Vor Ort: Textilpflege Einhauser in Wangen Vom Waschsalon zur Wäscherei: Vielfalt als Chance

Auf Wunsch vieler Kunden entwickelte sich der Waschsalon von Familie Einhauser in Richtung Wäscherei für Privatkunden, hinzu kam jedoch auch immer mehr Wäsche aus Krankenhäusern, Altenheimen, Hotellerie und Gastronomie. Somit musste ein Geschäftsbereich ausgelagert werden. Heute kann der Mischbetrieb eine Vielfalt an Dienstleistungen anbieten.

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    Textilpflege Einhauser
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    In Wangen hat die Textilpflege Einhauser einen Standort. Die Unternehmensgeschichte begann dort 1972 mit einem Waschsalon.
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    Der neue Kessel liefert schnell sowie stabil Dampf und hilft zusätzlich beim Energieeinsparen.

Im Laufe ihrer 37-jährigen Geschichte hat Familie Einhauser mit ihrem Textilpflegeunternehmen viele Veränderungen durchgemacht. Die Familie ist von wirtschaftlichen Erfordernissen geprägt jeweils den zeitlichen Strömungen gefolgt und hat es so geschafft, in einem von teilweise schwierigen Bedingungen geprägten Markt zu überleben.

Das Westallgäu, landschaftlich attraktiver Bestandteil des Bundeslandes Baden-Württemberg, ist die Heimat der Familie. Dort lebt und arbeitet sie in der Stadt Wangen. Die heutige "große Kreisstadt" hat etwa 27.000 Einwohner. Einst war sie aufgrund ihrer verkehrsgünstigen Lage stark vom Handel geprägt und beherbergt heute eine ganze Reihe bekannter Unternehmen, die am besten mit "gepflegtem Mittelstand" zu charakterisieren sind. Außerdem spielt natürlich auch der Tourismus eine nicht zu unterschätzende Rolle im wirtschaftlichen Gefüge von Stadt und der Region.

Textilpflege Einhauser: Gegründet als Waschsalon

Die Eltern des heutigen Chefs Christof Einhauser, Siegfried und Franziska Einhauser, gründeten 1972 im Stadtzentrum von Wangen einen Waschsalon. Diese Art von Textilpflegeunternehmen war seinerzeit absolut "in", ein echtes Erfolgsmodell. Das Ehepaar war bereits textil vorgeprägt, Siegfried Einhauser arbeitete in der Textilherstellung und seine Ehefrau war in der Gemeindewäscherei beschäftigt. Der Waschsalon boomte, auch im benachbarten Isny eröffneten die Unternehmer einen Waschsalon. Neben Waschschleudermaschinen und Trocknern verfügte der Betrieb über eine Bügelei und eine gasbeheizte Mangel, um die Wäsche komplett fertig stellen zu können. Das entsprach dem Wunsch vieler Kunden, die es zunehmend schätzten, dass ihnen die textilpflegerische Arbeit völlig abgenommen wurde. Also entwickelte sich der Waschsalon immer stärker in Richtung Wäscherei für Privatkunden mit Abhol- und Lieferservice.

Siegfried und Franziska Einhauser bewährten sich als aktive Unternehmer: Aus der Basis der kleinen Wäschereiunternehmung im Waschsalon heraus wagten sie den Schritt, einen größeren Betrieb in Angriff zu nehmen. Außerhalb Wangens mieteten sie 1989 eine Halle an und statteten sie mit entsprechend leistungsorientierter Technik aus. Der Wäscheanteil aus Privathaushalten wurde selbstverständlich weiter bearbeitet, hinzu kam Wäsche aus Krankenhäusern, Altenheimen, Hotellerie und Gastronomie. Schließlich erreichte der Wäscheservice Einhauser Tagesleistungen von bis zu acht Tonnen, zeitweise waren 34 Mitarbeiter dort beschäftigt.

Hohe Nachfrage: Textilpflege Einhauser wird Mischbetrieb

Die Unternehmens-Konstruktion mit einem starken Privatanteil und zunehmender gewerblicher Wäsche stieß bald an eine Kapazitätsgrenze und so entschieden sich die Betreiber dafür, den Privatkundenbereich auszulagern und in einen Mischbetrieb mit Textilreinigung umzuwandeln. Sohn Christof Einhauser hatte sich inzwischen als Meister im Textilpflegemetier etabliert und wurde von den Eltern als Betriebsleiter des abgetrennten Unternehmensbereichs eingesetzt, während die Eltern den großen Wäschereibetrieb weiterführten. 1995 kam für diesen Unternehmensteil dann das Ende. Wie so viele mittelständische Wäschereien wurde auch Einhauser das Opfer einer Preispolitik, die mit betriebswirtschaftlichen Erfordernissen nicht mehr viel zu tun hat. Das Unternehmen der Familie Einhauser konzentrierte sich nunmehr unter der Regie von Christof Einhauser mit Privatwäsche und Wäsche aus Kleingewerbe, Hotels und Restaurants auf den verbliebenen Unternehmensteil.

Textilpflege Einhauser wächst

1999 wurde im Wangener Niederdorf ein Hallenbau erworben, der als ehemalige Werkstatt für Autos und Landmaschinen die Voraussetzungen auch für die Unterbringung eines Textilpflegebetriebs bot. Der Standort ist tatsächlich ideal für den Einhauser-Betrieb geeignet: er liegt nahe bei der Innenstadt Wangens und auf unmittelbar angrenzenden großzügigen Parkplätzen können die Kunden ihre Fahrzeuge abstellen.

Neben der Zentrale in Wangen unterhält Einhauser Annahmestellen in Isny und Leutkirch sowie in Bregenz, der Vorarlberger Stadt am Bodensee. Der Mischbetrieb bildet die ideale Voraussetzung für ein komplettes Dienstleistungsangebot in Sachen Textilpflege.

Für Kollegenbetriebe kann er je nach Bedarf Wäscherei- oder Reinigungsleistungen erbringen. In der Vielfalt der Aufgaben liegt die Chance für das Unternehmen. Und Christof Einhauser hat dies in voller Tragweite erkannt und seine Unternehmenspolitik stringent darauf ausgerichtet.

Energie: Dampf heizt Maschinen

Seit Jahren steht Einhauser in einer guten Geschäftsbeziehung zu dem mainfränkischen Vertriebsunternehmen Heprotex Maschinen. Ein Teil der Waschtechnik wurde beispielsweise von Heprotex bezogen. Gleiches gilt für die Trockner. Als Christof Einhauser während der Texcare 2008 auf der Suche nach einem neuen Dampflieferanten den Messestand seines Technik-Partners besuchte, machte er Bekanntschaft mit dem Dampftechnikprogramm von Heprotex. Interessant für seinen Betrieb erschienen ihm da die Dreizugkessel der TFI-Serie der Firma Manara Roberto.

Diese relativ kompakt gebauten Wasserraumkessel, bieten laut Hersteller den Vorteil einer schnellen Hochheizzeit und Dampfstabilität. Einhauser war überzeugt und erwarb einen TFI 50 mit einer Leistung von 500 Kilogramm Dampf in der Stunde, der unmittelbar im Anschluss an die Messe in seinem Wangener Betrieb installiert wurde. An den neuen Kessel wurde dann praktisch die gesamte Textilpflegetechnik des Einhauser-Betriebs gekoppelt: Das sind immerhin drei Waschschleudermaschinen, zwei dampfbeheizte Trockner, die Reinigungsmaschine, zwei Mangeln und die gesamte Finish-Technik mit Hemden- und Formfinisher, Hosentopper, Kittelpresse und Bügeltischen.

Um einen möglichst sparsamen Betrieb der Kesselanlage zu gewährleisten, wurde ein "Ecomat" zur Speisewasservorwärmung integriert. Konstruktionsbedingt ist der Manara-Kessel auf sparsamsten Energieeinsatz ausgelegt, so ist beispielsweise die Rauchgaswendekammer von Wasser umspült und gewährleistet somit nach Angaben des Herstellers einen lückenlosen Wärmeübergang. Dies schlägt sich auch in einer Verbrauchsreduzierung an Primärenergie nieder und zeigt sich vor allem in den kurzen Aufheizzeiten des Wasserraumkessels: Einhauser muss lediglich 20 Minuten warten, um vollen trockenen Dampf ziehen zu können. Der Kostenfaktor Energie dürfte bei Einhauser damit etwas entschärft sein.