Endlich wieder Texcare in Frankfurt am Main, kürzlich die berühmte Buchmesse oder auch die Jahrestagung des DTV und der Gütegemeinschaft… Dies alles vor dem Hintergrund einer atemberaubenden Skyline, hochkarätigen Kulturangeboten, einer vorzüglichen regionalen Küche und der traditionsreichen Geschichte.
Es ist mal wieder 18 Uhr auf der Texcare International 2024, die Messe schließt ihre Tore. Wohin nach so vielen Neuerungen, Innovationen und Fachgesprächen aus der Welt der Textildienstleistung und Wäschereitechnik? Doch noch eine Einladung zu einer Standparty? Bald ins Hotelbettchen oder die Gelegenheit nutzen, die Stadt noch etwas zu erkunden?
Frankfurt am Main, im Herzen der Metropolregion Frankfurt Rhein-Main, zählt zu den führenden Kongressdestinationen in Deutschland und Europa. Die pulsierende Stadt ist weltoffen, bunt, vielfältig und voller Dynamik. Hier trifft Tradition auf Moderne, Backstein auf Glasfassade, Apfelwein auf Riesling, Grüne Soße auf Frankfurter Kranz und Palmengarten auf Großstadtdschungel. Seit mehr als 800 Jahren ist Frankfurt ein Zentrum für Handel und Warenaustausch und bietet eine inspirierende Atmosphäre für innovatives Denken und kreative Ideen.
Die neue lebendige Mitte
Wenn Sie nach einem anstrengenden Messetag noch Lust verspüren, die Stadt zu Fuß zu erkunden, sollten Sie dabei vielleicht am historischen Zentrum, dem Römerberg mit seinen Fachwerkhäusern und dem Römer selbst, beginnen. Die Patrizierhäuser beherbergen seit 1405 das Rathaus der Stadt. Seit 2018 ist die Neue Altstadt auch die neue lebendige Mitte der Stadt. 35 Gebäude sind zwischen Dom und Römerberg neu entstanden, 15 davon als detailgetreue historische Rekonstruktionen.
Denn dort, wo einst die mittelalterliche Altstadt ihren Platz hatte, gab es nach dem Bombenhagel des Zweiten Weltkriegs nur Beton und Brachfläche. Heute haben auch kleinere Kultur-Orte hier Plätze in bester Lage bezogen. So erinnert das „Struwwelpeter-Museum“ in der Straße Hinter dem Lämmchen an den Frankfurter Arzt Heinrich Hoffmann, der das weltbekannte Kinderbuch 1844 für seinen dreijährigen Sohn verfasste.
Auch der Dichter Friedrich Stoltze wird im Haus „Weißer Bock“ mit einem kostenfrei zugänglichen Museum als starke Stimme für Demokratie geehrt. Und für den Sprachwitz seiner Gedichte in Mundart. Von ihm stammt der Frankfurt-Klassiker: „Es is kaa Stadt uff der weite Welt, die so merr wie mei Frankfort gefällt, un es will merr net in mein Kopp enei: Wie kann nor e Mensch net von Frankfort sei!"
Goethe und Grundgesetz
Als Nächstes lohnt es sich, zum Kaiserdom St. Bartholomäus weiterzuziehen. Die prachtvolle mittelalterliche Kirche aus dem Jahr 1239 war bis 1792 die Wahl- und Krönungsstätte der deutschen Kaiser. Auch die nur circa 150 m entfernte Paulskirche atmet Geschichte: Hier tagte 1848 die erste deutsche Nationalversammlung, auf deren Entwürfen das heutige Grundgesetz Deutschlands fußt.
Pflicht für einen Frankfurt-Besuch ist auch das Goethe-Geburtshaus am Hirschgraben, die zentral gelegene Hauptwache, in der unter anderem der legendäre Räuberhauptmann „Schinderhannes“ einsaß, und die nur etwa 50 m davon entfernt liegende Deutsche Börse, die durch die Schmuckfassade aus dem 19. Jahrhundert auch von außen eine gute Figur abgibt.

„Lulu“ und „Rigoletto“
Weiter geht es dann zur „Alten Oper“ aus dem Jahr 1880. Wäre sie ein Mensch, dann könnte man sie als „Grande Dame“ unter Frankfurts Kultureinrichtungen bezeichnen: die „Alte Oper“. Und wie es sich für einen Star gehört, kann sie auf viel Glanz und viel Drama zurückblicken. Den Bau des 34 Meter hohen Gründerzeitgebäudes hatten 67 wohlhabende Frankfurter Bürger/innen ermöglicht, bei ihrer Eröffnung versetzte sie selbst Kaiser Wilhelm I. ins Staunen. Bald mauserte sie sich zu einem der bedeutendsten Opernhäuser des Landes. Nach ihrer Zerstörung im Zweiten Weltkrieg sollte es mehr als 35 Jahre dauern bis sie 1981 wiedereröffnet wurde – und erneut berühmte Dirigenten, Solisten, Ensembles und Orchester auf die Bühne brachte – nur keine Opern mehr, die gibt es in der „neuen“ Oper. Zu Zeiten der Texcare haben Sie die Möglichkeit dort die Oper „Lulu“ von Alban Berg zu genießen. Am 7. November um 19 Uhr und am 9. November um 18 Uhr.
Sollten Sie eher Fan der Musik Giuseppe Verdis sein, dann könnten Sie (zum letzten Mal in dieser Spielzeit) den Klängen des Hofnarrs „Rigoletto“ lauschen (19.30 Uhr), in Frankfurt inszeniert mit starken Bildern und grellen Effekten durch Regisseur Hendrik Müller. Oder doch lieber eine turbulente Komödie von Sébastian Castro mit dem Titel „Ab durch den Schrank“ (täglich um 20 Uhr in der Komödie, Neue Mainzer Straße)? Der bekannte Kabarettist Ingo Appelt erwartet Sie am 8. November in der Jahrhunderthalle (20 Uhr). In einem kleineren Konzertort, nicht so weit von der Messe entfernt, in der „Brotfabrik“, gastiert ebenfalls am 8. November, die Singer / Songwriterin und „Vollblutperformerin“ Magdalena Ganter und am 7. November das Indie-/ Pop-Duo „Bruckner“.
Weit über die Grenzen der Stadt ist der Tigerpalast, ein seit Jahrzehnten renommiertes Varieté-Theater, bekannt. An den Messetagen läuft dort die „Internationale Herbst-/ Winterrevue“. Dazu wird ein 3-Gänge-Menü gereicht. Einen Namen für Kabarett-Veranstaltungen hat sich „Die KÄS“ (Kabarett Änderungsschneiderei) in der Innenstadt am Zoo gemacht. Dort sind am 7., 8. und 9. November (20 Uhr) Veranstaltungen mit Anna Schäfer, Johannes Flöck oder Helmut Schleich.

Botanische Weltreise?
Oder haben Sie nach der textilen Vielfalt auf der Texcare-Messe noch Lust auf einen Wüstentrip, eine Dschungeltour oder eine Reise durch einen Mangrovenwald? Im Frankfurter Palmengarten lässt sich spielend leicht auf botanische Weltreise gehen und einmal quer durch die Klimazonen der Erde spazieren. In der rund 20 Hektar großen Parkanlage wächst und wuchert im Freiland und in verschiedenen Gewächshäusern alles, was die Welt der Flora zu bieten hat: zarte Blüten, opulente Rhododendren, pieksige Riesenkakteen, alpine Kräuter und fleischfressende Exoten. Und natürlich die namensgebenden Palmen. Einige mächtige Exemplare sind mehr als 100 Jahre alt. Prunkstück des Gartens ist das 1869 eröffnete, 18 Meter hohe Palmenhaus, das bis heute zu den größten Europas zählt (bitte beachten Sie die kürzeren Eintrittszeiten im November)

Das pulsierende Museumsquartier
Das einzigartige Museumsufer am Main bietet eine bemerkenswerte Themenvielfalt auf engstem Raum – ein deutschlandweit herausragendes Kulturphänomen. Das pulsierende Museumsquartier in der Nähe der rekonstruierten Altstadt, mit dem Historischen Museum, der Schirn Kunsthalle, dem MMK Museum für Moderne Kunst und vielen weiteren Museen und Ausstellungsorten komplettiert das kulturelle Angebot. Tauchen Sie ein in die Welt der Kunst, wo jedes Museum seine eigene Sprache spricht.
Im Städel Museum begegnet man Meisterwerken, die durch Jahrhunderte flüstern, während die SCHIRN Kunsthalle und das MUSEUM MMK für Moderne Kunst den Puls der Zeit in Kunst übersetzen. Das Museum Giersch der Goethe-Universität öffnet Fenster zu künstlerischen Forschungen, der Frankfurter Kunstverein sowie der Portikus laden ein, Kunst abseits des Bekannten zu erkunden. Im Caricatura Museum lacht die Kunst, im Fotografie Forum Frankfurt erzählt sie in Bildern. Selbst die Finanzwelt findet mit dem Geldmuseum der Deutschen Bundesbank und dem Deutsche Börse Visitors Center ihren Platz in Frankfurts Kulturpanorama.
