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Die gesündere Alternative Tischwäsche: Darum sollten Gastronomen auf klassische Stoffservietten setzen

Zwei gute Gründe, sich als Hotelier oder Gastronom bei der Frage nach geeigneter Tischwäsche für Stoffservietten zu entscheiden, sind die luxuriös anmutende Ästhetik und die Nachhaltigkeit. Ein dritter Grund: Papierservietten stehen unter Verdacht, auf Lebensmittel abzufärben und krebserregend zu sein.

Stoffservietten, edle Tischwäsche
Die klassische Stoffserviette: Schick, aber nachhaltig und gesundheitlich ungefährlich. -

Im März 2016 brachten drei Gymnasiasten aus Hamburg-Eppendorf einen wichtigen Aspekt in Sachen Tischwäsche wieder an die Tagesordnung: Cara Nieslony, Anna-Sophie Hasselon und Laurin Rienhardt gewannen den ersten Preis im Fachgebiet Chemie des Hamburger Regionalwettbewerbs "Jugend forscht" mit dem Versuch des Nachweises von giftigen Farbstoffen in Papierservietten. Unter den 15 von dem Trio untersuchten Papierservietten waren laut eines Berichts des "Hamburger Wochenblatts" einige, bei denen Belastungen durch Farbstoffe zumindest nicht ausgeschlossen werden können.

Krebserregende Substanzen in Papierservietten

Die Schüler griffen damit ein Thema auf, das vor allem im Jahr 2014 hohe Wellen schlug. Von bunten Papierservietten geht laut Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) eine Gefahr durch sogenannte "primäre aromatische Amine" aus – Substanzen, die laut BfR krebserregende und erbgutverändernde Eigenschaften aufweisen können. Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt plante daher, der EU-Kommission eine Verordnung für Druckfarben vorzulegen: "Wie man weiß, werden bunt bedruckte Servietten gelegentlich als Tellerersatz genutzt, etwa um Kuchen darauf abzulegen oder um das Pausenbrot einzuwickeln", äußerte sich der CSU-Minister am 11. August 2014 gegenüber der "Süddeutschen Zeitung". Bei diesen Kontakten sei es aber möglich, dass Bestandteile aus den Farben auf die Lebensmittel übergehen.

Über einen Entwurf ist die geplante Verordnung aber seitdem nicht hinausgekommen – die Gefahr in Papierserviertten besteht also noch immer. Umso wichtiger ist es, sich als Gastronom oder Hotelier genau zu überlegen, ob die klassische, textile Stoffserviette einer Papierserviette weichen soll.

Anforderungen an Tischwäsche und Servietten

Das Material der Servietten muss sich für verschiedenen Verwendungszwecke eignen. Sowohl beim Abtupfen der Lippen als auch beim direkten Lebensmittelkontakt muss die Serviette, egal ob aus Stoff oder Papier, in Bezug auf ihre chemische Zusammensetzung sicher sein. Laut dem Chemischen und Veterinäruntersuchungsamt Stuttgart gilt grundsätzlich, dass keine Stoffe von der Serviette auf das Lebensmittel übergehen dürfen, die eine unvertretbare Veränderung der Zusammensetzung bewirken oder eine Veränderung der organoleptischen Eigenschaften des Lebensmittels (z.B. Abfärben) herbeiführen. Diese Anforderungen sind zwar laut dem Untersuchungsamt in der EG-Verordung Nr. 1935/2004 ("Rahmenverordnung für Lebensmittelbedarfsgegenstände") festegelgt, für bestimmte Materialien wie beispielsweise Papier seien aber noch keine spezifischen stofflichen Regelungen in einer für alle Mitgliedsstaaten verbindlichen Rechtsvorschrift festgelegt.

Stoffservietten durch Gütezeichen zertifiziert

Bei Stoffserviertten besteht im Gegensatz dazu alleine schon durch den Vorgang der professionellen Wäsche keine Gefahr einer Abfärbung beim Abtupfen der Lippen oder dem Kontakt der Serviette mit Lebensmitteln. Dass darüber hinaus auch durch die bei dem Waschvorgang verwendeten Stoffe und Chemikalien keine Bedenklichkeiten bestehen, sorgen Gütezeichen wie das "RAL-GZ 992/1" der Gütegemeinschaft sachgemäße Wäschepflege. Das Zeichen biete für Bettwäsche, Tagesdecken, Flachwäsche, Kopfkissen, Zudecken und eben Tischwäsche gute Waschergebnisse bei Schonung des Materials und Entlastung der Umwelt. Die besonderen Anforderungen an Textilien aus dem Küchenbereich werden zudem durch das Gütezeichen "RAL-GZ 992/3" abgedeckt.

Argumente für Stoffservietten sind also nicht nur die edle Ästhetik und der bekannte Nachhaltigkeitsaspekt durch die Wiederverwendung der Tischwäsche, sondern auch die Frage der Gesundheit der Kunden. Mit diesem Argument können Betriebe der Textilpflegebranche im Kundengespräch mit Hoteliers und Gastronomen sicher punkten.

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