Mevo/Projekt Ambient Media Guter Draht zum Endverbraucher

Mit der Wellpappe hat ein neuer Rohstoff Einzug in die Reinigungen gehalten. Die neuen Kleiderbügel aus Pappe finanzieren sich durch aufgedruckte Werbung selbst. Der Drahtbügel hat Konkurrenz bekommen, passé ist er allerdings nicht. R+WTextilservice sprach mit Mevo-Geschäftsführer Hans Metzler und dem Partner Markus Liebscher von Projekt Ambient Media über die Zukunft des Drahtkleiderbügels.

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    Hans Metzler, Geschäftsführer von Mevo.
    © Mevo Metzler
    Hans Metzler, Geschäftsführer von Mevo.
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    Markus Liebscher, Geschäftsführer von Projekt Ambient Media.
    © Projekt Ambient Media
    Markus Liebscher, Geschäftsführer von Projekt Ambient Media.
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    Der Werbebügel wird kostenlos angeboten – Funktionstüchtigkeit hat für die beiden Partnerunternehmen dennoch höchste Priorität.
    © Projekt Ambient Media
    Der Werbebügel wird kostenlos angeboten – Funktionstüchtigkeit hat für die beiden Partnerunternehmen dennoch höchste Priorität.
R+WTextiservice:Gehören Drahtkleiderbügel im Zeichen des Umweltgedankens nicht längst zum sprichwörtlich alten Eisen und ist nicht gerade das enthaltene Zink schädlich für die Umwelt?

Metzler: Der Drahtbügel gehört sicher nicht zum alten Eisen, schließlich ist er ein Qualitätsprodukt, das aus der Reinigung nicht wegzudenken ist.

Was den Umweltgedanken betrifft: Ein verantwortungsvoller Umgang mit der Natur ist für uns selbstverständlich. Sämtliche Drahtkleiderbügel unseres Hauses sind recyclingfähig. Außerdem sind unsere Produkte aus Stahl gefertigt, die Zinkauflage bei einem Bügel beträgt je nach Modell ca. 2,5 bis 3,5 my, das sind z.B. bei einer Drahtstärke von 2,20 mm 0,14 Prozent des Materials. Alles in allem ein vernachlässigbarer Wert, es handelt sich hier lediglich um ein Spurenelement. Schrott kann heute zudem sehr gut recycelt werden.

Schon im eigenen Interesse wird so wenig Rohstoff wie möglich verwendet. Die Produktionsreste aus unserem Betrieb landen im Stahlwerk und werden zu 100 % wiederverwertet. Und auch der gebrauchte Drahtkleiderbügel kann über einen Schrott- oder Blechdosencontainer entsorgt, vollständig wiederverwertet werden. Großverbraucher haben dafür eigene Entsorgungsboxen. Auch wenn der Endverbraucher den Bügel im Hausmüll entsorgt, ist das kein Problem, denn die gängigen Sortier- und Aufbereitungsanlagen verfügen über eine Magnetabscheidertechnik, die magnetische Metallabfälle automatisch separieren und der Wiederverwertung zuführen.

Wo sehen Sie die Vorteile eines Drahtkleiderbügels für den Reinigungsbetrieb?

Wir haben rund 20 Modelle mit unterschiedlicher Stärke im Einsatz, schließlich gibt es unterschiedliche Pflege- und Reinigungsmaschinen, die mit dem Bügel kompatibel sein müssen. Der Durchmesser des Drahtes kann schnell verändert werden. Standard ist eine Stärke zwischen 2,15 und 2,20 mm. Ob der Bügel eher robust sein soll oder eine geringe Stärke reicht, muss die Reinigung entscheiden. Es kommt darauf an, welche Kleidungsstücke gereinigt werden und ob diese einen Finisher durchlaufen.

Herr Metzler, Ihr Vater hat das Unternehmen 1956 gegründet – ein etablierter Familienbetrieb also. Von der manuellen Holzkleiderbügelproduktion hat sich das Unternehmen zum erfolgreichen Anbieter für Drahtkleiderbügel, Folien, Papierprodukten und Zubehör entwickelt. Was tun Sie, um auch in Zukunft erfolgreich zu bleiben?

Wir arbeiten ständig an unseren Erzeugnissen, unserer Produktpalette und setzen neue Ideen um. In Zusammenarbeit mit Projekt Ambient Media aus Horn in der Schweiz gehen wir derzeit mit einem interessanten Projekt auf den Markt.

Wie sieht das Projekt und die Zusammenarbeit zwischen beiden Unternehmen aus, Herr Liebscher?

Liebscher: Schon vor circa sechs Jahren haben wir im Schweizer Markt damit begonnen, die Drahtkleiderbügel als Werbeträger zu nutzen. Dabei bringt der Reiniger Flyer mit oder ohne Produktprobe an die Drahtbügel an. Diese Flyer sind oft auch als Warengutschein oder Rabattkarte gestaltet.

Zu unseren Kunden zählen z.B. Fluggesellschaften wie GermanWings und Condor, Mobilfunkanbier wie O2 oder Nokia, Modeanbieter wie Roy Robson oder auch Anbieter von Pflegeartikeln wie Nivea oder L'Oreal. Schließlich ist die Zielgruppe sehr interessant und die Streuverluste sind gering. Verbraucher, die ihre Garderobe reinigen lassen, haben wenig Zeit aber ein relativ hohes Einkommen. Nach einem erfolgreichen Start in der Schweiz sind wir vor etwa zwei Jahren mit den Flyern auf den deutschen Markt gegangen. Die Weiterentwicklung des Flyers ist nun, dass wir die Werbebotschaft direkt am Bügel anbringen. Roy Robson hat sich z.B. schon für diese Werbeform entschieden und weist so auf eine Rabattaktion hin.

Metzler: Außerdem haben wir die Vision, nicht nur großen Unternehmen diese Werbemöglichkeit zu bieten. Auch der Textilreiniger selbst sollte seine Botschaft über den Drahtbügel transportieren und so sein Image stärken können. Daran arbeiten wir.

Wie kommen die Reinigungen an diese Kleiderbügel und welche Kosten fallen an?

Liebscher: Wir haben den Handel mit ins Boot geholt. Der Reiniger spricht mit seinem Händler vor Ort über den Bedarf an Kleiderbügeln. Nachdem die Menge geklärt ist, wird ihm diese zugewiesen. Weiterer Partner ist das Transportunternehmen Dachser. Die Kunden erhalten ihre Bügel direkt aus einem Pool des Logistikunternehmens. Der Textilreiniger erhält dann beispielsweise zusätzlich zu einem Karton klassischer Drahtbügel einen Karton mit Werbebügeln.

Für den Karton mit den Werbebügeln fallen keinerlei Kosten an, wir bieten diesen Bügel gratis an. Trotzdem hat für uns die Funktionstüchtigkeit des Produktes höchste Priorität. Dass die Drahtbügel tatsächlich unter die Verbraucher gelangen, garantieren wir unseren Werbekunden durch Mysteryshopper.

Wann kann der Reiniger diesen Werbebügel bekommen?

Liebscher: Das Produkt ist marktreif. Die ersten Kleiderbügel sollen jetzt im Mai an Reinigungsbetriebe gehen. Auf der Texcare wollen wir unsere Lösung dann ausführlich vorstellen.

Herr Metzler, Herr Liebscher, wir danken Ihnen für das Gespräch.ve