Zu Besuch in der Innsbrucker Wäscherei Nicht nur Zahlen im Blick

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    Walter Imp, Albert Pakfeifer, Verena Erhart und Michael Klamminger.Foto: ve
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    Der Betrieb liegt vor der beeindruckenden Bergkulisse Tirols.Foto: Pakfeifer
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    LinksBis ins Jahr 1992 wurde der komplette Maschinenpark durch neue Technik ersetzt.
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    RechtsEin Blick in die Betriebsräume der Innsbrucker Wäscherei.Fotos: Pakfeifer

Nicht nur Zahlen im Blick

Die Innsbrucker Wäscherei, deren Geschäftsführer Albert Pakfeifer ist, liegt in direkter Nähe des Innsbrucker Flughafens. Im Jahr 1980 wurde das Unternehmen als Hotelwäscherei gegründet. 1985 übernahm Albert Pakfeifer den Betrieb, wie er sich erinnert, in desolatem Zustand. Fünf Hotelbetreiber hatten den Betrieb damals gegründet. „Einziges Ziel war, billig zu waschen“, blickte Pakfeifer zurück in diese Anfänge der Unternehmensgeschichte. Im Betrieb gab es keinen Wäschereifachmann, und so investierten die Betreiber in nicht leistungsfähige Maschinen und bekamen auch technische Probleme nicht in den Griff.

Mit hohen Investitionen und viel Herzblut brachte Pakfeifer den Betrieb dann wieder auf Vordermann. Bis ins Jahr 1992 hatte er nahezu das komplette Betriebsinventar durch Neuinvestitionen ersetzt. Der Erfolg belohnte den Geschäftsmann: „Innerhalb von zwei Jahren sind wir in die schwarzen Zahlen gekommen, seither erzielen wir gute Ergebnisse“, berichtete der Unternehmer seinen Besuchern. „Wir generieren einen Cashflow von 30 Prozent“, gab Pakfeifer einen Einblick in das Geschäft. „Nur ein wirtschaftlich gesundes Unternehmen ist auch wettbewerbsfähig“, ist seine Überzeugung.

Dabei ist Pakfeifer keineswegs ein Geschäftsmann, der nur die Zahlen im Blick hat. Für die rund 20 Mitarbeiter ist der Betrieb mehr als eine Arbeitsstätte, der Zusammenhalt im Unternehmen ist groß. Pakfeifer setzt dabei auf ein partnerschaftliches Miteinander. Die Fluktuation im Unternehmen ist dementsprechend gering, Pakfeifer verzeichnet eine durchschnittliche Verweildauer seiner Mitarbeiter von zwölf Jahren. Seine langjährigste Mitarbeiterin ist bereits seit 28 Jahren im Betrieb beschäftigt.

„Ein Unternehmen steht und fällt mit den guten Mitarbeitern“, sagte Pakfeifer. Für ein gutes Betriebsklima sei es wichtig, dass Fehler nicht bei den Mitarbeitern gesucht werden. „Vorwürfe sind hier Fehl am Platz“, erklärte der Unternehmer. Vielmehr müsse man sachlich analysieren, warum ein Fehler passiert ist, und überlegen, wie die Fehlerquelle in Zukunft ausgeschlossen werden kann. „Am besten ist es, wenn man die Fehler zuerst bei sich selbst sucht“, meinte er.

Besonders wichtig ist Pakfeifer, auch invaliden Menschen eine Beschäftigung zu bieten. Die Arbeitsplätze dieser Mitarbeiter im Betrieb wurden auf ihr jeweiliges Handicap angepasst und umgestaltet. „Diese Mitarbeiter sind sehr engagiert und leisten viel“, erklärte der Unternehmer.

Mit Betriebsausflügen, die er regelmäßig organisiert, möchte er der Belegschaft zeigen, dass sie ein wichtiger Teil des Unternehmens sind. Vor kurzem ging es z.B. mit dem Flugzeug nach Wien. Zwei Tage, an die sich die Mitarbeiter noch gerne erinnern.Im Ein-Schicht-Betrieb werden täglich 6 t Wäsche bearbeitet. Zu den Kunden Pakfeifers zählen Häuser der gehobenen Gastronomie und Hotellerie aus Innsbruck und Umkreis. „Das sind z.B. Nobelrestaurants und Vier- bzw. Fünf-Sterne-Häuser“, erklärte Pakfeifer. Hauptsächlich haben die Hotels ihre eigene Bettwäsche. „Die Häuser setzen sehr auf ihre individuelle Note und wollen sich von den anonymen Businesshotels abheben“, erzählte Pakfeifer. Aber auch Mietwäsche bietet die Wäscherei an.

Zu zahlreichen Kunden hat Pakfeifer eine starke persönliche Bindung. Die Geschäftsbeziehungen sind daher sehr eng und bestehen meist schon seit vielen Jahren. Die Geschäfte werden meist mit Handschlag besiegelt.

Mit reinen Kostenrechnern, die nur nach dem Preis gehen und ihre Dienstleister unter Druck setzen, möchte Pakfeifer dagegen nicht ins Geschäft kommen.

Das Erfolgsgeheimnis des Unternehmers sind Qualität und Service. Das möchte er seinen Kunden immer garantieren. Darum sagt er auch schon einmal einen Auftrag ab, wenn die Wäscherei ausgelastet ist.Vanessa Ebert