Im Juli hat die HTS Top Care GmbH mit der Marke Boco einen 2.400 m2 großen Wasch- und Bearbeitungsbetrieb in Creußen eröffnet. Technisches Herzstück des Betriebes ist Poka Yoke, eine in Europa einmalige Sortieranlage mit 100%iger Zuordnungsgarantie.
Porsche unter den Sortieranlagen
EEMikado, Sushi, Pokemon. Künftig wird man sich einen weiteren japanischen Begriff merken müssen: „Poka Yoke“ (siehe Kasten Seite 11), was so viel bedeutet wie „Vermeiden von Fehlern“ oder „fehlerhandlungssicher“. Eva Schubert, Niederlassungsleiterin in Creußen, berichtet stolz: „Das Prinzip für diese Null-Fehler-Produktion wurde von Porsche übernommen und an das Wäschereisystem angepasst.“ Die High-Tech-Maschine zur Fehlervermeidung besteht aus neun Aufgabestationen, drei Feinsortierplätzen sowie 70 Tablettförderern mit je zehn Tabletts. Der Wäschefluss wird durch etwa 1.100 Lämpchen unterstützt. Die zeigen der Mitarbeiterin an, welches Stück auf welches Tablett gehört. Hat sie das Teil abgelegt, bestätigt sie den Vorgang und das vormals rote Licht schaltet auf Grün. 10.000 Teile Bewohnerwäsche weisen die 38 Mitarbeiterinnen der Wäscherei so jeden Tag fehlerfrei zu – bis zur letzten Socke.
Die Männer und Frauen arbeiten im 2-Schicht-Betrieb und sorgen mit den Kollegen aus dem Innendienst und Fuhrpark dafür, dass täglich 300 Kunden von Nürnberg über Würzburg bis Dresden und Magdeburg frische Wäsche erhalten.
Das Klientel kommt aus dem Gesundheitsbereich, hauptsächlich Senioren-, Pflege- und Rehaeinrichtungen sowie einige Krankenhäuser. Neben der Bewohnerwäsche liefern sie täglich rund 3.000 Teile Berufskleidung. Die Wäscherei ist gemäß der geltenden Hygienevorschriften für Krankenhauswäsche in eine unreine und reine Seite getrennt. In Durchlade-Waschmaschinen mit bis zu 80kg Fassungsvermögen wird je nach Verschmutzungsgrad und Waschempfehlung vollautomatisch das Waschmittel pro Waschmaschine dosiert. Die Mitarbeiter erfahren über ein Matrixcode auf Patchbasis, woher das Teil stammt und wie es gewaschen und getrocknet werden muss.
Dieser Code haftet jedem Wäscheteil an. „Er kann nur bei einem Temperatur von 180 °C wieder entfernt werden“, versichert Marco Runge, stellvertretender Betriebsleiter des Werkes Birkenfeld. Er hat die Kollegen in Creußen in den vergangenen Monaten beraten und mit ihnen seine Erfahrungen und Kenntnisse geteilt. Knowledge-Sharing heißt das in der Fachsprache. 20 Mitarbeitern aus den Bereichen Operations/Logistics, Betriebsorganisation und IT haben den 4-Mio.-Euro-Bau betreut, den HTSinklusive der Planungsphase innerhalb von nur zehn Monaten realisiert hat.
Eine weitere gewinnbringende Zusammenarbeit ergab sich während der Bauarbeiten mit dem Vermieter des Geländes, der Spedition Maisel, Creußen. Sie übernahm wichtige Transportaufgaben.
Die Stadt Creußen unterstützt die insgesamt 60 Mitarbeiter des Standorts mit einer exklusiven Busanbindung.Auch für die Regeneration in den Pausen ist bestens gesorgt. „Wir haben einen freundlichen, lichtdurchfluteten Aufenthaltsraum mit komplett ausgestatteter Küche und bequemen Sitzmöbeln geschaffen. Und während der warmen Jahreszeit können die Mitarbeiter auf Bänken auf unserem Außengelände eine Verschnaufpause machen“, berichtet Schubert.
Für das berühmte Quäntchen Glück sorgten die Führungsriege und ihre Gäste bei der Eröffnungsfeier am 6. Juli. Sie sähten Glücksklee in Blumentröge vor dem Werkseingang und Harald Mild, Oberbürgermeister der Stadt Creußen, wünschte obendrein, „was man jemanden nur selten wünschen kann: Dass Sie viel schmutzige Wäsche zu waschen haben“. Free