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Serie: Onlinetextilreinigungen (Teil 12) WaschMal: Service auch in ländlicheren Gegenden

Sie wollen ein junges Publikum erreichen, das keine Zeit hat, in die stationäre Textilreinigung zu gehen. Onlinereinigungen und mobile Wäschereiservices setzen auf die Digitalisierung. Immer mehr Start-ups drängen auf den Markt, andere verlassen ihn bereits wieder. Damit Sie nicht den Überblick verlieren, bietet R+WTextilservice zusammen mit der Europäischen Forschungsvereinigung Innovative Textilpflege eine Serie. Im zwölften Teil geht es um WaschMal – ein Unternehmen, das bereits in mehr als 700 Städten Partner gefunden hat.

Im Bereich der Onlinetextilreinigungen tut sich ständig etwas. Deshalb wollen die Europäische Forschungsvereinigung Innovative Textilpflege (EFIT) und R+WTextilservice gemeinsam Orientierung geben. In der zwölften Folge der Serie rund um Onlinetextilreinigungen geht es um WaschMal, einen mobilen Wäscheservice, der den Service u.a. in ländlichere Gegenden bringen will (siehe auch R+WTextilservice Ausgabe 7/2017). Dabei setzt WaschMal eigenen Angaben zufolge auf Harmonisierung statt – wie einige bereits aus dem Markt ausgeschiedene Mitbewerber – auf Ver­drängung.

WaschMal: www.waschmal.de

  • Claim: Dein mobiler Wäscheservice: abholen – waschen – liefern.
  • Standorte: mehr als 700 Städte in Deutschland; Unternehmenssitz: Köln.
  • Zielgruppe: Geschäfts-/Privatkunden.
  • Leistungen: Abholung, Reinigung und Lieferung; individuelle Lieferzeiten abhängig von Stadt und Postleitzahl; Schrankservice mit Abholung und Lieferung ins Unternehmen.
  • Konzept: Buchung über Web­site, oder App (Android/iOS).
  • Preisliste (Auszüge für Augsburg; Preise variieren je nach Gebiet):– Anzughose: 6,40 Euro.– Hemd von Hand gebügelt: 2,30 Euro.– Jackett/Sakko: 8,70 Euro.– Blazer: 8,40 Euro.– Mindestbestellwert: 15 Euro.
  • Zahlungsarten: Paypal, Klarna, SEPA-Lastschrift, Kreditkarte, auf Rechnung und 44 Euro steuerfreier Sachbezug.
  • Unternehmen/Geschäftsführer: WaschMal GmbH/Stefan Büsse­maker.
  • Corporate Design: Website und App in eigenem WaschMal-CD. Partnertextilpflegebetriebe treten mit eigenen Fahrern beim Kunden auf.
  • Konditionen für teilnehmende bzw. interessierte Textilreiniger sind nicht öffentlich. WaschMal bekommt nach eigenen Angaben eine Vermittlungspauschale von unter 20 Prozent.

WaschMal wurde „aus der Not heraus geboren“, so der Gründer und Geschäftsführer Stefan Büssemaker. Er kommt von der ökonomisch-theoretischen Seite, hat Informatik studiert und war damals noch als Berater im Bereich E-Commerce aktiv. Neben vielen Geschäftsterminen auch noch zur Reinigung fahren, war zeitlich für ihn unmöglich. Bei der Gründung von WaschMal 2016 fragte Büssemaker sich, warum es Onlinewäscheservices fast nur in Großstädten gibt. Über WaschMal möchte er deutschlandweit Aufträge im Bereich der Textilpflege vermitteln – nicht nur in Köln, Berlin und München, sondern auch in Kleinstädten und ländlicheren Gebieten. Dabei setzt das Unternehmen auf bestehende lokale, professionelle Textilreinigungen und Wäschereien. Statt die lokalen Reiniger durch das Eröffnen eigener Standorte vor Ort zu verdrängen, möchte WaschMal nach eigenen Angaben eine Harmonisierung erreichen, indem die Aufträge an diese lokalen Reiniger unter deren Bedingungen weitervermittelt werden.

Den Schritt ins digitale Zeitalter schaffen

Mit WaschMal sollen Reiniger den Schritt in das Zeitalter der Digitalisierung schaffen. Einer der Vorteile für die Textilreinigung bei der Zusammenarbeit mit WaschMal liege in der Erschließung neuer Zielgruppen – Menschen mit wenig Zeit. Das Reinigen der Textilien soll für den Kunden auf wenige Klicks reduziert werden: Er bestellt via Website oder App den passenden Wäscheservice nach Eingabe der Postleitzahl. Der Kunde gibt die zu reinigenden Artikel, Abholzeit und -ort an und ein Fahrer der Textilreinigung holt die Wäsche ab. Der Textilpflegebetrieb steht laut WaschMal nicht unter Zeitdruck, sondern kann die Aufträge entsprechend der eigenen Kapazitäten abarbeiten. Sind die Textilien gereinigt, kann die Wäscherei die Bestellung auf „gereinigt“ setzen und der Kunde wird per App oder E-Mail benachrichtigt, woraufhin er sich einen erneuten Lieferzeitpunkt und -ort auswählen kann.

WaschMal schreibt keine Preise oder Lieferzeiten vor, so der Anbieter. Die Textilreinigungen, die bei WaschMal gelistet sind, können eigene Preise, Mindestbestellwert und Liefer- oder Abholpauschalen definieren.

Feedback erhalten die Wäschereien direkt über ein internes Bewertungssystem. Sollte es doch einmal Reklamationen geben, unterstützt WaschMal sowohl den Kunden als auch die Reinigung vor Ort und bietet einen Support, der über eine Chatfunktion auf der Website oder eine Kundenhotline ohne Warteschleife genutzt werden kann.

Unterstützung der Partnerreinigungen

Für den Textilreiniger und seine Fahrer soll durch die Digitalisierung mit WaschMal die Arbeit erleichtert werden. Von der Bestellung bis zum digitalen Bezahlprozess sind fast alle Abläufe automatisiert. WaschMal stellt der Wäscherei eine Fahrer-App zur Verfügung, in der dem Fahrer die Aufträge sowie Lieferzeiten und Route angezeigt werden, die aktuell für sein Postleitzahlgebiet vorliegen.

WaschMal unterstützt die Partnerreinigungen mit einem flächendeckenden, aber konzentrierten Marketing, so der Anbieter. Durch interne Erfahrungswerte könne man optimale Kampagnen über diverse mediale Kanäle aufsetzen, die dem Reiniger zu einer erhöhten Reichweite und Kundengewinnung verhelfen sollen.

WaschMal bietet außerdem einen Unternehmensservice an, der laut Anbieter bereits von Kunden in ganz Deutschland genutzt wird. Mit diesem Service kann z.B. zum Konzern, Krankenhaus, Hotel, zur Kanzlei, Praxis, auf das Firmengelände oder in die Apotheke geliefert werden. Dabei gibt es keinen Mindestbestellwert oder Abholpauschalen, dafür regelmäßige, feste Abhol- und Liefertermine, so WaschMal. Bei einer Bestellung geben Kunden anstatt der Postleitzahl eine Schrankkennung an. Zur Unterscheidung der verschiedenen Wäschesäcke hängen die Kunden einen Anhänger mit der Bestellnummer an den Wäschesack. Nach der Reinigung wird die Wäsche sauber und schrankfertig in die Wäschestation des Unternehmens geliefert, während der Kunde von WaschMal per E-Mail oder mittels Pushnachricht informiert wird, dass die gereinigte Wäsche für ihn bereitliegt. Durch den Unternehmensservice soll der Reiniger regelmäßig größere Bestellungen für weniger Fahrweg erhalten, die ihm eine gewisse planmäßige Routine ermöglichen.

Gemeinsam einen Mehrwert erzeugen

„Wir wollen gemeinsam mit den Reinigungen einen Mehrwert erzeugen, einfach und effizient. WaschMal funktioniert überall“, ist Büssemaker überzeugt. Interessierte Textilreinigungen können sich direkt über die Webseite anmelden. Büssemaker verspricht: In wenigen Minuten können Dienstleister ihr Profil einrichten lassen und so ihre Reichweite steigern. Die Reinigung wählt die Postleitzahlen, in denen sie tätig ist, selbst aus und kann dieses Liefergebiet nach Bedarf jeder Zeit anpassen. So ist es ein Leichtes, neue Kunden zu gewinnen oder neue Gebiete testweise zu beliefern, verspricht WaschMal. Einzige Voraussetzung: Der Betrieb braucht einen Fahrer und ein Fahrzeug für die Lieferungen. WaschMal stellt die Plattform und das Marketing, einen umfassenden E-Commerce-Kanal, „um den Wäsche- und Reinigungsservice auf das nächste Level zu bringen“, sagt Büssemaker. „Wir wollen einen fairen Service bieten, von dem alle Seiten profitieren. So können wir auch in kleinen Gebieten operieren und haben dadurch viel mehr Möglichkeiten.“

Ziel: Flächendeckend in Deutschland

Wie sehen die Zukunftspläne des Unternehmens aus? WaschMal möchte eigenen Angaben zufolge Ende 2019 in Deutschland flächendeckend vertreten sein; sowohl für den einzelnen Kunden als auch mit dem Unternehmensservice. Trotz des Wachstums wird WaschMal nach eigenen Angaben noch bis Ende Februar 2019 die alten Vermittlungspauschalen beibehalten. Neben dem kontinuierlichen Erhalt der Qualität möchte WaschMal sich und seinen Service für die Kunden stetig optimieren.

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