Wenn Mitarbeiter über Fehltritte schweigen, bleiben Risiken unsichtbar. Eine offene Fehlerkultur kann dagegen Unfälle verhindern und Arbeitsabläufe verbessern. Die BG ETEM zeigt, wie Textilpflegebetriebe aus kritischen Situationen verlässliches Wissen gewinnen.
Mist, die Waschschleudermaschine falsch eingestellt. Und an der Mangel ist auch etwas schief gelaufen - das Teil kommt nicht faltenfrei heraus.
Fehler passieren – selbst in gut eingespielten Teams in der Textilpflege. Entscheidend ist, was danach folgt. Nach Angaben der BG ETEM sinkt das Unfallrisiko deutlich, wenn Betriebe Beinaheunfälle systematisch auswerten und Mitarbeitende ohne Angst über kritische Situationen sprechen können. Eine offene Fehlerkultur trage dazu bei, Gefahrensituationen besser zu verstehen und Arbeitsprozesse sicherer zu gestalten. Entscheidend ist demnach, dass Beschäftigte und Führungskräfte Fehler frühzeitig melden – auch dann, wenn es bei einem Beinaheunfall geblieben ist.
Warum Fehlerkultur für die Arbeitssicherheit relevant ist
In der betrieblichen Praxis entstehen Risiken häufig durch Routine, Ablenkung oder unvollständige Informationen. Laut BG ETEM kommt es darauf an, wie Unternehmen mit solchen Situationen umgehen. Werden Fehltritte offen benannt, lassen sich Ursachen klären und Wiederholungen vermeiden. Eine konstruktive Fehlerkultur fördert Wissenstransfer und stärkt das Vertrauen im Team.
Fachleuten zufolge braucht es dafür psychologische Sicherheit: Mitarbeitende müssen darauf vertrauen können, dass Hinweise zu kritischen Situationen nicht zu Sanktionen führen. Erst dann entsteht die Grundlage, Arbeitsprozesse realistisch zu bewerten und systematisch zu verbessern.
Rolle der Führung: Offenheit vorleben, Analyse ermöglichen
Führungskräfte prägen den Umgang im Betrieb maßgeblich. Sie unterstützen eine lernorientierte Fehlerkultur, wenn sie eigene Fehlentscheidungen transparent machen, Kritik zulassen und Meldungen zu Beinaheunfällen aktiv einfordern. Wichtig ist zudem, Zeit und Struktur für gemeinsame Analysen bereitzustellen. Aus diesen Auswertungen lassen sich Verbesserungen ableiten, die sowohl die Sicherheit als auch die Prozessqualität erhöhen können.
Praxiswissen aus dem BG-ETEM-Podcast
Vertiefende Hinweise bietet die aktuelle Folge des BG-ETEM-Podcasts „Ganz sicher“. Darin erläutert Arbeitspsychologin Kati Sharp, wie Teams durch offenen Austausch wiederkehrende Fehler erkennen und potenzielle Unfälle vermeiden. Den Podcast finden Sie hier auf der Website der BG ETEM sowie auf gängigen Plattformen wie Spotify, YouTube Music, Deezer, RTL+, Pocket Casts und Apple Podcasts.
