Pressekonferenz German Fashion Modeverband: Lage der Bekleidungsindustrie

Die wirtschaftliche Lage der deutschen Bekleidungsbranche bleibt angespannt. Rückläufige Umsätze, hohe Zölle und geopolitische Unsicherheiten bremsen viele Bereiche der Modebranche. Einziger Lichtblick: Die Nachfrage nach Arbeitskleidung und vor allem Hosen boomt wie nie sowohl im Inland wie auch Ausland.

Symbolbild: Mann im Anzug zeichnet mit dem Finger eine steigende Kurve auf einem Balkendiagramm nach.
© German Fashion

Der German Fashion Modeverband ist eine Interessenvertretung der deutschen Bekleidungsindustrie mit 350 Mitgliedern. Neben Herstellern von Damen- und Herrenmode, Outdoorbekleidung, Strumpfwaren und Nachtwäsche sind dort auch zahlreiche Anbieter von Arbeits- und Berufskleidung vertreten. Auf der Pressekonferenz in Köln zeichnete der Verband ein düsteres Bild für die wirtschaftliche Lage der Branche.

Workwear wächst – Bekleidungsindustrie schrumpft

2024 nahm der Umsatz mit Arbeits- und Berufskleidung in Deutschland um 3,1 Prozent zu. Das entspricht einem Plus von 20 Millionen Euro im Vergleich zum Vorjahr. Der Gesamtumsatz lag damit bei 661,8 Mio. Euro. Ganz im Gegensatz dazu steht der allgemeine Trend im Bekleidungsgewerbe: Die Umsätze von Oberbekleidung, Wäsche und Strumpfwaren brachen ein. Insgesamt gingen sie um 2,3 Prozent zurück und erzielten nur noch 6,12 Mrd. Euro Umsatz.

German Fashion warnt vor Euphorie

Trotz des Aufschwungs im Workwear-Segment bleibt die Lage angespannt. Der Modeverband German Fashion warnte trotz der positiven Entwicklung vor zu großer Euphorie und verwies auf Risiken, wie die geopolitische Lage und die hohen Zölle auf Exportgüter. Diese könnten die Beschäftigung und das Wachstum bremsen. Besonders gefährdet seien Unternehmen mit starker Exportabhängigkeit von einzelnen Ländern.

Exportmärkte im Blick: Chancen und Risiken

Ein Ausweg könnte die Erschließung neuer Absatzmärkte und die Ausweitung der Exporte sein. Ein ideales Beispiel sind die Länder Griechenland, Lettland und Kroatien. Ihr Exportanteil von Bekleidung aus Deutschland stieg zuletzt deutlich auf größtenteils zweistellige Zahlen. Dennoch dominieren weiterhin Polen, Österreich und die Schweiz als wichtigste Abnehmer für deutsche Bekleidungsartikel. Diese drei Länder importierten 2024 Waren im Wert von 10,88 Mrd. Euro. Damen- und Herrenhosen erwiesen sich dabei als Exportschlager.

Alle Konjunkturdaten des Bekleidungsgewerbes im Detail finden Sie hier.