Milben Krätze-Ausbruch: Das ist mit Textilien zu tun

Bei Krätze (Skabies) verursachen Milben eine Hautkrankheit. Symptome sind starker Juckreiz und Hautbläschen. Wie ist Wäsche von betroffenen Patienten zu behandeln? Es kommt auf die Temperatur an.

Einer Krätzmilbe auf menschlicher Haut.
Einer Krätzmilbe auf menschlicher Haut. - © Sebastian Kaulitzki – stock.adobe.com

"Krätze-Ausbruch im Bethlehem-Krankenhaus: 13 Mitarbeitende betroffen", titelt die Aachener Zeitung online am 6. August 2025. Eine unangenehme Situation für alle Beteiligten. Das Gesundheitsamt wurde informiert – wie bei meldepflichtigen Erkrankungen vorgeschrieben. Und es wurden weitere Maßnahmen ergriffen, darunter entsprechende Textilpflege. Bettwäsche und andere Textilien wurden "in einer spezialisierten Wäscherei standardisiert desinfiziert", schreibt die Zeitung.

Krätze trete in Deutschland wieder vermehrt auf – insbesondere bei Menschen mit geschwächtem Immunsystem, also z.B. bei Älteren oder Vorerkrankten.

Wäscheaufbereitung bei Krätze

Was ist mit Wäsche zu tun, die mit an Krätze oder medizinisch "Skabies" leidenden Patienten in Kontakt kam?

Hinweise gibt der Ratgeber des Robert Koch-Instituts (RKI) mit Stand vom  27. Mai 2025:

  • Bei 34°C Umgebungstemperatur überleben Milben bereits weniger als 24 Stunden, bei 50°C (z.B. Waschmaschine, Trockner) nicht länger als 10 Minuten. Niedrigere Temperaturen und eine höhere relative Luftfeuchtigkeit verlängern dagegen die Überlebenszeit.
  • Theoretisch ist eine Übertragung von Krätzemilben über Textilien wie Bettwäsche, Wolldecken, Unterwäsche oder Verbandsstoffe möglich, aber wegen der rasch abnehmenden Infektiosität außerhalb der Haut, der geringen Milbenzahl auf immunkompetenten Menschen und der langsamen Fortbewegung der Milben bei der gewöhnlichen Skabies in praxi selten.
  • Bei der gewöhnlichen Skabies sollten Maßnahmen vor allem auf Textilien und Gegenstände fokussiert werden, zu denen die Erkrankten längeren/großflächigen Hautkontakt hatten. Die Durchführung sollte während bzw. direkt nach der Behandlung der Erkrankten und Kontaktpersonen erfolgen. Erweiterte Empfehlungen gelten bei Scabies crustosa.
  • Kleider, Bettwäsche, Handtücher und weitere Gegenstände mit längerem Körperkontakt (z.B. Blutdruckmanschette, Pantoffeln, Stofftiere, etc.) sollten bei mindestens 50°C für wenigstens 10 Minuten gewaschen oder mit diesen Bedingungen in einem Trockner erhitzt oder z.B. mit Hilfe eines Heißdampfgeräts dekontaminiert werden.

Die Gütegemeinschaft Verantwortungsvoller Textilservice schreibt zu Krätze in ihrem Online-Erreger-Verzeichnis: Die Wäsche müsse auf einer Waschschleudermaschine gewaschen werden, um die Verschleppung innerhalb der Wäscherei zu vermeiden. Dabei müsse ein thermisches oder chemothermisches Waschverfahren (≥ 60 °C) nach der Liste, der vom RKI geprüften und anerkannten Desinfektionsmittel und -verfahren verwendet werden. Die Infos zur Wäschebehandlung bei Krätzemilben gibt es hier als pdf-Datei zum Download.

Klicktipp: Behandlung von Wäsche mit potenziell gefährlichen Erregern

Von Affenpocken über COVID-19, Krätze und Kopfläuse bis zu Zikafieber: Was tun, wenn Wäsche mit potenziell gefährlichen Erregern im Textilservicebetrieb landet?

Mit der Keim-Datenbank der Gütegemeinschaft Verantwortungsvoller Textilservice e.V. haben Sie die Möglichkeit, sich auf einen Blick über die Wäscheaufbereitung und möglicherweise erforderliche Arbeitsschutzmaßnahmen im Zusammenhang mit keimbelasteter Wäsche zu informieren.