Exclusiv Reinigung & Wäscherei GmbH Gesamte Dienstleistung im Blick

Den Blick über den „Tellerrand“ des Waschens hinaus richtet Wäschereibesitzer Christian Koschade. Für ihn ist Waschen integraler Bestandteil einer Dienstleistung, die praktisch „alles rund um die Immobilie“ beinhaltet. Im Bereich der Wasch- und Dampftechnik hat er seinen Betrieb vollkommen erneuert.

Wäschereichef Christian Koschade kann sich auf seine „Rita“ verlassen. Foto: kpl - © kpl

Gesamte Dienstleistung im Blick

Mitten im Niederbayerischen – 20 km südlich von Landshut, am Fluss Vils – liegt Velden, ein Städtchen mit rund 6.500 Einwohnern. Was die Lage Veldens für Christian Koschade so attraktiv macht, ist die relative Nähe seines Wäschereistandortes zum Münchener Flughafen. Der Flughafen München ist Hauptkunde seiner „Exclusiv Reinigung & Wäscherei GmbH“, wie das Veldener Unternehmen offiziell heißt.

Christian Koschade ist keineswegs mit Tensiden getauft. Als gelernter Bankkaufmann hat er sich professionell dem Facility Management (FM) zugewandt und eine eigene Beratungsfirma geleitet. Im vergangenen Jahr hat er sie veräußert und die Wäscherei im Veldener Gewerbegebiet erworben. Dem neuen unternehmerischen Engagement als Betreiber eines Textilpflegeunternehmens liegt eine durchaus strikte Logik zugrunde: Die textile Dienstleistung sieht er in vollem Umfang als den „Sekundärprozessen“ zugehörig, die für ihn jetzt die primäre Rolle spielen. Eigentlich dreht Koschade damit den Spieß um. Denn Unternehmen aus dem Facility Management gehen zunehmend dazu über, Textilpflege-Dienstleistungen in ihr komplettes Angebot aufzunehmen. Dazu arbeiten sie mit entsprechend gelagerten Wäschereien zusammen, wenn sie nicht bereits eigene Betriebe unterhalten.

Gewissermaßen um 180 Grad gedreht sieht Koschade sein unternehmerisches Projekt. Die Wäscherei ist Ausgangspunkt für weiterreichende Aktivitäten wie Gebäudereinigung oder Haustechnik mit dem Ziel einer verbundenen kompletten Dienstleistung im klassischen Design des Facility Managements. Den neuen Münchener Flughafen im Erdinger Moos sieht Koschade als das Objekt für seine Bemühungen, die durch die Erfahrungen und Kontakte aus seiner Zeit als Chef des FM-Beratungsunternehmens gefördert werden.

Bevor Koschade allerdings weitere Schritte zum Aufbau seines Projekts unternehmen konnte, war es erforderlich, die Wäscherei technisch zunächst auf Vordermann zu bringen. Neben dem Ziel, die Kapazität auszubauen, stand die Investition in eine leistungsfähige, zuverlässige und stabile Dampfversorgung auf dem Plan. Denn als Basis für weitere Managementaktivitäten musste die Wäscherei praktisch absolute Liefersicherheit bieten können. Die Wäscherei in der Preysing Allee im Veldener Gewerbegebiet wurde im 1. Quartal 2008 nicht nur technisch aufgerüstet. Es fand ein weitgehender Umbau statt, der in den Händen der Münchener Firma Brochier GmbH lag.

Ein vielschichtiges Wäschesortiment ist charakteristisch für den Betrieb. Eine ganze Palette unterschiedlichster Wäschearten liefert der Hauptkunde, der Münchener Flughafen. Hinzu kommen als weitere Kunden Cateringfirmen, Wellnesscenter und im Gesundheitsbereich tätige Unternehmungen wie beispielsweise physiotherapeutische Praxen. Den sich zunehmend stärker entwickelnden Bereich Medizin will Koschade auf ambulante Einrichtungen beschränken, denn die bauliche Ausrichtung der Wäscherei gemäß Hygienevorschrift UVV (VBG 7y) will der agile Unternehmer zurzeit nicht realisieren.

Aus dem heterogenen Wäschesortiment resultiert der Einsatz einer Reihe von Waschschleudermaschinen unterschiedlicher Kapazität. Mehrere Exemplare konnte Koschade vom Vorgänger übernehmen, darunter ein Paar Seibt&Kapp-Maschinen mit den Edelstahlfronten in Pfauenaugen-Design. Diese unverwüstlichen „Dinos“ nennt Koschade „Oma“ und „Opa“. Sie werden vorwiegend für die Bearbeitung von Schmutzfangmatten eingesetzt.

Für die Neuanschaffungen im Bereich Waschtechnik hat sich der Unternehmer für die Produkte des weltweit agierenden spanischen Herstellers Girbau entschieden, die in Deutschland u.a. vom Komplettausrüster Heprotex Maschinen GmbH vertrieben werden. Die neuen Maschinen sind schon so erfolgreich in den Betriefsablauf integriert, dass sie bereits mit Namen geschmückt sind. „Rita“ ist die gewichtigste Dame aus der Neulieferung. Die Maschine des Typs HS-4055 hat eine Beladekapazität von 55 kg Trockenwäsche. Zu den „Neuen“ zählt auch „Gisela“, deutlich schlanker in der Taille, und deshalb kann sie pro Charge nur etwa 17 kg Wäsche waschen. Dafür glänzt sie mit der modernen „Inteli“-Steuerung, die eine große Programmvielfalt beinhaltet. Neben 20 vordefinierten enthält „Inteli“ 79 frei zu definierende Programme. Der tägliche Umgang mit dieser Steuerung gestaltet sich einfach, da sich der Dialog mit dem Bediener ausschließlich über eindeutige und leicht zu interpretierende Symbole auf dem Display vollzieht. Die dritte Neumaschine im Bunde ist männlichen Geschlechts. Sie heißt „Blasius“ und ist ein Trockner. „Blasius“ stammt aus der STI-Serie von Girbau und kann pro Charge etwa 77 kg schleuderfeuchte Wäsche trocknen. Die komplette Waschtechnik wird über eine moderne Flüssigmedien-Dosieranlage automatisch versorgt, die von Spezialisten der Seitz GmbH, Kriftel, installiert wurde.

Den zweiten wichtigen Innovationsschritt unternahm Christian Koschade in der Dampfversorgung seines Wäschereibetriebs. Hier kommen seit April dieses Jahres zwei Schnelldampferzeuger des italienischen Herstellers Magnabosco, Zugliano, zum Einsatz. Auch die Anlagen dieses Produzenten werden von Heprotex in Deutschland repräsentiert. Die beiden Kessel liefern eine Leistung von je 600 kg Dampf pro Stunde. Aufgrund seiner Erfahrungen mit der früheren Schnelldampferzeuger-Installation und der Tatsache, dass mit der jüngsten Erweiterung der Wasch- und Trockenkapazität relativ hohe Lesitungensreserven erforderlich wären, entschied sich Koschade dafür, zwei identische Kessel einzubauen. Da allerdings die Magnabosco-Technik konstruktionsbedingt eine günstige Leistungsstabilität auch bei kurzzeitigen Spitzen aufweist, liefert derzeit noch einer der neuen Schnelldampferzeuger genug Dampf für alle Betriebserfordernisse

Während der Umbauphase konnte Koschade nur einschichtig fahren. Eigentlich seien es Dreiviertelschichten gewesen, wie der Wäschereichef darlegt. Da kamen pro Arbeitstag etwa 3 t zusammen. Als Ziel peilt der Unternehmer, der mit seiner Wäscherei als Basis ein neues Dienstleistungsdenken begründen möchte, arbeitstäglich eine „Hausnummer“ von 10 t an. „Mit dem entsprechenden Kundenpotenzial dürfte das bald zu schaffen sein“, gibt sich Christian Koschade optimistisch. Die technischen Voraussetzungen sind dafür nunmehr geschaffen.kpl