Um die zwölf Nächte zwischen den Jahren ranken sich viele Mythen. So soll man vom 25. Dezember bis 6. Januar – in den sogenannten Raunächten – beispielsweise keine Wäsche waschen. Aber warum eigentlich?

Eigentlich geht es gar nicht um das Waschen selbst. Konkret verbietet der Aberglaube allerdings, das Aufhängen von Wäsche im Freien.
Besonders gilt das für weiße Flachwäsche.
Raunacht: Was passiert, wenn man Wäsche aufhängt
Je nach Region treiben während der Raunächte Geister oder andere Gestalten ihr Unwesen. Verheddern sie sich in den Laken finden sie nicht mehr in die Unterwelt – oder nutzen diese als Leichentuch.
Verheddern sich Geister in weißer Wäsche,
dann werden sie böse.
Die „Wilde Jagd“
reißt Wäsche von der Leine
und zerfetzt sie.
Wilde Reiter stehlen weiße Wäsche
und verwenden sie als Leichentücher.
Bleiben Wotan und sein wildes Heer
in der Wäsche hängen, treiben
sie ihr Unwesen auf dem Gehöft.
Woher kommt der Aberglaube? Die Antwort steckt im Namen: Raunächte
Viele leiten den Begriff "Rau" vom Wort für "Pelz" ab, den die Dämonen tragen. Andere erklären sich den Aberglauben weitaus pragmatischer – und zwar mit einer zweiten Herleitung: dem „Rauch“.
Um Geister zu vertreiben verbrannte man traditionellerweise Kräuter in Haus und Hof – und dieser Rauch setzte sich in der Wäsche fest. Und wer will schon frische Wäsche, die nach Rauch riecht?
Der Aberglaube hat nichts mit dem frostigen Temperaturen zu tun
Wenn es im Winter friert, trocknet Wäsche an der Leine draußen sogar schneller als drinnen. Dahinter steckt ein physikalischer Vorgang: die Sublimation. Das Wasser gefriert und geht direkt in Dampf über.
Bei leichtem Wind und etwas Sonne trocknet die Wäsche innerhalb eines Tages. Minusgrade haben weitere Effekte auf
Wäsche: Sie duftet frisch nach klarer Luft und das Frosttrocknen schont die Fasern. Allerdings nur, wenn die Wäsche sich beim Abnehmen weich anfühlt. Ist sie noch steif, ist sie noch nicht vollständig getrocknet und die Textilien könnten brechen.