Chemie/Verfahrenstechnik -

Ablagerungen in Kessel und Dampfsystem Sauberes Wasser, sauberer Dampf

Wasser ist einer der wichtigsten Rohstoffe in einer Wäscherei. Dabei muss die Wasserqualität den Prozessanforderungen entsprechen. Die CWB Wasserbehandlung GmbH berät Wäschereien in allen Fragen des Wasser-Dampf-Kreislaufs und hilft beim Kampf gegen Korrosion und Beläge.

Wer guten Dampf will, braucht auch gutes Wasser. Eine einwandfreie Kesselwasseraufbereitung und -behandlung ist da Pflicht, um das gesamte Wasser- und Dampfsystem einer Wäscherei zu schützen. Das hat nicht nur Qualitätsgründe, sondern auch mit dem Energieverbrauch zu tun, wie Karsten Cramer erklärt, der Geschäftsführer der CWB Wasserbehandlung GmbH in Berlin.

RWTextilservice: Herr Cramer, mit welchen Ablagerungen und Belägen kämpfen Wäschereien typischerweise?

Karsten Cramer: Typische Ablagerungen sind Kesselsteinbeläge. Diese werden in der Regel durch Fehlfunktionen der Enthärtungsanlage verursacht. Der Betrieb der Kesselanlage mit enthärtetem Wasser ist die Grundvoraussetzung für einen störungs- und schadensfreien Ablauf. Die Wartung und Überwachung der Wasseraufbereitung ist sehr wichtig und wird oftmals vernachlässigt.

RWTextilservice: Welche Probleme entstehen in Wäschereien durch Korrosion oder Beläge im Dampfsystem?

Karsten Cramer: Zum einen entstehen Schäden an der Anlage selbst, was bis zum Kesselschaden führen kann. Weiterhin führt Korrosion, z.B. im Speisewasser-, Dampf- oder Kondensatbereich, zu hohen Wartungs- und Instandsetzungskosten. Korrosionsprodukte können die Qualität des Waschprozesses negativ beeinflussen, Ablagerungen im Dampferzeuger führen zu höheren Energieverbräuchen und verursachen hohe Kosten für chemische Kesselreinigungen.

RWTextilservice: Können Flecken oder Verschmutzungen auf der Wäsche mit Korrosion oder Belägen zu tun haben?

Karsten Cramer: Selbstverständlich. Durch Korrosionsvorgänge wird der Eisengehalt im Wasser- bzw. Dampfkreislauf erhöht. Dieses Eisenoxid stört den Waschprozess und kann beim Bedampfen der Wäsche (z.B. im Tunnelfinisher) zu Flecken oder Wäscheschäden führen. Weiterhin kann ein zu hoher Salzgehalt im Kesselwasser dafür sorgen, dass Verunreinigungen aus dem Kessel in den Dampf mitgerissen werden. Auch das kann zu Flecken und Verschmutzungen führen.

RWTextilservice: Gibt es einen Zusammenhang zwischen Energiekosten und Kesselwasseraufbereitung?

Karsten Cramer: Wie bereits erwähnt, führen Ablagerungen im Dampferzeuger zu einem höheren Energieverbrauch. Der Wärmeübergang zwischen dem Metall und dem Wasser wird behindert. Somit muss zur Dampferzeugung mehr Energie aufgewendet werden. Durch den Einsatz unseres Produkts Fineamin können solche Ablagerungen verhindert und bestehende Beläge während des Betriebes entfernt werden. Fineamin selbst erhöht, im Gegensatz zu herkömmlichen Dosierchemikalien (z.B. Phosphat, Sulfit), nicht den Salzgehalt im Kesselwasser. Somit kann durch die Umstellung der Wasserbehandlung die Abschlämmung und Absalzung des Dampferzeugers reduziert werden. Dies trägt ebenfalls zur Senkung der Kosten für Wasser, Abwasser und Energie bei.

RWTextilservice: Wie funktioniert Ihr Spezialprodukt Fineamin?

Karsten Cramer: Es gibt verschiedene „Sorten“ von Fineamin. Je nach Kesselanlage, Wasseraufbereitung und Wasserqualität im System können wir maßgeschneiderte Lösungen anbieten. Durch die Kombination aus verschiedenen salzfreien, organischen Aminen, Polyaminen und Polyacrylaten können alle anderen Dosierchemikalien ersetzt werden. In der Regel benötigen wir nur ein einziges Kombiprodukt, welches das komplette System vor Korrosion und Ablagerungen schützt. Fineamin stellt die nötige Schutzalkalität im System ein, entfernt vorhandene Härte- und Eisenoxidbeläge, stabilisiert Resthärte und bindet den Restsauerstoff im Speisewasser. Vor allem durch oberflächenaktive Inhaltsstoffe, die eine inhibierende Wirkung auf die Metalloberflächen haben, wird ein hervorragender Korrosionsschutz erreicht. Da viele unserer Produkte dampfflüchtig sind, funktioniert dieser Korrosionsschutz natürlich auch im Dampf- und Kondensatbereich.

RWTextilservice: Gibt es noch weitere Vorteile von Fineamin bei der Anwendung im Wäschereibereich?

Karsten Cramer: Es erhöht die Betriebssicherheit, Leistungsfähigkeit und Lebensdauer der Kesselanlage durch optimalen Schutz vor Korrosion und Belägen. Fineamin hat außerdem eine konservierende Wirkung bei Stillständen der Kesselanlage. Weiterhin bieten wir einen umfangreichen Kundenservice. Zur intensiven Betreuung unserer Kunden gehören unter anderem die regelmäßigen Vor-Ort-Wasseranalysen mit unseren Laborfahrzeugen, Überprüfung der Wasseraufbereitung und Dosiertechnik und fachkundige Beratung im Bereich der Wasseraufbereitung und Wasserkonditionierung von Dampfkesselanlagen.

RWTextilservice: Wie sieht es mit der Umweltfreundlichkeit Ihrer Produkte aus?

Karsten Cramer: Unsere Produkte sind salzfrei und enthalten kein Phosphat oder Hydrazin/Levoxin etc. Das konzentrierte Produkt ist bis zu 82 Prozent biologisch abbaubar, d.h. mit Fineamin behandeltes Kesselwasser kann ohne Probleme in die Kanalisation eingeleitet werden. Es bestehen keine besonderen Lager- und Dosiervorschriften.

In der Regel können in einer Wäscherei dampfflüchtige Produkte eingesetzt werden. Somit wird ein Teil des eingesetzten Fineamin über Kondensate in das Speisewasser zurückgeführt. Dies führt zu niedrigen Dosiermengen, was eine Einsparung an Chemikalien zur Folge hat und somit auch zum Umweltschutz beiträgt. Fineamin-Produkte wurden von Hygieneinstituten nach DIN EN 1988 und DIN EN 1717:2000 geprüft und sind zum Einsatz in Fernwärme- und Heizsystemen zur Trinkwassererwärmung zugelassen.

RWTextilservice: Herr Cramer, vielen Dank für das Gespräch. RWT

Unterbeiträge zu diesem Artikel
© rw-textilservice.de 2021 - Alle Rechte vorbehalten
Kommentare
Bitte melden Sie sich an, um Ihren Kommentar angeben zu können.
Login

* Pflichtfelder bitte ausfüllen