Oftmals haben Schiffe – wie auch Hotels an Land – mit Schwund an Flachwäsche zu kämpfen. Hinzu kommt auf hoher See im Rahmen einer Kreuzfahrt, dass eine Lieferung neuer Wäsche vom Hersteller bis zu drei Monate dauern kann. Die Crew muss bereits bei der aktuellen Lieferung den Schwund für die nächste Bestellung von neuen Wäscheteilen im Voraus abschätzen und einkalkulieren. Ein nicht wirklich planbares Geschäft. Für diesen Fall hat die SoCom Informationssysteme GmbH nach eigenen Angaben die passende Lösung im Gepäck.
Um einen besseren Überblick zu erlangen und somit besser planen zu können, wurde die „Smartex Scan“-App entwickelt. Ziel ist es, auf einfache und schnelle Weise mit dem Smartphone oder einem Tablet-PC an sämtlichen Stellen an Bord herauszufinden, wie viel Wäsche sich wo befindet. Mit Hilfe von RFID-Technik und einem mobilen Bluetooth-Reader können alle Teile jederzeit und ortsunabhängig erfasst und mit der Wäschereisoftware TIKOS abgeglichen werden, verspricht SoCom. Voraussetzung ist, jedes Flachwäscheteil mit einem UHF-Chip zu versehen, damit alle Wäscheteile im Container komplett gelesen werden können. Erstmalig werde diese App auf der AIDA eingesetzt. Im gesamten Wäschekreislauf an Bord werden die Teile an mehreren Lesestationen gescannt und überprüft. Defekte Chips und ungechipte Teile werden herausgefiltert, bisher nicht erfasste Wäscheteile werden nachträglich an der Mangelstation erfasst. „Aufgrund der zahlreichen Lesestationen wird es uns gelingen, eine nahezu 100-prozentige Erfassung der gesamten Flachwäscheteile in unserer Wäscherei an Bord zu erreichen“, erläutert Petra Barg, Managerin Housekeeping.
Während und nach jeder Rundreise führt die AIDA-Crew eine Inventur durch. Pro Deck soll der tatsächliche Bestand aller Wäscheteile mit Hilfe der „Smartex Scan“-App erfasst werden. Ein Abgleich mit dem in TIKOS hinterlegten Bestand liefert schnell und übersichtlich den Schwund. Teile, welche längere Zeit nicht erfasst wurden, werden automatisch mit einem frei definierbaren Sonderstatus versehen und gelten als ausgemustert. Dies vermeidet laut SoCom verzerrte Auswertungen hinsichtlich der Beurteilung von Lieferanten und der Lebensdauer von Wäscheteilen.
„Die benutzerfreundliche App wird es uns ermöglichen, auf einfache Art und Weise sämtliche Wäscheteile ortsunabhängig zu erfassen. Gleichzeitig verschafft uns dies einen Überblick über den tatsächlich an Bord verbleibenden Wäschebestand. Das erleichtert uns nicht nur die rechtzeitige Planung für Neubestellungen, sondern auch die Produktionsplanung an Bord“, sagt Petra Barg. Da oftmals nicht überall an Deck WLAN vorhanden ist, wurde bei der Entwicklung der Scan-App auch die Offline-Erfassung berücksichtigt, sodass keine dauerhafte Internetverbindung gegeben sein muss.
Die „Smartex Scan“-App ist nach Angaben von SoCom auch in Hotels oder Krankenhäusern einsetzbar. Sie soll eine einfache, schnelle und ortsunabhängige Bestandszählung ermöglichen. Durch die automatische und direkte Datenübermittlung der Inventurergebnisse zum Beispiel im Hotel oder auf Station weiß die Wäscherei schon heute, was morgen kommen wird, so der Softwareanbieter. Die Produktion lasse sich somit noch effizienter planen. Auch der Schwund an Flachwäsche werde messbarer und somit für die Gesamtplanung kalkulierbarer.
Infos: www.socom.de