiche Stetigkeit wie in der Personalführung pflegt KS Cleaning auch mit seinen Lieferanten. „Nichts ist teuerer als ein unnötiger Lieferantenwechsel“, weiß Krainhöfner. „Ein vermeintlich niedriger Preis lohnt sich selten im Vergleich zu den Schwierigkeiten beim Aufbau neuer Verfahren und Verhaltensweisen mit neuen Partnern.“ Ein Beispiel ist die enge Zusammenarbeit mit Multimatic, Melle. „Da passt alles. Die Zusammenarbeit funktioniert auf Zuruf, vor Ort mit dem Berater Willi Remmele und dem Techniker Stefan Steinke ebenso wie mit der Zentrale in Melle.“ Stelzer ergänzt:„Dasselbe gilt für Seitz. Berater Wolf-Dietrich Nösel ist unermüdlich, wenn es gilt, zu entwickeln und zu testen, etwa im Zusammenhang mit dem Dampfsprühverfahren von Multimatic. Das ist besonders hilfreich bei der Bearbeitung von Brandschäden. Die KS Cleaning GmbH wurde Anfang 2005 von Robert Krainhöfner und Silvio Stelzer gegründet. Beide waren 1996 unter Krainhöfner & Stelzer mit Übernahme der Firma Clean als Textilpflege-unternehmer gestartet, 1997 wurde die Filiale Würth übernommen und 2003 kam das Münchner Unternehmen Christ 2000 dazu. Krainhöfner ist kaufmännischer Geschäftsführer mit fundierter Branchenkenntnis: Er wuchs in der Reinigung seiner Mutter auf. Stelzer war zu Beginn branchenfremd. Gegen Ende 2006 begann die Einrichtung des Betriebes von Grund auf neu. Währenddessen lief die Produktion weiter. Unter Anleitung und mit Hilfe eines Fachmonteurs wurde die installiert und die Maschinen einfahrbereit angeschlossen. Die Arbeitsabläufe haben die beiden Inhaber selbst geplant. Besonders stolz sind sie auf ihre „Krake“, das technische und interne logistische Rückgrat. So nennen sie einen gerüstartigen Oberbau, der sowohl alle Versorgungsleitungen trägt, als auch die Tragekonstruktion für eine manuelle Hängebahn darstellt. Mit dieser Schlittenbahn werden die hängenden Teile von der Grundreinigung zu den Finishplätzen geführt und nach der Bearbeitung zur Expedition gefahren. Die Einrichtung umfasst:
◇zwei Milnor-Waschschleudermaschinen für Matten, je 30 kg
◇Trockner 40 kg in der Nassreinigung,
◇zwei KWL-Reinigungsmaschinen Multimatic Top Line (22 und 32 kg),
◇einen Vordetachiertisch,
◇einen Nachdetachiertisch,
◇zwei Ipso-Waschschleudermaschinen (7 und 10 kg),
◇drei Girbau-Waschschleudermaschinen (22 und 35 kg),
◇zwei Trockner (jeweils 40 kg) in der Wäscherei,
◇eine Ajax Großflächenpresse für Dekorationen,
◇einen Multimatic-Hemdensatz Maxi Shirty mit Kragen-Manschetten-Presse,
◇einen Multimatic-Universal-Finisher Multi Shirty,
◇eine Europress-Universal-Bügelmaschine,
◇einen Ärmelfinisher,
◇fünf Multimatic-Saug-Blas-Bügelstationen,
◇zwei Multimatic-Formfinisher,
◇einen Multimatic-Topper,
◇eine Lemair-Doppelbein-Hosenbeinbügelmaschine,
◇zwei Jumag-Dampferzeuger (320 kg, ölbeheizt),
◇eine Wassersparanlage,
◇eine Vakuum-Turbine,
◇zwei Kompressoren.
Für die Wasserversorgung steht ein eigener Brunnen zur Verfügung. Hinzu kommen die sanitären Anlagen, ein Personal- und ein Lagerraum. Das Betriebsbüro befindet sich im Obergeschoss mit Überblick über die Produktion. Für die Lieferungen stehen mehrere Fahrzeuge zur Verfügung. KS Cleaning hat sich in München und Umgebung im sogenannten B2B-Geschäft vor allem mit Hotels und Versicherungen eine gute Marktposition erarbeitet. Grundlage dafür sind einerseits die guten Kundenkontakte, andererseits aber die absolut zuverlässige, pünktliche Lieferung nach hohen Qualitätsvorgaben zur vollen Erzielung des individuellen Kundennutzens. „Dieses Zusammenspiel sichert unsere Position optimal ab“, meint Robert Krainhöfner. „Unser neuer Betrieb leistet dazu einen wichtigen Beitrag.“ Hartmut Kokerbeck