Hörtipp Roland Berger und seine Wäscherei

Er ist einer der bekanntesten Unternehmensberater Deutschlands: Roland Berger. Seine erste Firma war eine Wäscherei. Im Podcast erzählt er, warum sein Textilpflegebetrieb erfolgreich war. Unser Fundstück der Woche.

Unser Hörtipp! - © Talaj - stock.adobe.com

Kennen Sie Roland Berger? Vielen ist der Unternehmensberater wahrscheinlich ein Begriff. Aber wussten Sie auch, dass seine Karriere mit einer Wäscherei begann?

Im Deutschlandfunk Kultur berichtet der 1937 in Berlin geborene Berger über seine Anfänge und seine aktuellen Projekte. Denn auch mit 87 ist er noch rührig, u.a. mit seiner Stiftung.

Seit 2008 setzt sich die Roland Berger Stiftung sich für mehr Bildungsgerechtigkeit in Deutschland ein. Sie kümmert sich um Kinder aus sozial benachteiligten Familien und fördert und begleitet diese.

Unternehmerische Anfänge in der Wäscherei

Seine erste Firma gründete Berger als Student, im Jahr 1958: eine Wäscherei in München.

Im Gespräch mit Susanne Führer sagt Berger: "Das war eine Zeit, wo die Deutschen schon genügend Geld hatten, schmutzige Tätigkeiten teilweise außer Haus zu verlagern, aber noch nicht genügend Geld hatten, dass sie sich eine Waschmaschine leisten konnten."

Insgesamt hat er damals 40.000 DM Anfangskapital investiert. Die Geräte kaufte er mit 5.000 DM Eigen­kapital und nahm auf den Namen seiner Mutter einen Kredit in Höhe von 35.000 DM auf. Um die Wäsche auszufahren, baute er bei seinem VW-­Käfer den Beifahrersitz aus. Gleich nach seinem Examen im Jahr 1962 verkaufte Berger seine Wäscherei für 600.000 DM. "Sie lief gut und war extrem profitabel", sagt er rückblickend. Aber:

Wäschereimillionär wollte ich nicht werden.

Roland Berger

Im letzten Semester seines BWL-­Studiums hielt der Jungunternehmer ein Referat über die Auslagerung betrieblicher Aufgaben an Dritte: Das weckte sein Interesse am Berufsbild des Unternehmensberaters.

Beim Sprung in die Branche half ihm der Zufall und seine Wäscherei: Er erzählte ­einer Kundin von seiner Berufsidee. Deren Sohn arbeitete bei der Mailänder Unternehmensberatung ­Gennaro ­Bostin Associati. Also setzte er sich in seinen VW-Käfer und fuhr hin.