Wäscherei Elite Regelmäßig auf Effizienz prüfen

Bei der Bearbeitung von Flachwäsche hat die Wäscherei Elite, Braunschweig, sehr gute Erfahrungen mitMaschinen aus zweiter Hand gemacht. Weil die Geräte günstig sind, muss Unternehmer Frank Unverhau keine Kredite aufnehmen – und kann den Maschinenpark rasch an neue Anforderungen anpassen.

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    LinksDie Anlage für die Wäscheeingabe ist nicht auf Quantität, sondern auf Qualität ausgerichtet.
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    RechtsEine Streckmaschine bereitet die Wäsche effizient auf das Mangeln vor und entlastet die Mitarbeiterinnen.
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    LinksNach der maschinellen Faltung ist sorgfältige Handarbeit erforderlich.
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    RechtsUnternehmer mit Augenmaß: Frank, Annette und Harald Unverhau (v.l.n.r.).

Regelmäßig auf Effizienz prüfen

30 Jahre hatte die Mangel treue Dienste geleistet. Als Frank Unverhau vor zehn Jahren den Familienbetrieb in vierter Generation übernahm, waren die Tage des Oldtimers gezählt: „Die Zeiten hatten sich geändert. Bei aller Nostalgie musste ich in ein neues Gerät investieren, damit wir effizient produzieren konnten“, berichtet der Geschäftsführer und Prokurist der Wäscherei Elite.

Unverhau ist ein Unternehmer, der mit Augenmaß investiert. Diese Strategie hat sich seit der Gründung der Wäscherei 1930 durch Urgroßmutter Frieda Unverhau und deren Sohn Kurt bewährt. „Ich habe mich deshalb auch nach gebrauchten Geräten umgesehen“, berichtet er. Er hatte Glück: Der Kannegiesser-Doppelroller 3.000u900 Millimeter ist heute noch in Betrieb. „Wir konnten die Leistung um 40 Prozent steigern“, so der Unternehmer. Zudem wurde das Finish nach dem Motto „Qualität, die sich gewaschen hat“ verbessert. Ebenfalls gebraucht ist eine Kannegiesser-Eingabemaschine, die Unverhau durch Vermittlung des Herstellers zum gleichen Zeitpunkt erwarb. „Sie ist nicht auf Hochleistung ausgerichtet, sondern soll unsere Qualitätsansprüche erfüllen“, erklärt er. Mit der Faltanlage von Kannegiesser wurde die Finishabteilung komplett. „Ich kaufte eine neuwertige Maschine aus zweiter Hand“, so Frank Unverhau. Die Reversierfaltung entspricht den betriebsspezifischen Gegebenheiten. „Die Flachwäsche wird maximal zweimal vorgefaltet. Es ist zwar weiterhin Handarbeit und somit ein relativ hoher Personaleinsatz erforderlich, aber wir haben ein Superfinish“, schwärmt der Geschäftsführer.

Für die Vorbereitung der Flachwäsche für das Finishing wird indessen nur noch eine Mitarbeiterin gebraucht: Die Kleindienst MVQ – ebenfalls gebraucht – streckt die Teile perfekt, so dass sie quer in die Mangel eingegeben werden können. Die zweite Kollegin, die früher für das anstrengende manuelle Strecken gebraucht worden war, wird seitdem in einer anderen Abteilung eingesetzt. Heute noch ist Frank Unverhau froh, dass er preiswerte, aber tiptop funktionsfähige Maschinen gekauft hat und keinen Kredit aufnehmen musste: „Damals haben wir rund 400 bis 500 Kilogramm am Tag bearbeitet, wovon rund 80 Prozent Flachwäsche waren.“ Heute wird das Dreifache verarbeitet, aber nur noch rund 50 Prozent davon sind Flachwäsche. „Viele Senioren, die früher ihre Bettwäsche und Tischtücher bei uns waschen ließen, leben heute in Heimen“, sagt der Unternehmer. Stattdessen werden nun meistens größere Posten aus Hotellerie und Gastronomie, aber auch aus Pflegeheimen und Gewerbebetrieben bearbeitet. „Wir sind eine Allroundwäscherei geblieben und waschen mit Ausnahme von Gesundheitswäsche alles“, so Frank Unverhau.

An die neuen Anforderungen möchte er nun die Technik anpassen. Deshalb plant er den Kauf neuer Eingabetechnik: „Nur dann können wir die Preise stabil halten“, ist der Unternehmer überzeugt. Doch wie Vater Harald und Mutter Annette Unverhau, die von 1973 bis 1997 den Betrieb leiteten und heute noch im Team mit zwölf Beschäftigten mitarbeiten, investiert auch Frank Unverhau nie „fünf Minuten vor der Angst“: „Ich sehe mir in aller Ruhe Angebote an und irgendwann finde ich eine Maschine, die in unseren Betrieb passt.“ Sie darf gern wieder aus zweiter Hand kommen, sofern sie gut erhalten ist. Wenn es sein muss, zieht der Chef den Overall an und erledigt kleinere Reparaturen selbst. Mit den Verteuerungen von Energie und Wasser hat Frank Unverhau auch die übrige Technik Schritt für Schritt mit dem Erwerb von kostengünstigen Gebrauchtgeräten erneuert. Dabei hat er immer das mittelständische Firmenprofil im Blickfeld gehabt: „Wir haben kein Transportunternehmen, sondern eine Wäscherei. Deshalb bedienen wir nur Kunden in einem Radius von 60Kilometern.“

Täglich liefern zwei Fahrer die Wäsche an. Sie wird sorgfältig vorsortiert, damit nicht die gefürchtete „rote Papierserviette“ oder andere Fremdkörper in die Waschmaschine geraten. Kleine Posten bis zu fünf Kilogramm werden in nummerierten Netzen gewaschen, größere so aufgeteilt, dass die Kammern gut ausgelastet sind. Gewaschen wird in fünf Waschschleudermaschinen (hauptsächlich Pharmagg „Favorit“) mit unterschiedlichen Ladekapazitäten. Wichtige Auswahlkriterien für die Maschinen aus zweiter Hand waren neben einer gepflegten Optik die Möglichkeit, sie an Rückgewinnungssysteme anzuschließen, sowie sparsamer Wasser- und Energiebedarf. Ein weiterer Vorteil der „Favorit“ ist die gewichtsabhängige Dosierung von Wasser und Chemie.

Über eine Mikroprozessorsteuerung können die Waschgänge nach den kundenspezifischen Anforderungen programmiert werden. Ende des vorigen Jahres nahm der Unternehmer eine neue Dosierungsanlage von Ecolab in Betrieb, die die Maschinen – ebenfalls jeweils nach Kundenwunsch – mit flüssiger Chemie oder Waschpulver versorgen. „Eine ausgereifte Technik“, lobt der Senior. Die Anlage gewährleiste nicht nur gleich bleibende Qualität, sondern auch eine exakte Ermittlung des Waschmittelbedarfs. Auch künftig soll die Wäscherei immer wieder an die aktuellen Erfordernisse angepasst werden. So möchte Frank Unverhau irgendwann durch eine Rückgewinnung Ressourcen erschließen. „Für eine Nachrüstung geeignete Angebote zu finden ist aber schwierig“, befürchtet er. Weil die Entwicklung nicht stehen bleibt, ist die Erneuerung der Mangeltechnik ebenfalls ein Thema: „Heute gibt es ganz andere Möglichkeiten zur Energieersparnis als vor zehn Jahren.“ Spätestens dann ist eine Erweiterung der Bausubstanz notwendig. Wäscheleasing im großen Stil soll auch künftig keine Rolle spielen. Unverhau: „Wir haben einen Fundus Tischwäsche, die wir gelegentlich an Caterer oder Gastronomen zur Überbrückung von Engpässen und zu anderen Gelegenheiten vermieten.“ Er müsse und wolle nicht alles machen, sondern den Betrieb auf solider Basis weiterentwickeln. Dazu gehöre auch ein ausgewogener Auftragsmix: „Wir wollen uns nicht von Großkunden abhängig machen und Preise diktieren lassen“, sagt er. Die Kunden wolle er auch künftig mit Qualität überzeugen, aber auch die Kollegen leben lassen. Reinhard Wylegalla