Bis zur Betriebsübergabe ist es ein langer Weg
Für mittelständische Unternehmer wird die Suche nach Nachfolgern immer schwieriger. Einem Report des Deutschen Industrie- und Handelskammertags (DIHK) zufolge geht die Zahl der potenziellen Nachfolger stetig zurück. Gleichzeitig haben laut Wittener Institut für Familienunternehmen (WIFU) Geschäftsführer häufig Schwierigkeiten, eine familieninterne Übernahme zu realisieren. Für Unternehmer, die sich mit der Nachfolgeproblematik auseinandersetzen möchten, gibt es hier zwei hilfreiche Onlinetipps.
Zur aktuellen Lage: Der DIHK-Report zur Unternehmensnachfolge 2013 liefert detaillierte Zahlen zum Thema. Die Daten basieren auf der Beratungstätigkeit der Industrie- und Handelskammer (IHK) für Seniorunternehmer, die Nachfolger suchen, sowie für Existenzgründer, die einen Betrieb übernehmen möchten. Die Zahlen zeigen: Während sich immer mehr Seniorunternehmer hinsichtlich einer Geschäftsübergabe beraten lassen, kommen immer weniger potenzielle Nachfolger in die Beratung der IHK. Im Jahr 2010 kamen demzufolge noch 1,6 Existenzgründer auf einen Seniorunternehmer; 2012 war das Verhältnis schon bei etwa 1 : 1. Der insgesamt 20 Seiten umfassende Report der DIHK informiert außerdem über Gründe für die Schwierigkeiten, über die aktuelle Finanzierungssituation sowie über die Beratungstätigkeit der IHK. Eine PDF-Version kann online unter www.dihk.de heruntergeladen werden.
Tipps für Familienunternehmen: Mit der Unternehmensübergabe innerhalb eines familiär geführten Betriebs setzt sich das WIFU auseinander. Das Forschungsinstitut beschäftigt sich speziell mit den Strukturen und Besonderheiten von Familienunternehmen und gibt zu diesen Themen regelmäßig Veröffentlichungen heraus. Der Praxisleitfaden „Nachfolge in Familienunternehmen“ hat das Ziel, Unternehmern bei der Umsetzung zu helfen. Der Ratgeber stellt insbesondere heraus, dass es sich bei der Unternehmensnachfolge nicht nur um ein kurzfristiges Ereignis handelt. Vielmehr sollten Unternehmer erkennen, dass die Geschäftsübergabe ein langwieriger Prozess ist. Insgesamt neun Phasen stellt der Ratgeber vor: Von der Erziehung des Nachwuchses über die Vorbereitung des Unternehmens bis hin zur Neuorientierung des Seniors gibt der Leitfaden Hinweise, wie die einzelnen Phasen bewältigt werden können. Auch konkrete Praxistipps sowie die Zusammenfassung eines idealtypischen Übergabeprozesses finden Unternehmer in dem Ratgeber. Die Broschüre umfasst insgesamt 24 Seiten und kann auf der Webseite des Forschungsinstituts unter www.wifu.de heruntergeladen werden.
