Rena Textilpflege, Sömmerda Textilservice für die Pflege: Spezialisierung statt Standardlösung

Rena Textilpflege in Sömmerda konzentriert sich konsequent auf Altenpflegeeinrichtungen. Geschäftsführer Frank Besold erklärt, warum Hygiene, Schulung und Kommunikation dabei entscheidend sind.

Rena Textilpflege Frank Besold Wäscherei
Frank Besold hat sich mit der Rena Textilpflege auf Wäsche aus Pflege­einrichtungen spezialisiert. - © Rena Textilpflege

Die Textilversorgung in Pflegeeinrichtungen ist weit mehr als reine Logistik. Sie berührt zentrale Aspekte des Alltags: Hygiene, Verlässlichkeit und nicht zuletzt die Wertschätzung gegenüber Bewohnerinnen und Bewohnern. Frank Besold, geschäftsführender Gesellschafter der Rena Textilpflege, kennt diese Anforderungen genau – und hat sein Unternehmen konsequent darauf ausgerichtet. Rena arbeitet ausschließlich für Altenpflegeeinrichtungen. „Wir haben keine Krankenhäuser, Hotels oder andere Kundensegmente mehr“, sagt Besold. Bearbeitet werden Bewohnerwäsche sowie Berufsbekleidung und Flachwäsche – letztere beiden als Mietwäsche. Lohnwäsche gehört nicht mehr zum Angebot. Rund 50 Mitarbeitende verarbeiten täglich etwa fünf Tonnen Wäsche für 45 Pflegeeinrichtungen.

Vom Wäsche-Allerlei zur klaren Strategie

Als Besold das Unternehmen 2014 übernahm, war die Ausrichtung noch deutlich breiter. Rena bediente verschiedene Branchen parallel. „Das war ein Wäsche-Allerlei“, erinnert sich der studierte Betriebswirtschaftler, der zuvor in der Unternehmensberatung tätig war. Branchenerfahrung brachte er zunächst nicht mit – wohl aber den Mut zur Neuausrichtung. „Ich habe mich ins Abenteuer Wäscherei gestürzt, als sich die Gelegenheit zur Übernahme der Rena Textilpflege ergab.“

Im selben Jahr übernahm Besold zudem die Textilpflegekette „Wie neu“ in Erfurt. Eine Zentralreinigung mit Annahmestellen sorgt für Effizienz und Kundennähe. Diese Struktur nutzt Rena bis heute: Bestimmte, besonders empfindliche Teile der Bewohnerwäsche werden dort hygienisch aufbereitet.

Die Textilversorgung in der Altenpflege ist komplexer, als es auf den ersten Blick scheint. „Wir haben im Prinzip nicht nur ein Sortiment, sondern drei“, erklärt Besold. Bewohnerwäsche, Berufsbekleidung und Flachwäsche werden zu etwa gleichen Teilen bei Rena bearbeitet. Die drei Bereiche unterscheiden sich jedoch erheblich in erforderlichen Prozessen, Maschinen und Organisation.

Im Grunde vereint Rena drei Dienstleistungen in einem Betrieb und steuert sie parallel. Hinzu kommt: Es wird ohne Lagerbestand gearbeitet. Und trotzdem muss jede Einrichtung täglich zuverlässig versorgt werden – 365 Tage im Jahr. „Ohne Pause“, betont Besold. Das erfordert stabile Abläufe und ein hohes Maß an Zuverlässigkeit und damit Prozesssicherheit.

Ein reibungsloser Ablauf endet nicht am Wäschereitor. Gerade bei Bewohnerwäsche ist Fachwissen in den Einrichtungen entscheidend: Pflegekennzeichnungen, Umlaufzeiten oder die angemessene Stückzahl pro Bewohner müssen dem Personal in den Heimen bekannt sein und umgesetzt werden. „Es braucht ein bestimmtes Wissen, damit die Prozesse auch in den Einrichtungen funktionieren“, sagt Besold. Rena schult daher regelmäßig Mitarbeitende in den Pflegeheimen – sowohl zur Bewohnerwäsche als auch zur Berufsbekleidung. Denn viele Häuser setzen auf personalisierte Arbeitskleidung, die organisatorisch sauber eingebunden werden muss. Anproben, etwa bei Personalwechsel, führt Rena vor Ort durch. Damit jeder Mitarbeitende passende, hygienisch saubere Arbeitskleidung bekommt. Auch intern bei Rena spielt Schulung eine zentrale Rolle, insbesondere zu Hygiene.

Hygiene hat Priorität

Für höchste Hygienesicherheit setzt Rena auf ein desinfizierendes, zugleich textilschonendes Waschverfahren von Kreussler. Dennoch bleibt ein Spannungsfeld: Manche empfindlichen Textilien sind für diesen Prozess nicht geeignet und überstehen ihn nicht unbeschadet. Für Besold ist die Priorität eindeutig: „Die Hygiene steht an erster Stelle.“ Bewohnerinnen und Bewohner sowie Angehörige erhalten daher ein Informationsblatt mit Hinweisen zu ungeeigneten Textilien. Sollte es dennoch zu Schäden kommen, kommuniziert das Unternehmen mit den Betroffenen direkt, offen und schriftlich. Transparenz ist für Besold ein zentraler Bestandteil der Dienstleistung.

Auch in der Weiterverarbeitung setzt Rena bewusst auf Qualität. Auf einen Faltautomaten verzichtet der Betrieb. „Wir haben gemerkt, dass die Qualität bei handgelegten Textilien höher ist“, sagt Besold. Gerade in der Altenpflege ist Kleidung mehr als ein Gebrauchsgegenstand – sie gehört zu den wenigen persönlichen Besitztümern der Bewohner. Entsprechend hoch sind die Erwartungen an professionelle Textilpflege und entsprechend sensibel ist der Umgang damit bei Rena.

Transparenz und gegenseitiges Verständnis fördert Rena auch durch regelmäßige Besichtigungen. Heimleitungen, Mitarbeitende und Bewohner werden eingeladen, die Wäscherei kennenzulernen. Umgekehrt besucht das Rena-Team die Einrichtungen. „Das schafft ein ganz anderes Verständnis füreinander und für die Abläufe des jeweiligen Partners.“

Die Logistik des Textildienstleisters orientiert sich stark an der Organisation der einzelnen Häuser. Ideal ist aus Sicht von Besold eine geschulte Hausdame als zentrale Ansprechpartnerin in der Pflegeeinrichtung. Gibt es diese Position nicht, übernimmt der Wäschereifahrer zusätzliche Aufgaben. Er bringt die Wäsche in Wohnbereiche oder füllt Schränke für die Berufsbekleidung. „Wir planen für unsere Fahrer dann bewusst Zeit dafür ein“, sagt Besold.

Berufsbekleidung und Flachwäsche sind bei Rena teilweise mit UHF-RFID-Chips ausgestattet. Ziel ist es, Bestände transparenter zu steuern, Bestellprozesse zu automatisieren und das Horten von Textilien zu vermeiden. Auch eine Schwundverrechnung ermöglicht der RFID-Einsatz; dabei sieht Besold jedoch auch Herausforderungen: Sie schafft zwar Kostentransparenz, kann aber die Kundenbeziehung belasten. Aktuell sammelt der Betrieb noch weitere Erfahrungen mit der RFID-Technologie.

Nachhaltigkeit als wirtschaftliche Notwendigkeit

Das Unternehmen geht mit der Zeit und so ist auch Nachhaltigkeit bei Rena kein neues Thema. Seit 2014 hat Rena den Gasverbrauch um rund 75 Prozent reduziert. Ressourceneffizienz ist für Besold nicht nur ökologisch, sondern auch ökonomisch geboten. Gleichzeitig setzt das Unternehmen auf langlebige Textilien. „Nachhaltigkeit bedeutet vor allem: lange Nutzungsdauer.“ Eine Herausforderung bleibt der „Siegel-Dschungel“ bei nachhaltigen Textilien. Besold verlässt sich hier auf die Expertise seiner Lieferanten. Ziel bleibt, Bestände schlank zu halten und Artikel möglichst lange im Umlauf zu nutzen.

Für die Zukunft wünscht sich Besold eine engere, digital unterstützte Zusammenarbeit zwischen Pflegeeinrichtungen und Textildienstleistern. Noch immer erreichen ihn Informationen verspätet oder sogar noch per Fax. Personalwechsel, Bestandsmeldungen oder Schulungsbedarf ließen sich digital deutlich effizienter abbilden.

Auch neue Betreuungsformen verändern den Markt. Anfragen aus dem Bereich Betreutes Wohnen nehmen zu. Die Textilpflege müsse sich darauf einstellen – mit flexiblen Konzepten und angepassten Serviceleistungen.

Fest steht für Besold: Professionelle Textilpflege in der Altenpflege ist weit mehr als ein logistischer Service. Sie ist Teil von Hygiene, Würde und Lebensqualität im Alltag.

Lesetipp:

Frank Besold ist auch Geschäftsführer der ­Rodinger Wäscherei. Mit seinem Geschäftspartner Christian Wozabal haben wir uns unterhalten.

Zum Artikel "Christian Wozabal, LeanLaundry und Rodinger Wäscherei - Der Umstrukturierer"

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Textilhygiene in der Altenpflege