Die Textilpflege Brolli führt Kunden und Kollege gerne durch ihren Betrieb in Graz. Auf welche Technologie das Familienunternehmen setzt und welche Schwerpunkte die Familie Brolli hat.
Der Bau strahlt Sauberkeit und Kompetenz aus. Die Front der 8.000 m2 großen Halle ist unterteilt in einen gläsernen Eingangsbereich und eine Spiegelfront, auf der der Name des Unternehmens steht: Textilservice Brolli. Durch einen gepflegten Vorgarten gelangt der Besucher in den vergläserten Eingangsbereich, der gleichzeitig Treppenhaus ist, und steht nach wenigen Stufen an der Empfangstheke im ersten Stock.
Die Führung durch den Betrieb übernimmt Dipl.-Ing (FH) Erich Hering, Assistent der Geschäftsführung. "Wir zeigen unseren Kunden gerne das Unternehmen, damit sie sehen, dass sie auf die Hygiene und Sauberkeit der Textilien vertrauen können", berichtet er. Bisher sei diese Strategie immer aufgegangen, die Kunden waren begeistert und zeigen nach einer Führung mehr Verständnis in der täglichen Zusammenarbeit.
Die Kunden von Textilservice Brolli kommen aus der Hotellerie und Gastronomie, aus dem Gesundheits- und Sozialbereich sowie aus Industrie, Handel und Gewerbe. Wurde bei der Gründung 1922 noch per Hand gewaschen und die Wäsche mit einem Pferdefuhrwerk ausgefahren, so bietet der Betrieb heute textile Vollversorgung bzw. textile Logistik in allen Dienstleistungsbereichen:von der Entwicklung und der Beschaffung von Textilien, über deren Lagerhaltung, Abholung und Zustellung, Wiederaufbereitung und Instandhaltung.
Textilservice Brolli bietet Poolware an
Vor vielen Jahren machte der Dienstleister seinen Kunden aus der Hotellerie das Angebot, Mietwäsche zum gleichen Preis wie ihre Eigenwäsche zu bearbeiten. Der Vorteil für die Hotels:Die Anschaffungskosten fallen weg. Der Vorteil für den Textildienstleister: Poolware kann effizienter bearbeitet werden. Daher arbeitet Brolli heute bei der Flachwäsche ausschließlich mit Poolware.
Textildienstleister bereitet OP-Instrumente auf
Eine weitere Neuerung führte dazu, dass die Dienstleistung seit dem Jahr 2005 sogar über das Textile hinausgeht. In einer extra dafür errichteten Halle bereitet das Unternehmen seitdem in einem 2.000 m2 großen Versorgungs- und Servicezentrum OP-Instrumente auf. Zudem gründete es dafür die Marke Brolli med. Acht Krankenhäuser im Großraum Graz gehören bereits zu den Kunden. Wie auch bei der Textilbearbeitung gibt es bei der Intrumentensterilisation eine unreine und eine reine Seite. Die eingehenden Instrumente werden erfasst und auf mit Barcode versehenen Waschsieben verteilt. Sind die Instrumente im System und in ihre Einzelteile zerlegt, durchlaufen sie in sogenannten Reinigungsdesinfektionsmaschinen verschiedene Desinfektionsstufen.
Auf der reinen Seite werden sie danach zu Operationstassen geschnürt, die sich nach den individuellen Wünschen der Chirurgen richten. Inhalt und Packfolge sind mit jedem einzelnen Krankenhaus genau definiert und dokumentiert. Eine 24-Stunden-Versorgung ist bei diesem Service ebenso selbstverständlich wie die Zertifizierung nach ENISO13485. "Der Bedarf an dieser Dienstleistung wird immer größer", sagt Hering. Eine Dienstleistung, die sich rechnet und zukunftsweisend ist.
Der Standort Kalvariengürtel
Der Standort am Kalvariengürtel wurde im Jahr 2002, in dem auch das 80-jährige Bestehen des Familienunternehmens gefeiert wurde, eröffnet. Hier werden Mietberufskleidung und Flachwäsche für die Hotellerie und Gastronomie gewaschen. Seit 1991 ist das Unternehmen bereits in der Wiener Straße in Graz ansässig. Dort bearbeitet das Unternehmen heute Textilien aus dem Gesundheitswesen. Diese Trennung wurde aus Hygienegründen ganz bewusst gewählt. Außerdem wuchs das Unternehmen stetig, was sich auch am Mitarbeiterzuwachs ablesen lässt. In den letzten zehn Jahren wurde von 170 im Jahr 1997 auf 310 Mitarbeiter im Jahr 2007 aufgestockt.
Führt das Unternehmen: Familie Brolli
Geführt wird das Unternehmen von der Familie Brolli. Firmengründer Josef Hirmann war der Schwiegervater des heutigen Seniorchefs Helmut Brolli sen., der die Geschäfte inzwischen an seinen Sohn Helmut Brolli jun. übergeben hat. Der Sohn des Firmengründers, Rudolf Hirmann, hat seit 15 Jahren die Betriebsleitung inne. Das Unternehmen ist aber längst von einem kleinen Familienbetrieb zu einem Unternehmen mit großen Strukturen gewachsen.
Um ihre Kunden fast bundesweit versorgen zu können, kooperiert das Unternehmen mit anderen Wäschereien und ist Mitglied der Rentex-Gruppe Österreich.Derzeit fahren 20 Lkws von der Steiermark bis ins Salzburger Land und das Burgenland. Da die Kunden aus unterschiedlichen Regionen kommen, bleiben die Umsätze Sommer wie Winter relativ konstant: "Im Sommer fällt eher in den Städten, im Winter eher in den Skigebieten Wäsche an", erklärt Hering.
Vollautomatisierte Produktionsabläufe bei der Textilpflege Brolli
Durch vollautomatisierte Produktionsabläufe werden pro Tag 60.000 kg Wäscheund 35.000 Wäschestücke bearbeitet. Der gesamte Betrieb am Kalvariengürtel wurde mit Maschinen von der Firma Kannegiesser ausgestattet. Dazu gehören u.a. zwei Waschstraßen mit Gegenstromprinzip – eine für Flachwäsche, die andere für Berufskleidung. Nachdem die Wäsche auf der unreinen Seite sortiert und in Wäschesäcke gefüllt wurde, wird sie erst wieder für das Finishing von Menschenhand angefasst.
Ebenso offen, wie das Unternehmen seine Betriebsräume zeigt, gibt es auch seinen Wasser- und Energieverbrauch an:Bei der Flachwäsche sind des 6 l/kg Wäsche, bei der Berufskleidung 9 l. Für 1 kg Wäsche benötigt das Unternehmen 0,5 kWEnergie. "Umweltbewusstsein bedeutet für uns:Firmenphilosophie, persönliches Ideal, umfassendes Leitbild, echtes Anliegen in die Praxis umgesetzt", sagt Geschäftsführer Helmut Brolli.
Zertifizierungen bestätigen Qualität
Neben dem ersten sauberen Eindruck, den das Unternehmen von außen vermittelt, bestätigen auch Zertifizierungen wie ENISO9001, EN460001, ENISO 13485 und CE0124 der Richtlinie 93/42 EWG die hohen Qualitäts- und Hygienestandards im Hause Brolli. Auch die Produktionshallen sind sauber und gepflegt. Die Mitarbeiter tragen weiße Kittel und die Händedesinfektion zwischen unreiner und reiner Seite ist auch für den Besucher Pflicht. Für seine Kunden verfolgt Brolli ebenfalls ein klares Ziel:Perfektion in Angebot, Abläufen, Service und Logistik. Der gläserne Vorbau ist in diesem Sinne nicht nur Symbol für Sauberkeit, sondern auch dafür, dass das Unternehmen die Kulissen, hinter denen es seine Dienstleistungen erbringt, für interessierte Kunden öffnet.
In einer der nächsten Ausgaben lesen Sie eine Betriebsreportage über die Putzerei Mathä, Hartberg. Wenn auch Sie Ihren Kollegen Ihren Betrieb im Textilreiniger vorstellen möchten, wenden Sie sich bitte an BIM Walter Imp, Tel. 0664/2547000.