Mehr als 3.100 Aussteller Heimtextil 2026: KI und Handwerk verschmelzen

Von Deko- und Möbelstoffen über Tapeten, Bodenbeläge und Teppiche bis hin zu Matratzen, Bett- und ­Tischwäsche – auf der Heimtextil im Januar 2026 sind textile Trends zu sehen. Die Messe kommt mit ­neuem Hallenlayout und greift KI-getriebene textile Innovationen auf.

Farben, Materialien, Innovationen: Auf der Heimtextil lassen sich textile Trends entdecken.
Farben, Materialien, Innovationen: Auf der Heimtextil lassen sich textile Trends entdecken. - © Messe Frankfurt

Unter dem Motto "Lead the Change" zeigt die Messe für Wohn- und Objekttextilien und textiles Design, wie sich Herausforderungen in Chancen verwandeln lassen.

Vom 13. bis 16. Januar geben mehr als 3.100 Aussteller aus 65 Ländern mit neuen Kollektionen und textilen Lösungen einen ­gebündelten Marktüberblick.
Globale Umbrüche, wirtschaftliche Unsicherheit und ein angespanntes Konsumklima stellen die Textilbranche vor Herausforderungen. Gleichzeitig verändern digitale Technologien wie KI die Märkte und Geschäftsmodelle rasant.

Heimtextil startet 2026 mit neuem Hallenkonzept

Die Heimtextil spiegelt die Transformationen und bietet Inspiration und Orientierung. 2026 launcht die Weltleitmesse ein neues Hallenkonzept. Das kombiniert laut der Organisatoren Produktgruppen optimal und deckt die gesamte textile und non-textile Innenraumgestaltung ab.

"Mit dem neuen Hallenlayout schaffen wir ein Business-Tool, das Sichtbarkeit erhöht", erklärt Olaf Schmidt, Vice President Textiles and Textile Technology. Das stärke Synergien. Angebot und Nachfrage bringe man so zusammen und erschließe neue Märkte. Das praxisnahe Content-Programm auf der Texpertise Stage in Halle 6.0 liefere zudem Antworten und ­Werkzeuge für zukünftigen Geschäftserfolg – mit Expertenwissen von Kundennähe und Differenzierung bis zu KI-gestütztem ­Design.

Die Heimtextil Trends 26/27

Die Heimtextil Trends 26/27 bieten wieder eine textile Inspirationsquelle. In 2026 erhält die Trend Arena eine neue Heimat in der Halle 6.1 – umgeben von den Bereichen Bed, Bath & Living und Textile Design. Gemeinsam mit der Designplattform Alcova Milano entsteht ein visionärer Hotspot, der progressive Megatrends für Handel, Industrie und Objektgeschäft sichtbar macht.

"Craft is a verb" – Heimtextil verbindet Handwerk mit KI-Technologie

Unter dem Motto "Craft is a verb" verbinden die Heimtextil Trends 26/27 traditionelles Handwerk mit KI-gestützten Technologien.

Sechs textile Trends sind dabei folgende
  1. Re: media: Textilien, die aus dem Zusammenspiel von digitaler Gestaltung und Handarbeit hervorgehen. Zeichnungen werden zunächst in digitale Renderings übertragen, anschließend in Jacquards oder handgestickte Muster zurückgeführt. Erwartet werden Motive, die sich an Glitches orientieren – gebrochene Ästhetiken, verpixelte Farbverläufe sowie digital überarbeitete Handzeichnungen.
  2. Visible co-work: KI liefert die Entwürfe, der Mensch vollendet sie. Das Design entsteht aus künstlicher Intelligenz und findet seinen Abschluss in handwerklicher Ausführung. Beispiele dafür sind digital bestickte Leinen, 3D-gestrickte Patchwork-­Arbeiten oder generative Muster auf klassischen Stoffen.
  3. Sensing nature: Die Natur bildet hier den ursprünglichen Impulsgeber. Ihre Formen, Rhythmen und Strukturen eröffnen dabei eine Vielfalt, die entschlüsselt werden will. Digitale Werkzeuge übernehmen die Rolle des Übersetzers: Aus der rauen Oberfläche des Ozeans entsteht ein textiles Raster, aus dem über Felsen wachsenden Flechtenmuster wird durch algorithmische Verarbeitung ein dekoratives Motiv.
  4. A playful touch: In einer Zeit, in der Design von Funktionalität und Optimierung geprägt ist, rücken kleine dekorative Details wieder in den Vordergrund – nicht aus Zweck, sondern aus Freude. Eine Rüsche an einem ansonsten minimalistischen Vorhang, ein Neon-Element auf einer naturfarbenen Leinendecke oder eine unerwartet platzierte Quaste: Solche Gesten wirken wie bewusste Unterbrechungen. Sie führen einem vor Augen, dass Freude ein wesentlicher Bestandteil von Gestaltung bleibt – und dass auch Textilien Humor besitzen können.
  5. Crafted irregularity: Gewebe mit Knötchen, unregelmäßigen Färbungen, sichtbaren Nähten und asymmetrischen Abschlüssen rücken in den Mittelpunkt. Diese Materialien verbergen das Handwerk nicht, sondern betonen es – als bewusster Gegenentwurf zur makellosen Perfektion KI-gestützter Gestaltung.
  6. The uncanny valley: Technische Elemente wie Drähte, Anschlüsse oder Spulen werden nicht mehr versteckt, sondern bewusst gezeigt und in Szene gesetzt. Sie erscheinen als sichtbare Details und lenken den Blick auf das Innenleben der Maschine, nicht auf ihre makellose Oberfläche. So entstehen Designs, die das Verborgene offenlegen – und in ihrem verspielten Ausdruck etwas Fremdes, beinahe Außerirdisches entfalten.

Farbpalette von Sand bis Flieder

Die Farbpalette der Heimtextil Trends 26/27 bewegt sich zwischen erdiger Bodenständigkeit und digitaler Irritation: Töne wie Sand, Ton, Ruß, Oliv und Baumrinde vermitteln Stabilität, Materialität und Verbundenheit. Diese natürliche Ruhe wird jedoch gezielt durchbrochen – mit scharfen, synthetischen Akzenten wie säurehaltigem Grün, digitalem Flieder oder leuchtendem Bildschirmblau.

Textiles Erlebnis für alle Sinne

Eindrückliches textiles Interior Design gibt es von Architektin und Designerin Patricia Urquiola: Mit ihrer immersiven Installation "among-all" in Halle 3.0 kreiert sie ein textiles Er­lebnis für alle Sinne und vereint Ästhetik, Komfort, Funktiona­lität sowie Nachhaltigkeit. Die Inszenierung demonstriert, wie KI-gestützte Gestaltung individuelle, menschliche Bedürfnisse aufgreift und innovative Raumkonzepte für Design, Handel und Hospitality ermöglicht. "among-all" zeigt die emotionale und visuelle Kraft von Textilien.

In Halle 3.0 vereint die Heimtextil außerdem zentrale Interior-Design-Sortimente – von Tapeten und Teppichen bis zu Gardinen sowie Sicht- und Sonnenschutz. Neu ist in Halle 4.0 das Markenareal für den Betten- und Matratzenfachhandel. Zusammen mit dem deutschen Fachverband Matratzen-­Industrie e. V. stärkt die Heimtextil das Segment Smart Bedding mit dem neuen Areal Sleep & Meet.

Von Bettwäsche und Badtextilien, über Dekokissen und Tagesdecken, bis hin zu Wohnaccessoires und Lifestyle-­Produkten wie Tisch- und Küchenwäsche: Bed, Bath & Living ist in den Hallen 5.0, 5.1, 6.0 und 6.1 zu finden.

Für das Objektgeschäft liefert die Heimtextil 2026 mit Interior.Architecture.Hospitality ein umfangreiches Programm für (Innen-)Architektur, Interior Design, Hospitality und das Gesundheitswesen. Die Interior.Architecture.Hospitality LIBRARY in Halle 3.1 setzt eine kuratierte Materialauswahl funktionaler Textilien in Szene – ergänzt durch einen Talk Spot für fach­lichen Austausch, exklusive Formate und Produktinnovationen.

Von der Faser bis zum Endprodukt: In den Hallen 3.1 und 4.1 bündelt die Heimtextil 2026 das nach eigenen Angaben weltweit größte Angebot an Möbel- und Dekostoffen sowie an europäischen Webereien – von Dekostoffen über Polster- und Objektstoffe bis hin zu Echt- und Kunstleder. Das Vorstufenangebot Fibres & Yarns schafft zusätzliche Synergien für Hersteller, Webereien und Design.