Textilleasing Lebensdauer von Textilien richtig kalkulieren

Wirtschaftlichkeit durch Langlebigkeit: Kann das im Textilservice funktionieren? Curabelle aus Rheine hat nachgerechnet, in einer Fallstudie aus der Praxis, gemeinsam mit einem Pflegeheimbetreiber. Warum demnach eine Investition in Qualität bei Textilien langfristig günstiger und nachhaltiger ist.

Curabelle richtet sich mit aufeinander abgestimmten Kollektionen, bestehend aus Bettwäsche, Frottierwaren, Wohndecken, Bettwaren und Matratzenschutz, an Pflegeeinrichtungen und deren textile Dienstleister.
Curabelle richtet sich mit aufeinander abgestimmten Kollektionen, bestehend aus Bettwäsche, Frottierwaren, Wohndecken, Bettwaren und Matratzenschutz, an Pflegeeinrichtungen und deren textile Dienstleister. - © curabelle GmbH & Co.KG

Bei der Vergabe von Wäschedienstleistungen steht in vielen Ausschreibungen noch immer eine Kennzahl im Mittelpunkt: die Miet- oder Leasingrate für den Anwender. Für den Textildienstleister ist diese Rate unter anderem vom Anschaffungspreis der Textilien geprägt. Im Leasing wird dieser Preis häufig auf die Vertragslaufzeit verteilt, unabhängig davon, wie lange die Wäsche tatsächlich nutzbar bleibt.

Für die betriebswirtschaftliche Betrachtung greift diese Sichtweise jedoch zu kurz. Sie vernachlässigt einen zentralen Faktor für die Wirtschaftlichkeit: die Lebensdauer eines Textils. Erst wenn Anschaffungskosten und Nutzungsdauer in Relation gesetzt werden, entsteht ein realistisches Bild der Kosten pro Nutzung. Hier liegt ein oft übersehener Hebel für die Branche.

Langlebigkeit einberechnen

Wer Langlebigkeit konsequent in die Kalkulation einbezieht, schafft die Grundlage für stabile Margen – nicht durch Kostendruck, sondern durch Mehrwerte. Differenzierte Wäschekonzepte ermög­lichen es, sich am Markt abzuheben und Angebote zu gestalten, die für Anwender selbst unter engen Budgetvorgaben tragfähig sind. Besonders interessant wird dieser Ansatz, wenn langlebige Textilien
als Poolwäsche genutzt werden: Ihre Vorteile entfalten sich unabhängig von Vertragslaufzeiten und sichern so einen betriebswirtschaftlichen Mehrwert – für Dienstleister und für Einrichtungen.

In der Praxis werden Daten zur Lebensdauer bislang selten erhoben. Viele Kalkulationen basieren auf den gängigen Beschaffungsintervallen von zwei bis drei Jahren. Für Entscheider bedeutet das: Die Investition in Textilien wird oft teurer, als es zunächst scheint. Denn wenn nach kurzer Zeit nachbeschafft werden muss, entstehen erneut Kosten.

Dabei lässt sich die Lebensdauer von Textilien messen und belegen – über RFID-Chips, Patchverfahren oder Labor­analysen. Diesen Weg ist das Unternehmen curabelle gemeinsam mit einem Pflegeheimbetreiber gegangen. Bettwäsche, die seit Juni 2018 im Einsatz ist, wurde regelmäßig überprüft: nach drei, fünf und zuletzt nach sieben Jahren.

Das Ergebnis ist betriebswirtschaftlich hoch relevant:

  • Festigkeits- und Scheuerprüfungen belegen auch nach sieben Jahren Einsatzzeit hohe Strapazierfähigkeit.
  • Mischungsverhältnis und Gewicht zeigen kaum Abweichungen: ein deutlicher Hinweis auf keinen nennenswerten Faserverlust und eine weiterhin hohe Belastbarkeit des Gewebes.
  • Lediglich die Farbveränderung, die aufgrund starker Strahlung unter UV-Licht den Einsatz optischer Aufheller vermuten lässt, war festzustellen. Ein Effekt, der mit fachgerechter Pflege vermeidbar ist.

Aus Perspektive des Beschaffers bedeutet das: Auch nach über sieben Jahren muss vorerst keine Neuanschaffung getätigt werden. Der Beschaffungszyklus hat sich von durchschnittlich zwei bis drei auf nun über sieben Jahre verlängert. Damit sinken die Kosten pro Nutzung, gleichzeitig reduziert sich der CO₂-Fußabdruck durch die entsprechend seltener notwendige Produktion von Neuware.

Diese Fallstudie macht deutlich: vermeintlich günstige Textilien können in der Gesamtrechnung teurer sein, wenn sie schneller ersetzt werden müssen. Hochwertige Textilien dagegen verteilen die Anschaffungskosten auf mehr Nutzungen und sichern so einen Wettbewerbsvorteil. Eine Bettwäsche, die doppelt, oder dreimal so lange hält wie eine andere, dürfte zwei- bis dreimal so teuer sein, um gleich wirtschaftlich zu sein.

Für Wäschereien und Textildienstleister eröffnet das strategische Chancen:

  • Planungssicherheit – längere Einsatzzeiten reduzieren die Notwendigkeit häufiger Wiederbeschaffung und stabilisieren die Kalkulation.
  • Effizienzsteigerung – durch geringere Prozesskosten für Nachkäufe und Disposition.
  • Differenzierung am Markt – wer mit nachweislich langlebigen Textilien arbeitet, hebt sich von Wettbewerbern ab, die allein über den Preis argumentieren.
  • Neue Geschäftsmodelle – hochwertige Kollektionen ebnen den Weg vom Lohnwäscheservice hin zu Leasingkonzepten mit klaren Mehrwerten für Einrichtungen.

Fazit: Wer Wirtschaftlichkeit und Nachhaltigkeit in Einklang bringen möchte, kommt an langlebigen Textilien nicht vorbei. Je länger die Nutzungsdauer, desto niedriger die Kosten pro Nutzung – und desto höher die Rendite für Wäschereien. Investitionen in Qualität zahlen sich somit doppelt aus: betriebswirtschaftlich und ökologisch.