Generalversammlung Verband Textilpflege Schweiz mit neuem Präsidenten

Mit Guido Johann hat der Verband Textilpflege Schweiz VTS einen neuen Präsidenten. Sein Vorgänger Marco Wäckerlig wurde bei der Generalversammlung zum Ehrenmitglied ernannt.

VTS Praesident Marco Waeckerlig Guido Johann
Marco Wäckerlig (li.), der scheidender VTS-Präsident und Ehrenmitglied übergibt an Guido Johann. - © VTS

Der Verband Textilpflege Schweiz (VTS) hielt seine diesjährige Generalversammlung am 12. März 2026 in Muri AG ab.

Die Mitglieder wählten einen neuen Präsidenten: Guido Johann (Terlinden Textilpflege AG) wurde einstimmig und mit Akklamation gewählt. Johann ist seit 2017 Vorstandsmitglied. Er folgt auf Marco Wäckerlig, der nach langjährigem Engagement zurücktritt und gemeinsam mit Claudio Hauser zum Ehrenmitglied ernannt wurde.

Zwei neue VTS-Ehrenmitglieder

Marco Wäckerlig begann seine Verbandstätigkeit 2009 als Beisitzer bei lavasuisse (ehemals SFTV), übernahm 2011 dessen Präsidium und führte den Verband durch die Fusion mit dem VTS. Ab 2024 amtete er als Präsident des VTS.

Claudio Hauser war von 2010 bis 2020 Vorstandsmitglied von lavasuisse und anschließend Teil des VTS-Vorstands. Seit 2011 engagierte er sich in der Ausbildungskommission des VTS, deren Vorsitz er ab 2020 übernahm. Er begleitete mehrere Revisionen des Bildungsplans der Fachleute Textilpflege und die Entwicklung der Schweizermeisterschaften in der Textilpflege.

Im Schweizer Magazin für Textilpflege "teps" ging der neue VTS-Präsident Guido Johann auf seine neue Aufgabe und die Herausforderungen der Textilpflegebranche ein. Das Interview erschien zuerst in der "teps" Ausgabe 4/2026.

Im Gespräch mit VTS-Präsident Guido Johann

Herr Johann, herzlichen Glückwunsch zu Ihrer Wahl zum Präsidenten des VTS! Was bedeutet diese neue Aufgabe für Sie persönlich?

Guido Johann: Vielen Dank! Es ist mir eine große Ehre, gemeinsam mit dem Vorstand und der Geschäftsstelle die Branche der Wäschereien und Textilpflege vertreten zu dürfen. Rund 7000 Personen arbeiten in dieser Industrie – es erfüllt mich mit Stolz, sie in den kommenden Jahren zu repräsentieren.

Was hat Sie motiviert, das Präsidium zu übernehmen?

Nach neun Jahren im Vorstand kenne ich die aktuellen Herausforderungen bestens. Es motiviert mich, an nachhaltigen Lösungen zu arbeiten, damit die zahlreichen Arbeitsplätze unserer Branche auch künftig gesichert bleiben.

Welche Erfahrungen helfen Ihnen in dieser Rolle besonders?

Nach meinem betriebswirtschaftlichen Studium arbeitete ich viele Jahre für einen international tätigen Konsumgüterkonzern. Die dort gewonnenen Erfahrungen in Marketing, Verkauf und Projektarbeit prägen mich bis heute. In den letzten zehn Jahren bei der Terlinden Textilpflege AG konnte ich mir zudem umfassende Fachkenntnisse in der Textilpflege und im Wäschereibereich aneignen.

Wo steht der Verband heute, und wohin möchten Sie ihn führen?

Der VTS ist sehr gut organisiert, und die Zusammenarbeit zwischen Vorstand und Geschäftsstelle funktioniert hervorragend. Dies möchte ich im Interesse der Branche fortsetzen. Zudem wollen wir das Dienstleistungsangebot des Verbandes weiter schärfen und den aktuellen Bedürfnissen der Mitglieder anpassen.

Welche Themen stehen im ersten Amtsjahr im Fokus?

Ein zentrales Thema ist die Entwicklung der Berufslehre Fachfrau / Fachmann Textilpflege bzw. Wäscherei. Die Zahl der Lernenden nimmt seit Jahren ab, und es wird immer schwieriger, Betriebe für die Ausbildung zu gewinnen. Wir müssen Wege finden, wie wir mehr Unternehmen zur Bereitstellung von Lehrstellen motivieren können.

Ein weiteres wichtiges Thema ist die künftige Finanzierung des Verbandes. Durch die Konsolidierung der Branche verändern sich die Mitgliederbeiträge. Der VTS ist derzeit finanziell solide aufgestellt, und das soll auch in Zukunft so bleiben.

Wie möchten Sie die Interessen der Mitglieder künftig vertreten?

Ich finde, die Interessen unserer Mitglieder werden bereits sehr gut wahrgenommen. Mit Anlässen wie der Generalversammlung oder dem Herbstanlass bieten wir regelmäßig Gelegenheit für Austausch und Rückmeldungen. Die Vorstandsmitglieder sind eng mit der Branche verbunden, und auch Melanie und ihr Team stehen praktisch täglich im Kontakt mit den Mitgliedern.

Welche Herausforderungen und Chancen sehen Sie für die Branche?

Im Wäschereibereich hat sich das Geschäft in den letzten Jahren positiv entwickelt. Trotz Zusammenschlüssen bleibt die Beschäftigtenzahl stabil oder wächst sogar. Wichtig ist, innovativ zu bleiben und die Kosten im Griff zu haben.

Anders sieht es bei der Textilpflege aus: Hier sind die Volumen rückläufig, einige Betriebe schließen oder suchen Nachfolgelösungen. Dennoch bin ich überzeugt, dass es weiterhin einen Markt gibt – insbesondere, wenn neue Automatisierungsschritte genutzt werden, um Prozesse effizienter zu gestalten.

Was wünschen Sie sich von den Mitgliedern und Partnern des Verbandes?

Lehrstellen anbieten, Lehrstellen anbieten, Lehrstellen anbieten …

Woran würden Sie in fünf Jahren erkennen, dass Sie erfolgreich waren?

Wenn die Mitglieder die Angebote des Verbandes rege nutzen und unsere Anlässe gut besucht sind. Und wenn jährlich mindestens zwölf junge Menschen eine Lehre in der Textilpflege oder Wäscherei beginnen – oder wir auf anderen Wegen sicherstellen, dass die Branche auch künftig über genügend Fachkräfte verfügt.