Am 23. Februar 2025 steht die vorgezogene Neuwahl des Deutschen Bundestags an. Der Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) hat dazu 25 Forderungen formuliert. Einige würden Textilservicebetriebe wahrscheinlich blind unterschreiben, glaubt R+WTextilservice-Chefredakteur Peter Schmid.
Das Thema "Bundestagswahl" bewegt die Branche. Wünsche an den neuen Bundestag haben sicherlich viele Textilpflegebetriebe.
Auch ZDH-Präsident Jörg Dittrich wünscht sich von der Politik "klare Signale der Entlastung, des Aufbruchs und der Stabilität“. Mit einem Wahlcheck "25 für 25" brachte der ZDH dabei zentrale Anliegen des Handwerks in die politische Auseinandersetzung ein.
Einige der 25 formulierten ZDH-Forderungen würden wahrscheinlich auch zahlreiche Textilservice-Betriebe blind unterschreiben. So sollten beispielsweise Betriebe und Beschäftigte bei Steuern und Abgaben spürbar entlastet werden. Impulse aus Beschäftigung, Investitionen und Kaufkraft könnten daraus resultieren.
Energiepolitisches Gesamtkonzept
Oder, so eine andere Forderung, die Steuerbelastung für Strom und Energie wird unbürokratisch auf das europäische Mindestmaß gesenkt, Netzentgelte werden reduziert.
Durch ein energiepolitisches Gesamtkonzept könnte eine wettbewerbsfähige, bezahlbare und sichere Energieversorgung gewährleistet werden.
Eine weitere Forderung soll wieder Lust auf Unternehmertum machen und die Belastung der Unternehmen mit Bürokratie deutlich reduzieren. Dazu sollten unverhältnismäßige Berichts- und Dokumentationspflichten systematisch abgebaut werden, ohne Schutzstandards für Beschäftigte einzuschränken.
Forderungen zur Bundestagswahl
Um Potenziale zur Sicherung von Fachkräften auszuschöpfen, fordert der ZDH u. a.: Stärkung der Meisterqualifizierung als Garant für Verbraucherschutz, Ausbildungssicherung und Gefahrenprävention. Dazu eine verpflichtende Berufsorientierung bundesweit an allen Schulen sowie eine unbürokratische Unterstützung für kleine und mittlere Unternehmen, die Auszubildende oder Fachkräfte aus Drittstaaten beschäftigen wollen…
Kommt Tauwetter für Textilservice-Betriebe?
"Der Februar ist ein eigener Kauz, wenn's nicht gefroren ist, dann taut's." Ob diese Bauernregel auch auf den Urnengang zur Wahl des 21. Deutschen Bundestages (23. Februar 2025) zutrifft, ob sich Textilservice-Betriebe auf Tauwetter und wirtschaftsfreundliche Erleichterungen freuen können oder ob bestimmte Dinge tiefgekühlt und unbeweglich erscheinen, wird sich zeigen. Viele Themen, die in der politischen Denke nicht als "sexy" gelten, haben die Unternehmen des Textilservice gerade auch in den Bereichen einer nachhaltigen Kreislauf- und Wertschöpfungskette mehr als positiv besetzt und bewiesen.
Meine Lieblingsforderung aus dem "25 für 25"-Katalog des ZDH lautet: "Vielfalt und Weltoffenheit werden in allen Regionen als unverzichtbare Voraussetzung für einen attraktiven Wirtschafts- und Beschäftigungsstandort Deutschland gelebt und unterstützt." Wie wahr!
