Vor Ort:Reinigungstechnik bei Flower-Fresh in Frankfurt-Niederrad Nostalgie und neue Technik

Mitten in Frankfurt-Niederrad betreibt Markus Lorth seit Jahrzehnten die Flower-Fresh-Reinigung. Kürzlich konnte er den Standort durch einen längerfristigen Mietvertrag sichern und so beschloss er, in neue Reinigungstechnik zu investieren.

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    LinksVoll zufrieden ist Markus Lorth mit seiner neuen Per-Reinigungsmaschine, die auch durch ein attraktives Äußeres besticht.
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    RechtsDas gut gefüllte Speicherband des Lorth-Betriebs in Frankfurt-Niederrad zeigt, dass dieser Standort ordentliche Umsätze erbringt.Fotos: kpl
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    Ein kürzlich abgeschlossener längerfristiger Mietvertrag der Flower-Fresh-Vollreinigung, sichert den Standort des Reinigungsunternehmens.

Nostalgie und neue Technik

EEWeitermachen oder aufhören – vor dieser Entscheidung stand Markus Lorth, Chef der Flower-Fresh-Reinigung. Wobei das Aufhören nicht ganz so freiwillig gewesen wäre, vielmehr lief der Mietvertrag für sein Betriebslokal aus und der Vermieter wälzte große Baupläne. Doch es kam ganz anders: Die Pläne wanderten in die Schublade und Lorth bleibt der hervorragende Standort erhalten.

Frankfurt-Niederrad – dieser Ortsnamen bedeutet Beton, Stahl und Glas. In der Bürostadt ballen sich diese drei Baustoffe zu einer Dichte, die fast nicht mehr glauben lässt, dass hier auch Menschen ihren Platz haben. Ein faszinierendes Bild dieser futuristisch anmutenden Konzentration von Verwaltungsbauten ergibt sich besonders von der Bahnstrecke aus.

Von sechs Filialen zu einemBetrieb

Allerdings: Niederrad kann auch anders – es ist nicht nur Bürostadt, es ist ein gewachsener Frankfurter Stadtteil südlich des Mains mit einer heterogenen Bevölkerungsstruktur. Dass in Niederrad verhältnismäßig viele Menschen arbeiten und wohnen, für die gehobene Kleidung alltäglich ist, die Angehörigen der „White-Collar“-Berufsgruppen mithin, ist seit Jahr und Tag der große Glücksfall für den Standort eines Textilpflegebetriebs. So konnte und kann Markus Lorth relativ beruhigt in die Zukunft seines Unternehmens sehen, denn an seinem Kundenpotenzial dürfte sich in absehbarer Zeit kaum etwas ändern. Selbstverständlich lebt auch Lorth nicht auf einer „Insel der Seligen“. Er musste sich nach Spitzenzeiten für die Reinigung, in denen er bis zu sechs Filialen betrieben hatte, den Marktgegebenheiten anpassen und hat nunmehr seine unternehmerischen Aktivitäten auf den Betrieb in Niederrad konzentriert.

Die Treue der Stammkunden ist das eigentliche Kapital der Reinigung. Sie machen 95 % der Kundschaft aus. Davon wird auch die Arbeitsweise im Textilpflegebetrieb von Markus Lorth bestimmt. Ständig und pünktlich erstklassige Qualität zu produzieren, ist sein Gebot. Bewährtes und gut ausgebildetes Personal, das z. T. seit vielen Jahren bei ihm beschäftigt ist, hilft dabei, das Qualitätslevelhochzuhalten und die zugesagten Termine einzuhalten.

Mehrere Investitionen – ein Lieferant

Wie eingangs erwähnt, hat Markus Lorth sich für eine Neuinvestition in der Reinigungstechnik entschieden, nachdem eine Weiterexistenz am angestammten Standort gesichert war. „Am überzeugendsten fand ich die neue Technik des Hauses Böwe“, erzählt der Reiniger. Das Vertriebsunternehmen Ziermann aus dem badischen Sasbach, das Böwe im Südwesten Deutschlands vertritt, habe den Hersteller kompetent repräsentiert. Und so entschied sich Lorth für eine Reinigungsmaschine aus Augsburger Produktion, eine
P 21. Spitzentechnik für Spitzenqualität – die Böwe-Maschine aus der „Premium-Line“-Serie entsprachdem hochgesteckten Anforderungsprofil.

Da die Reinigung mit zentraler Dampfversorgung ausgestattet ist, kam nur eine dampfbeheizte Reinigungsmaschine in Frage. Und da auch die Kesselanlage erneuerungsbedürftig war, griff Lorth etwas tiefer in die Investitionskasse und „spendierte“ seinem Betrieb einen neuen Dampferzeuger, eine Anlage aus dem Hause Jumag, die ebenfalls von Ziermann geliefert wurde.

Chromschmuck für den Oldtimer-Optik

Seit April dieses Jahres glänzt nun die P 21 mit ihrer Beladekapazität von 21 kg im Lorth-Betrieb; sie glänzt tatsächlich, denn das Design der Premium-Line gibt sich weniger karg und nüchtern, sondern wartet mit sparsamem, aber dennoch attraktivem Zierrat aus verchromten Teilen auf. Hier gibt es gewisse Ähnlichkeiten zur derzeitigen Automode, die den viele Jahre verbannten Chromschmuck wieder ins Design miteinbezieht – optische Labsal für Oldtimer-Nostalgiker.

Nostalgisch ist allerdings nichts an der Technik der Maschine, die bis jetzt zur Zufriedenheit bei Lorth ihren Dienst tut. Im Gegenteil: Die 6. Generation aus der Augsburger Rumplerstraße besticht durch eine Reihe von Verbesserungen und Optimierungen, die der Qualität des Warenausfalls, der Wirtschaftlichkeit des Betriebs und dem Bedienkomfort dienen. Um nur ein Highlight aus der Liste anzuführen, die Markus Lorth besonders schätzt, sei die neu konzipierte Luftführung in der Trocknungsphase zu nennen.

Eine runde Sache

So wurde der Luftkanal hinsichtlich Dimension und Form überarbeitet, so dass jetzt die Trocknung effizienter und damit zeit- und energiesparender abläuft. Verschwunden ist der eckige Kasten der Destillation. Der zeitgemäße Destillationsbehälter ist zylindrisch geformt, was die Wartung und Säuberung dieses entscheidenden Bauteils erleichtert. Die runde Geometrie der Destillation verbessert außerdem die Energieausbeute, so dass sich auch hier wirtschaftliche Vorteile ergeben. Die runde Optik ist offenbar zu einem Leitmotiv geworden. Denn auch der Wasserabscheider ist zylindrisch ausgebildet ebenso wie das Gehäuse des Nadelfängers und Flusenfilters.

Besticht die neue Maschine durch eine elegante Vorderfront und einen klar gegliederten, aufgeräumten Technikbereich, wirkt ihr akustischer Auftritt eher verhalten. Der Lüftermotor flüstert geradezu und beim Abschleudern kann man sich unmittelbar neben der Maschine noch fast ungestört unterhalten, ohne die Stimme zu strapazieren. Auf Wunsch von Lorth wurde ein zweites Ökofilter-Aggregat installiert, denn Lösemittelpflege ist, so der Reiniger, eine der wichtigsten Voraussetzungen für den exzellenten Warenausgang, den seine Kunden gewohnt sind.

Energiekosten im Waschbereich senken

Prinzipiell arbeiten die Maschinen der 6. Generation bereits sehr ökonomisch, als Bonbon setzt man im Lorth-Betrieb das Kühlwasser der Reinigungsmaschine für die Waschtechnik ein, was die Energiekosten im Waschbereich senkt. Denn hier hat sich im Laufe der letzten Jahren eine kleine Revolution abgespielt: Der Oberhemden-Service hat sich trotz heftigen Preiswettbewerbs fast explosiv entwickelt. Heute bearbeitet Lorth im Monat durchschnittlich gut 5.000 Hemden.

Für die nächsten Jahre hat Lorth nunmehr bestens vorgesorgt, was die technische Einrichtung seines Unternehmens angeht. Und auch um seine Umsätze wird er sich kaum sorgen müssen, das Kundenpotenzial dürfte stabil bleiben. Und dass der Wettbewerb in Gestalt des neuen Fred Butler ihm zu schaffen machen wird, dürfte eher unwahrscheinlich sein. Fkpl