Im Jahr 2008 hat der Deutsche Textilreinigungs-Verband (DTV) die Verbandszertifizierung initiiert. Neben dem branchenrelevanten Qualitätsmanagement (QM) bietet die Zertifizierung die Managementmodule Arbeitssicherheit, Umweltmanagement und nun auch ein Hygienemanagement gemäß EN 14065 RABC.
Zertifizierung auf Erfolgskurs
Im Jahr 2008 hat der Deutsche Textilreinigungs-Verband (DTV) die Verbandszertifizierung initiiert. Neben dem branchenrelevanten Qualitätsmanagement (QM) bietet die Zertifizierung die Managementmodule Arbeitssicherheit, Umweltmanagement und nun auch ein Hygienemanagement gemäß EN 14065 RABC.
Mit 14 Pilotbetrieben und insgesamt etwa 500 Mitarbeitern startete die DTV-Verbandszertifizierung im Jahr 2008. Ihnen ermöglichte die Zertifizierung eine Alternative zur Einzelzertifizierung von Managementsystemen, die laut DTV eine Kosteneinsparung von bis zu 40 Prozent allein für die Zertifizierung mit sich brachte. Das in Zusammenarbeit mit Experten entstandene QM-System gemäß ISO 9001 (DTV-Modul 1) wurde kontinuierlich durch die Aspekte Arbeitssicherheit (Modul 2), Umweltmanagement (Modul 3) und Hygienemanagement (Modul 4) ergänzt (siehe auch Kasten „Das beinhalten die Bausteine“). Weitere Module in Planung sind beispielsweise Datenschutz und Brandschutz. Die jeweiligen Bausteine stellen eine Ergänzung des bestehenden QM-Systems dar, können allerdings auch einzeln gebucht werden.
„Der offene, modulare Aufbau ermöglicht den Betrieben eine am tatsächlichen Bedarf orientiere Erweiterung des QM-Systems“, erklärt Oliver Ludolph von der Intrasys GmbH, Beratungspartnergesellschaft des DTV für die Verbandszertifizierung. „Darüber hinaus profitieren unsere Mitglieder von dem informellen, kollegialen Austausch während der jährlichen QM-Ausschusstreffen“, ergänzt Heike Fritsche, Verantwortliche im DTV für die Verbandszertifizierung und das Qualitätsmanagement der Geschäftsstelle in Bonn. „Unter dem Dach des DTV vereinen wir inzwischen 34 zertifizierte Unternehmen mit 10 bis 550 Mitarbeitern und insgesamt 3.000 Beschäftigten. Die Integration der Module Arbeitssicherheit und Umweltmanagement wurde von vielen Betrieben positiv angenommen“, führt sie aus.
„Auch im fünften Jahr der Verbandszertifizierung ist es toll zu sehen, wie sich die Teilnehmer, das Managementsystem, aber auch das gesamte Konzept weiterentwickeln“, kommentiert Ludolph anlässlich der Ausschusssitzung am 12. September 2013 in Köln, bei dem sich Mitglieder der Geschäftsleitungen und die QM-Beauftragten der zertifierten Unternehmen trafen. Ein wichtiger Tagesordnungspunkt war die Abstimmung über die Einführung des neuen Moduls „Hygienemanagement“. Einstimmig erklärten die Anwesenden bei der Sitzung nach ausführlicher Diskussion ihr Interesse und den Wunsch nach einer weiteren zielführenden Initiative des Verbands.
Hygiene ist mehr als eine Anforderung
Mit der Entwicklung des neuen Hygienemanagementmoduls in diesem Jahr reagiert der DTV auf Bedürfnisse und Nachfragen der Betriebe. Die Sicherstellung der mikrobiologischen Qualität gehört in zahlreichen Gewerben, Industrien (Gastronomie, Lebensmittelverarbeitung) und im Gesundheitswesen zu den zentralen Kundenanforderungen. Ein Hygienemanagementsystem hilft dabei, die Textilien mit mikrobiologischen Verschmutzungen zu dekontaminieren und sie außerdem vor weiterer Rekontamination zu schützen. Dazu Oliver Ludolph: „Das Hygienemanagement nach RABC-Konzept basiert auf dem europäischen Standard EN 14065. Es gibt Kunden sowie Betrieben die Sicherheit, an den richtigen Punkten im Aufbereitungsprozess mit Hygienemaßnahmen anzusetzen.“ Um die entsprechenden Anforderungen bewerten zu können, bediene sich der DTV einer betriebsspezifischen Risikoanalyse. Dazu gehöre auch die Festlegung der notwendigen Kontrollarten sowie Kontrollpunkte zum Erreichen einer mikrobiologischen Qualität. Das Ziel sei, die Betriebskosten im Bereich Hygiene zu senken und gleichzeitig die Mitarbeiter zu sensibilisieren. Für den Nachweis über ein effektives Hygienemanagement bekommen die Betriebe dann ein Zertifikat gemäß EN 14065.
Sowohl der DTV als auch die Mitgliedsbetriebe sind zufrieden. „Wir sind seit der Pilotphase dabei und ich kann sagen, die gesamte Abwicklung war und ist sehr gut durchorganisiert“, berichtet z.B. Alexander Geith, Geith-Artex Arbeitsschutz & Textilpflege Burghausen. „Gerade für uns als kleineres Unternehmen ist es schwierig, ein umfassendes Qualitätsmanagement anzubieten. Aber unsere Kunden verlangen zunehmend Qualitätsnachweise.“ Und auch Beate Schäfer, Mietwäsche Service GmbH Walldorf, lobt die Initiative des DTV: „Mit der Zertifizierung des Qualitätsmanagements nach ISO 9001 und dem Umweltmanagement nach 14001 haben wir nun klare Vorgaben und nachvollziehbare Dokumentationsstrukturen. Daran können und müssen sich unsere Mitarbeiter halten.“ So konnten Schäfer und ihr Team bereits die erste Prüfung erfolgreich bestehen.
Aus- und Weiterbildung fördern
Auch die DTV-Geschäftsstelle hat sich weiterhin qualifiziert. Das Team in Bonn konnte sich neben der QM- und UM-Zertifizierung speziell im Bereich Aus- und Weiterbildung gemäß AZAV (Akkreditierungs- und Zulassungsverordnung Arbeitsförderung) akkreditieren lassen. „Durch die Zulassung als Bildungsträger sichern wir den Teilnehmern unter anderem den Zugang zum Meister-Bafög“, erklärt Heike Fritsche. Ab Herbst 2013 bietet der Verband einen Lehrgang zur Maßnahmenzertifizierung für die Bearbeitung von Heimtextilien an, der von der Agentur für Arbeit über einen Bildungsgutschein gefördert werden soll.