Von KI-Anwendungen über moderne Rettungsfahrzeuge bis hin zu spektakulären Einsatzübungen: Die RETTmobil International 2026 lockte 30.000 Fachbesucher aus 28 Nationen nach Fulda. Die starke Resonanz sorgt bereits jetzt für großes Interesse an der Jubiläumsausgabe 2027.

Drei Tage lang stand Fulda im Zeichen von Einsatztechnik, Mobilitätslösungen und Konzepten für den Zivil- und Katastrophenschutz. Auf rund 70.000 Quadratmetern präsentierten etwa 500 Aussteller ihre Produkte und Entwicklungen für Rettungsdienst, Notfallmedizin, Feuerwehr und Bevölkerungsschutz. Messechef Manfred Hommel zog eine positive Bilanz: Die Messe habe die Erwartungen gerade vor dem Hintergrund wirtschaftlicher und geopolitischer Herausforderungen übertroffen. Aussteller hätten von erfolgreichen Gesprächen und Geschäftsabschlüssen mit internationalen Partnern berichtet.
Technik und Digitalisierung im Fokus
Im Mittelpunkt der Fachausstellung standen neue Fahrzeuggenerationen führender Hersteller – von Rettungswagen über Krankentransportlösungen bis zu Mobilitätskonzepten. Daneben präsentierten Unternehmen notfallmedizinische Gerätetechnik, mobile Ausrüstung, Funk- und Signaltechnik, Mobile Devices, Anwendungen aus den Bereichen Künstliche Intelligenz und Robotik sowie persönliche Schutzausrüstung.
Ein weiterer Schwerpunkt lag auf digitalen Lösungen: Zu sehen waren Telenotarzt-Systeme, Plattformen für Einsatzdokumentation sowie Anwendungen für Großschadenslagen und Krisenmanagement. Nach Angaben des Veranstalters bildete die Messe damit die Entwicklungen in den Feldern Technik, Digitalisierung, Ergonomie und Nachhaltigkeit im Rettungswesen ab.
Praxisvorführungen und Übungen
Das Rahmenprogramm umfasste Live-Demonstrationen, Einsatzübungen und Fachvorführungen. Zu den stark frequentierten Programmpunkten zählte eine Einsatzübung des ASB gemeinsam mit der Berufsfeuerwehr Frankfurt am Main und der Feuerwehr Fulda. Die Einsatzkräfte demonstrierten die Rettung einer in einem Müllsammelfahrzeug eingeklemmten Person. Das Szenario basierte auf einem realen Einsatz aus dem Jahr 2023.


Ein weiterer Anziehungspunkt war die Landung eines Intensivtransporthubschraubers der Johanniter-Luftrettung neben dem Messegelände. Besucher konnten den Hubschrauber besichtigen und erhielten Einblicke in Medizintechnik, Ausstattung und Einsatzabläufe der Luftrettung. Ergänzt wurde die Präsentation durch eine Materialschau sowie Informationen zu Karrierewegen in diesem Bereich.
Stark nachgefragt waren laut Veranstalter die Fortbildungen und Workshops, darunter die Trainings der LUKAS RESCUE LEAGUE mit dem Schwerpunkt „Realitätsnahe Patientenrettung bei Verkehrsunfällen“, die bereits vor Messebeginn weitgehend ausgebucht waren. Auf dem Offroad-Parcours konnten Besucher Einsatzfahrzeuge unter realistischen Bedingungen testen.
Fachpolitischer Dialog und „Elefantentreffen“
Neben der Ausstellung diente die Messe dem fachpolitischen Austausch. Hessens Innenminister Prof. Dr. Roman Poseck bezeichnete Fulda bei der Eröffnung als „Welthauptstadt des Rettungswesens“. Vertreter aus Hilfsorganisationen, Feuerwehren und Behörden nutzten die Plattform für Gespräche zu Bevölkerungsschutz und Ehrenamt.


Im Rahmen der Messe fand zudem das jährliche „Elefantentreffen“ statt. Dort kamen Vertreter aller großen Hilfsorganisationen – ASB, DRK, JUH, MHD und DLRG – mit dem Deutschen Feuerwehrverband (DFV), dem Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) sowie hochrangigen Vertretern der Bundeswehr zusammen. Themen waren aktuelle Herausforderungen im Bevölkerungsschutz und Fragen der gesellschaftlichen Resilienz.
Ausblick auf 2027
Für 2027 steht die 25. Ausgabe der RETTmobil International an. Mehr als die Hälfte der Aussteller hat ihre Standflächen für 2027 bereits verbindlich gebucht. Der Deutsche Feuerwehrverband hat die Schirmherrschaft zugesagt; zahlreiche Hersteller aus der Feuerwehrbranche haben ihre Teilnahme bestätigt. Die Jubiläumsausgabe findet vom 12. bis 14. Mai 2027 in Fulda statt.


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