Auf der Texcare fiel die Entscheidung: Frank Pape, Inhaber einer traditionsreichen Wäscherei in Hannover, investierte in eine neue Zylindermangel. Zwei Eigenschaften dieser Maschine waren ausschlaggebend: Sie wird mit Gas beheizt und verfügt über eine Falteinrichtung am Auslauf.
Traditionell und doch modern
Am 28. Februar 1928, einem der wenigen guten Jahre der Weimarer Republik, gründeten Gustav Pape und Nikolaus Thunert eine Wäscherei im Hannoveraner Stadtteil Misburg. Bereits damals legten die Gründer einen entscheidenden Schwerpunkt darauf, nicht nur das Waschgeschäft zu betreiben, sondern mit ihrem Lieferservice eine erweiterte Dienstleistung anzubieten. Selbstverständlich genügte dem Hol- und Bringdienst seinerzeit der Antrieb per „Hafermotor“ mit exakt einem PS, der einem putzigen Wägelchen mit Holzspeichenrädern vorgespannt war.
Nach mehr als 40 Jahren, am 1. Januar 1969, kam die zweite Generation Pape ans Ruder: Albert und Ehefrau Anna Pape bestimmten von nun an die Geschicke der Firma. Albert Pape erinnert sich noch lebhaft an die Knochenarbeit, die damals im Wäschereiwesen alltäglich war. Jede einzelne Waschmaschine wurde im wahrsten Sinne des Wortes befeuert und sämtliche Antriebe erfolgten über Transmissionsriemen, die zunächst von einer Dampfmaschine angetrieben wurden. Im Lauf der Jahrzehnte hat selbstverständlich moderne Wäschereitechnik mit zentraler Dampfversorgung und zeitgemäßen Waschschleudermaschinen Einzug gehalten im Traditionsbetrieb an der Hannoverschen Straße.
1998 übernahm schließlich mit Frank und Magdalena Pape die dritte Generation die Verantwortung über das Unternehmen. Dem gelernten Textilreinigermeister Frank Pape ist es oberstes Gebot, den traditionsverwachsenen Familienbetrieb zu erhalten und vor allem zukunftssicher auszugestalten. Dazu gehört zunächst eine möglichst breit gefächerte Kundenstruktur. So bedient Pape mit seiner Wäschereidienstleistung neben Privathaushalten vor allem Betriebe der Gastronomie und Hotellerie. Beide Bereiche halten sich vom Umsatz her in etwa die Waage.
Eher Nischenfunktion erfüllen mehrere Arztpraxen und Apotheken sowie Kunden aus Gewerbe und Industrie. Dass bei Pape in Hannover-Misburg exklusive Qualität Standard ist, hat sich übrigens bis zur niedersächsischen Landesregierung herumgesprochen: Dort eingesetzte Tischwäsche wird in der Traditionswäscherei an der Hannoverschen Straße bearbeitet. Gleiches gilt für mehrere Verwaltungen von namhaften Versicherungsgesellschaften. In sein Dienstleistungsspektrum hat der Unternehmer seit längerem einen Kittel- und Oberhemdenservice, einen Gardinen- und Vorhangdienst sowie die professionelle Reinigung von Federbetten und Kissen aufgenommen und kann praktisch als Vollanbieter im Bereich der Wäscherei gelten. Pro Arbeitstag durchlaufen durchschnittlich 700 kg Wäsche die Stationen der Pape-Wäscherei.
Wie auch bei anderen Wäschereien mit Tradition müssen die Papes ein grundsätzliches Handicap einkalkulieren: Platzmangel. Bauliche Erweiterungen sind an Ort und Stelle nicht mehr durchführbar, die vorhandene Betriebsstätte gibt den Rahmen für Weiterentwicklungen vor.
Als eine der wichtigsten Investitionen, die unter diesen Prämissen in letzter Zeit getätigt wurde, gilt die neue Mangel, die eine ältere Maschine am selben Platz ersetzt.
Bei der Neumann & Medel Wäschereitechnik & Beratung KG in Hannover, im Rahmen einer Hausausstellung, lernte Pape die Zylindermangel-Technik des spanischen Herstellers Girbau S.A. aus Vic bei Barcelona kennen. Die Produkte des Unternehmens vertritt Neumann & Medel in Niedersachsen und Bremen und ist auch für den Service verantwortlich. Papes Anregung, seine Wunschmaschine auf der Texcare zu präsentieren, nahm Girbau auf. Der Wäscher machte noch auf der Messe das Geschäft fest. In einem Nebenraum wurde die neue Maschine, die durch das Kürzel PSP-5125 charakterisiert wird, installiert. „PSP“ steht für Zylindermangel mit integrierter Falteinrichtung und der Zahlencode benennt die wichtigsten technischen Daten, nämlich 51 cm Zylinderdurchmesser und 2,50 m Arbeitsbreite. Der große Vorteil der neuen Zylindermangel besteht für Pape in ihren sparsamen Platzanforderungen. Sie kann praktisch wandbündig aufgestellt werden. Die von Pape gewünschte Arbeitsbreite von 2,50 m ergab sich aus dem starken Anteil an Bettwäsche, die über die neue Mangel laufen sollte und rationell quer eingegeben wird.
Im Gegensatz zu seinem sonstigen Maschinenpark hat Pape die neue PSP-5125 nicht an die zentrale Dampfversorgung angeschlossen. Er setzt stattdessen auf direkte Gasbeheizung, die es ihm ermöglicht, Flachwäsche zu finishen, auch wenn der zentrale Kessel ausgeschaltet ist. Außerdem hat ihn die direkte Gasbeheizung bezüglich Energieeinsparung überzeugt, da der Zylinder ohne energiezehrende Zwischenschaltung eines Wärmetauschers erhitzt wird. Und schließlich liefert die neue Zylindermangel einen weiteren Beitrag zur Kostensenkung, da sie durch lediglich zwei Personen bedient werden kann.
Und schließlich kommt noch die entscheidende Frage nach der Finishqualität: „Die Teile kommen in erstklassiger Qualität aus der Mangel“, sagt Pape, „ich sehe hier nicht im geringsten Qualitätsabstriche, die man häufig mit der Zylindermangel verbindet“. Im Gegenteil, Frank und Magdalena Pape finden, dass die neue PSP-5125 bezüglich Qualität sogar teilweise besser abschneidet als eine vergleichbare Muldenmangel mit 80 cm Walzendurchmesser und ihr leistungsmäßig entspricht.
Mit der Genauigkeit der Faltung ist Pape sehr zufrieden, „das könnte eine große und teurere Faltmaschine auch nicht unbedingt besser, nur braucht sie erheblich mehr Platz“, lautet sein Kommentar. kpl