Laut Industieverband Textil Service (intex) gehen die Unternehmen, die Kunden hierzulande mit Berufsbekleidung versorgen, von einem kontinuierlichen Wachstum von etwa fünf Prozent aus. Eine Studie hat nun den Markt bei unseren Nachbarn in Zentral- und Osteuropa untersucht: Stark wachsende Märkte werden von dort u.a. von deutschen und österreichischen Dienstleistern geprägt.
Wachstumspotenzial in Osteuropa
Der Markt für Mietservice im Textilbereich in den fünf untersuchten ost- und zentraleuropäischen Staaten Polen, Tschechien, Slowakei, Ungarn und Slowenien wuchs 2007 insgesamt um elf Prozent und überschritt die Umsatzschwelle von 250 Millionen Euro. Die anhaltend hohen Wachstumsraten sorgen für eine Verdopplung des Marktvolumens bis 2013, wie eine Studie von Interconnection Consulting aus Wien ergibt.
In Polen ist der Markt für Mietservice im Textilbereich in der Anfangsphase seiner Entwicklung. Beeindruckende Wachstumsraten von ca. 16 Prozent für 2007 und eine erwartete von beinahe 19 Prozent für 2008 geben Zeugnis einer guten Performance ab. Bis 2011 prognostiziert die Studie eine jährliche durchschnittliche Wachstumsrate von 16,5 Prozent. Der Aufholbedarf Polens gegenüber ähnlichen Volkswirtschaften spiegelt sich im hohen Wachstum wider. Auch in den anderen Märkten sind ausschließlich Zuwächse zu verzeichnen: Die Spanne im Jahr 2007 reicht von ca. zehn Prozent für Tschechien bis über vier Prozent für den bereits relativ gesättigten Markt Slowenien.
Innerhalb der Branche verzeichnet die Arbeitsbekleidung für Industrie, Hotels und Krankenhäuser etc. den größten Umsatzanteil mit über 90 Millionen Euro. Weitere Servicegruppen sind der Mattenservice mit ca. 45 Millionen Euro, der Waschraum Service gleichauf mit Leinen mit jeweils ca. 37 Millionen Euro sowie die Servicegruppen Schutzkleidung und Reinraumtextilien. Die beiden Gruppen Arbeits- und Schutzbekleidung haben mit erwarteten jährlichen Wachstumsraten von 13 bis 14 Prozent die rosigsten Aussichten.
Fast 50 Prozent des Umsatzes entfallen auf das Segment Industrie, Handwerk und Handel. Weitere wichtige Abnehmer sind Hotellerie und Gastronomie, die einen Anteil von beinahe einem Viertel haben. Traditionell wichtig ist der Gesundheitsbereich mit ca. 18 Prozent. Regionale Unterschiede in der Abnehmerstruktur zeigen sich beispielsweise in Slowenien und Tschechien, wo die Hotellerie und Gastronomie mit einem Anteil von rund einem Drittel einen wichtigen Kunden darstellt. In Ungarn sowie der Slowakei sind Industrie, Handwerk und Handel anteilsmäßig überdurchschnittlich ausgeprägt.
Die Märkte für Miettextilien werden von ausländischen Unternehmen geprägt, die allerdings nicht überall gleich präsent sind. Zu den dominierendsten Playern zählen Salesianer Miettex, HTS (CWS Boco), die Lindström Group, Berendsen und Mewa. Die Marktmacht der lokalen Player ist in Polen am stärksten. Generell gibt es einen Trend zu höherer Marktkonzentration. Die Top 5 haben in den zentral- und osteuropäischen Staaten einen Marktanteil von mehr als 45 Prozent.
Für das anhaltende Wachstum sind mehrere Gründe verantwortlich: Generell gibt es eine Tendenz zu verstärktem Outsourcing. Obwohl Eigentum nach der kommunistischen Ära noch eine Prestigeangelegenheit ist, setzt nach und nach ein Umdenken ein. Weiterer Wachstumstreiber ist der Trend zu Corporate Identity, das sich mit Hilfe von angemieteter Bekleidung effizient durchführen lässt. Kostentransparenz und Flexibilität sind ebenso Argumente der Unternehmerseite, verstärkt auf Miettextilien zurückzugreifen. Außerdem sind EU-Sicherheitsrichtlinien ein Grund für Unternehmen, zertifizierte Textilien anzumieten. Auch umweltpolitische Überlegungen könnten sich in Zukunft noch als Wachstumstreiber herausstellen. Wie z.B. eine Studie des Europäischen Textilverbandes beweist, ist die industrielle Reinigung wesentlich umweltschonender.
Es gibt also nachhaltige Argumente für ein zukünftig noch hohes
Wachstum in diesem Markt, wo der Kunde anspruchsvoller wird und Qualität, Service sowie Preis im Paket stimmen müssen. Die Wachstumschancen sind da, genutzt werden müssen sie nun von den Unternehmen.rwt
Infos: www.interconnectionconsulting.com