Prozesse in der Wäscherei Wäsche Perle: „Der RFID-Chip allein nützt nichts“

RFID entfaltet das volle Potenzial erst im Zusammenspiel mit einer integrierten ERP-Lösung. Durch die Verbindung von praxisnaher Software, automatischer Datenerfassung und zentraler Prozesssteuerung mit der Betriebsplattform TIKOS von SoCom schuf die Wäsche Perle AG durchgängige und effiziente Abläufe. Im Alltag bedeutet dies: weniger manuelle Tätigkeiten, mehr Transparenz und bessere Steuerbarkeit.

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Mithilfe von RFID erfasst die Wäsche Perle AG ihre Textilien inzwischen automatisiert. - © SoCom/Wäsche Perle

Unklare Bestände, aufwendige Abstimmungen zwischen Produktion und Logistik sowie fehlende Echtzeitdaten führen in vielen Textilservicebetrieben zu Ineffizienz, Fehlerquellen und unnötigen Kosten. Um diese Herausforderungen nachhaltig zu lösen, braucht es Systeme, die Prozesse nicht nur abbilden, sondern durchgängig steuern und transparent machen.

Die Wäsche Perle AG stand vor den typischen Problemen der Branche – fehlender Transparenz über Bestände und Umläufe, manuellen Zählprozessen und hohem Abstimmungsaufwand –, während sich die Auftragsbücher füllten. Vor diesem Hintergrund führte das Unternehmen die Betriebsplattform TIKOS von SoCom ein und setzte auf RFID-Chips. Diese Kombination ermöglichte eine durchgängige Digitalisierung, die skalierbare Prozesse schafft und Transparenz zur Steuerungsbasis macht. Die tägliche Wäschemenge stieg im Zuge dieser Entwicklung von 3 auf 30 Tonnen. Das Entscheidende: Die Wäscherei bewältigte das Wachstum ohne proportionalen Ausbau der Verwaltung.

Mit RFID Textilien automatisiert erfassen

Mit der Einführung von RFID kennzeichnet das Unternehmen jedes einzelne Wäschestück eindeutig. Dadurch lassen sich Textilien heute automatisiert erfassen – unabhängig davon, ob sie sich im Wareneingang, in der Sortierung, in der Waschstraße oder in der Auslieferung befinden.

Doch die Technologie ist nicht alles: „Der RFID-Chip allein nützt nichts“, erklärt Lukas Röthlisberger, Geschäftsführer der Wäsche Perle AG. „Entscheidend ist das System dahinter.“ Damit meint er die Integration der RFID-Daten in TIKOS. Erst dadurch entsteht ein durchgängiger digitaler Prozess. Alle Informationen aus Kennzeichnung, RFID-Gates und mobilen Geräten mit den App-Lösungen von SoCom fließen zentral zusammen und werden in Echtzeit verarbeitet. Das Ergebnis: vollständige Transparenz. Entscheidungen beruhen auf Echtzeitdaten statt auf Bauchgefühl.

Für die Wäsche Perle AG bedeutet das konkret: Bestände sind jederzeit exakt bekannt, Umläufe lassen sich präzise nachvollziehen und Aufenthaltszeiten beim Kunden werden sichtbar. Aufwendige manuelle Tätigkeiten wie Zählen oder Suchen entfallen nahezu vollständig.

Wissen systemseitig verfügbar gemacht

Ein weiterer zentraler Vorteil ist die Unabhängigkeit vom individuellen Erfahrungswissen einzelner Mitarbeiter. In vielen Betrieben liegt prozessrelevantes Wissen in den Köpfen erfahrener Arbeitskräfte – mit entsprechenden Risiken bei Ausfall, Fluktuation oder Wachstum. Durch die kontinuierliche Datenerfassung mit RFID und die zentrale Verarbeitung in TIKOS wird dieses Wissen systemseitig verfügbar gemacht. Produktions- und Logistikprozesse lassen sich dadurch gezielt steuern, Engpässe frühzeitig erkennen und Materialflüsse effizient organisieren. Entscheidungen basieren nicht mehr auf individuellen Erfahrungswerten, sondern auf belastbaren Echtzeitdaten – reproduzierbar und skalierbar. „Das Wissen ist im System – nicht beim einzelnen Mitarbeiter“, erklärt Röthlisberger.

Cosimo Altavilla, Head of Sales bei der SoCom Informationssysteme GmbH, fügt hinzu: „Digitalisierung bedeutet für uns vor allem, wenn unsere Kunden ihren gesamten Betrieb auf einer durchgängigen Datenbasis – statt über mehrere Systeme – steuern können. Erst wenn alle Informationen im System verfügbar sind, entsteht echte Effizienz.“

Logistik: Neue Erlösquellen schaffen

Auch auf der Ebene der Transportlogistik schafft das Zusammenspiel von TIKOS und RFID messbaren Mehrwert. Das System erfasst Container und Behälter automatisch und macht sie eindeutig nachverfolgbar. Die Wäsche Perle AG weiß jederzeit, wo sich ihre Betriebsmittel befinden, wie lange sie im Umlauf sind und wie sie tatsächlich genutzt werden. Das verbessert die Umlaufsteuerung, reduziert Verluste und erhöht die Verfügbarkeit im täglichen Betrieb.

Daraus entsteht ein starker wirtschaftlicher Hebel: eine neue Erlösquelle. Dank der transparenten Nutzungserfassung lassen sich Leistungen wie Containermiete erstmals verursachungsgerecht und datenbasiert abrechnen. Was früher als notwendiger Bestandteil der Logistik mitlief, wird zu einem eigenständigen, monetarisierbaren Service. RFID liefert die Datenbasis, TIKOS macht sie abrechenbar – ein Mehrwert für Wirtschaftlichkeit und Geschäftsmodell.

Darüber hinaus stärkt die gewonnene Transparenz auch die Kundenbeziehung. Die lückenlose Nachverfolgbarkeit ermöglicht es, jederzeit fundierte Auskunft über Lieferungen, Mengen und Umläufe zu geben. Das schafft Vertrauen und hebt die Servicequalität auf ein neues Niveau.


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