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Verkaufsräume von Textilpflegebetrieben So gestalten Sie Ihr Ladengeschäft richtig

Wenn die Glocke über der Tür ertönt, steht in der Regel ein neuer Kunde im Ladengeschäft des Textilpflegebetriebs. Doch wie sieht eigentlich der optimale Laden aus? Wir haben mit Textilreinigern gesprochen, auf was sie bei der Gestaltung ihres Betriebes Wert legen. Außerdem gibt es Tipps für Beleuchtung und Dekoration des Ladengeschäfts.

Umbau Ladengeschäft
Auch einem Textilpflegebetrieb tut es gut, ab und zu das Ladengeschäft zu renovieren - damit der Kunde gerne in den Betrieb kommt. Wir zeigen, auf was es dabei ankommt. -

Bunt oder einfarbig, schlicht oder doch lieber edel? Bei der Gestaltung der eigenen Ladenräume sind keine Grenzen gesetzt. Um den Kunden von der angebotenen Dienstleistung zu überzeugen, sollte das Geschäft einladend und attraktiv wirken. Doch wie ist das zu erreichen?

Wir haben mit einem Experten gesprochen. Hubert Berktold vom Planungsbüro Berktold kümmert sich um die Einrichtung von Verkaufs- und Kundenräumen. Auch knapp 130 Textilreinigungen hat er bereits zu einem neuen Ladenbaukonzept verholfen.

Verschiedene Beleuchtungspositionen nutzen

Eine besondere Rolle spielt für ihn die Beleuchtung. Innerhalb des Verkaufsraums geht er von drei verschiedenen Beleuchtungspunkten aus. Zuerst bestimmt Berktold die Grundbeleuchtung. Sie sollte etwa 500 Lux erreichen, um ausreichend Helligkeit zu spenden.

"Ich verwende hier Kompaktleuchten, meistens Sparleuchten mit 26 W", erklärt er. Bei der richtigen Beleuchtung komme es jedoch immer auf die jeweilige Raumhöhe und die Beschaffenheit der Decke an.

Neonröhren im Verkaufsraum vermeiden

In manchen Textilreinigungen werden ausschließlich Neonröhren eingesetzt, erzählt Berktold. Doch er würde anders vorgehen. "Ich selbst versuche Stimmung zu schaffen." Dazu müsse man eine Beleuchtung einsetzen, durch die im Verkaufsraum helle und etwas dunklere Zonen entstehen.

Theke im Ladengeschäft

Daneben sollte laut Berktold auch die Theke beleuchtet sein. Hier setzt er Spots ein, die an dieser Stelle gezielt zusätzliches Licht liefern. Zwischen 800 und 900 Lux seien sinnvoll, damit eventuelle Schäden direkt bei der Annahme oder auch bei der Abholung erkannt werden können.

Atmosphäre im Verkaufsraum schaffen

Als drittes kümmert sich der Einrichtungsexperte um die dekorative Beleuchtung der Textilreinigungen. Mit Lichtsäulen, Lichtkästen und Displays an der Wand können zusätzliche Beleuchtungshighlights Atmosphäre im Kundenraum sowie im Schaufenster schaffen.

"Hier können wir auch Text mit einbringen und die Kunden über die Leistungen der Reinigung informieren", sagt Berktold. Dabei ist es sogar möglich, einzelne Leuchtsäulen außerhalb der Reinigung zu platzieren. Das ergebe dann eine Art beleuchteten Wegweiser bis zum Geschäft.

Das sagen Textilreiniger aus der Praxis

Doch ist die Beleuchtung im Ladengeschäft wirklich alles? Wir haben mit drei Textilreinigern aus der Praxis gesprochen, auf was sie bei ihrem Laden besonders achten und warum es wichtig ist, auch mal in einen Umbau bzw. eine Renovierung zu investieren.

Uns berichteten Günter Degenhart, Geschäftsführer der Röver System Textilpflege in Frankfurt, Jeannette Conradts, Inhaberin der gleichnamigen Textilreinigung in Berlin, und Horst Lange, Gründer von Lange – Die feine Reinigung in Stuttgart.

Die schönsten Ladengeschäfte von Textilpflegebetrieben

RWTextilservice: Welchen Stellenwert sollte Ihrer Meinung nach der Ladenbau für einen Textilpflegebetrieb haben?

Günter Degenhart: Der Ladenbau in Verbindung mit dem äußeren Erscheinungsbild schafft das erste Vertrauen beim Kunden. Daher kann er als ein wichtiger Baustein angesehen werden. Letztendlich ist es aber das Zusammenspiel vieler Faktoren, die zum Erfolg führen. Ein Inhaber, der den Ladenbau erneuert und alles andere belässt, wird nicht erfolgreicher sein.

Jeannette Conradts: Der Ladenbau sollte neben dem Maschinenpark und dem qualifizierten Personal immer eine große Rolle spielen. Es gilt, unsere Dienstleistung in einem repräsentativen Umfeld zu verkaufen. Unsere Branche wird immer mehr zu einem Nischenmarkt, weil wir uns und unsere Arbeit schlecht vermarkten. Stattdessen behandeln immer mehr Verbraucher ihre Textilien nah an der Professionalität zu Hause. Nur durch einen angemessenen Ladenbau bekommen wir die verbliebenen Kunden in unsere Läden, können nur so junge oder neue Kunden gewinnen, die noch nie eine Reinigung aufgesucht haben. Heutzutage ist der Kunde aus Bequemlichkeit bei uns und wir müssen ihm ein schönes Umfeld liefern.

Horst Lange: Grundsätzlich verkaufen wir in der Reinigung Sauberkeit und das sollte unser Laden auch visualisieren. Daher ist die Ladengestaltung genauso wichtig wie eine optimale Ausstattung mit leistungsfähigen Maschinen.

RWT: Was ist nach Ihrer Einschätzung für das Ladengeschäft eines Textilpflegebetriebs wichtig?

Degenhart: Für ein Ladengeschäft sind vor allem die Lage und das Umfeld wichtig. Im Geschäft selber sollte die Raumaufteilung für optimale Betriebsabläufe im Vordergrund stehen.

Conradts: Das wichtigste für die Ladenausstattung ist, dass Betrieb und Ladenbau im Verkaufsraum zueinander passen. Nur einen tollen Laden zu bauen, reicht jedoch nicht aus. Vielmehr spielen auch die Lage, die Qualität und die Mitarbeiter eine Rolle. Die Ladenausstattung ist aber in diesem Sinne die für alle Punkte so wichtige Verkaufsverpackung. Sie unterstreicht das Angebot und muss zum Betrieb passen.

Lange: In meinen Augen sollte ein Ladengeschäft über eine saubere und aufgeräumte Theke verfügen. Sinnvoll ist auch ein Raumteiler, möglichst in klaren, frischen Farben. Der Bodenbelag sollte pflegeleicht sein sowie Sauberkeit und Frische signalisieren. Eine helle, gut ausleuchtende Decke rundet das Ladengeschäft ab. Darüber hinaus ist es Voraussetzung, dass mit dem Reinigungsgut respektvoll umgegangen wird – nicht nur in Gegenwart des Kunden. Daher dürfen in keinem Bereich des Betriebes Garderobenteile achtlos auf dem Boden liegen. Diese müssen grundsätzlich in Wannen oder in Aluwagen innerhalb des Betriebes gelagert und befördert werden. Wichtig ist auch, dass die Leisstungsaussagen im Ladengeschäft nicht falsch interpretiert werden können. Der Kunde sollte nicht länger als 1 s über mein Angebot nachdenken, sonst hat die Werbung ihre Wirkung schon verfehlt. Da wir derzeit nur mit Plakaten werben, lassen wir diese alle drei bis vier Monate von einer Werbeagentur neu gestalten.

RWT: Wann haben Sie zuletzt in Ihr Ladengeschäft bzw. Ihre Ladengeschäfte investiert?

Degenhart: Im ersten Quartal 2017 haben wir alle Ladenlokale malerseitig renoviert. Dies erfolgt in der Regel alle drei Jahre. Deckenplatten, der Umbau auf LED-Einbauleuchten sowie der Austausch einer Thekenplatte sind mit relativ geringem Aufwand zu bewerkstelligen und laufen auch mal nebenher.

Conradts: In den Ladenbau investiere ich stetig, manchmal ein neuer Stuhl oder auch eine komplette Überarbeitung. Fertig bin ich eigentlich nie.

Lange: Mir war immer wichtig, den Ladenbau alle zehn Jahre komplett neu zu gestalten und alle fünf Jahre durch einen Malerfachbetrieb renovieren zu lassen.

RWT: Haben Sie für den Ladenbau mit einem speziellen Partner zusammengearbeitet? Wenn ja, mit welchem und warum?

Degenhart: Wir arbeiten mit der Firma Innenholz aus Wiesbaden seit vielen Jahren erfolgreich zusammen. Die Vorgaben von Röver werden optimal umgesetzt, die Planung erfolgt auf unseren Vorgaben. Wir planen den Umbau zuerst auf einem Grundriss, dann im Ladenlokal mit Kreppband auf dem Boden. So wächst vor dem geistigen Auge das Gesamtbild. Sicher gibt es hier bessere Lösungen in Form von 3-D-Software, ich selber habe diese aber nie benötigt.

Conradts: Ich habe es schon immer geliebt, Räume zu gestalten und zu dekorieren. Inspiriert von Kaufhäusern, Hotels oder Apotheken schaue ich immer mit offenen Augen, was andere Branchen auf die Beine stellen, um Kunden in ihre Geschäfte zu locken. So kam ich vor über 20 Jahren auf die Firma DULA. Eine professionelle Hilfestellung bei der Umsetzung eigener Ideen halte ich für sehr wichtig, denn wir sind ja Reiniger und keine Tischler oder Architekten. Heute arbeite ich mit der Firma AS-Shop zusammen und bin mit den Ergebnissen sehr zufrieden.

Lange: Wir haben mit Ladenbauern in Hamburg und Heilbronn zusammengearbeitet. Leider gibt es beide Betriebe inzwischen nicht mehr. Aber auch die örtlichen Schreiner und Ladenbauer helfen uns bei der Umsetzung einer attraktiven Ladengestaltung.

Das Ladengeschäft dekorieren: So geht´s

Das Fachmagazin RWTextilservice hat zusammen mit der Europäischen Forschungsvereinigung Innovative Textilpflege (EFIT) Tipps für eine erfolgreiche Außendarstellung zusammengestellt.

  • Stellen Sie den Laden nicht zu. Lassen Sie Licht durch die Fenster. So können Sie besser arbeiten und ein helles Ambiente wirkt ansprechend auf den Kunden.
  • Verwenden Sie für die Schaufenstergestaltung branchentypische Reklame. Hängen Sie Plakate auf, die Ihre Dienstleistungen zeigen oder hängen Sie Angebote aus. Werben Sie mit einem einheitlichen Konzept, das Wiedererkennungswert hat.
  • Warum stellen Sie im Schaufenster nicht ihre Arbeitsutensilien wie Waschmittelflaschen aus? Zur Schaufensterdekoration eigenen sich auch Waschaccessoires wie Wäscheklammern, Wäschekörbe, eine Wäscheleine oder alte Bügeleisen.
  • Achten Sie bei Ihrer Betriebspräsentation auf freundliches und ordentlich gekleidetes Personal.

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