Im Gespräch mit Martina Voss, Hauswirtschaftsleiterin im Seniorenheim Sensible Wäsche

Das Deutschordens-Wohnstift in Köln lässt sowohl Bewohner- als auch Hauswäsche von einer externen Wäscherei aufbereiten. Die Hauswirtschaftsleiterin Martina Voss koordiniert die Zusammenarbeit mit dem Dienstleister. RWTextilservice hat bei ihr nachgefragt, worauf es dabei ankommt.

Martina Voss kümmert sich um die Zusammenarbeit mit dem externen Wäschedienst. Meistens ist sie zufrieden. Foto: Voss - © Voss

Sensible Wäsche

„Abgerissene Knöpfe sind bei unseren Bewohnern immer ein großes Thema.“ Martina Voss ist staatlich geprüfte Ökotrophologin und arbeitet im Deutschordens-Wohnstift in Köln als Hauswirtschaftsleiterin. Zu ihren Aufgaben gehört u.a., die Zusammenarbeit mit der externen Großwäscherei zu koordinieren. Voss weiß genau, was sie von der Arbeit des externen Unternehmens erwarten kann und was nicht. Mit RWTextilservice spricht sie über ihre Ansprüche sowie über die Bedürfnisse der Bewohner und des Personals.


RWTextilservice: Frau Voss, welche Wäsche geben Sie an den externen Wäschedienst und wie häufig kommt dieser zu Ihnen ins Haus?

Martina Voss: Die Wäscherei kommt montags bis freitags täglich zu uns, liefert die saubere Wäsche ab und nimmt die Schmutzwäsche mit. Wir geben sowohl die Hauswäsche – wie Handtücher, Bettwäsche und Unterlagen – zum Wäschedienst als auch die Bekleidung der Bewohner. Bei etwa 350 Personen macht das rund 22.000 Wäscheteile, die jeden Monat bearbeitet werden. Von der Socke bis zum Mantel.


RWTextilservice: Wie sehen die Abläufe bei Ihnen aus und sind Sie zufrieden mit der Organisation?

Martina Voss: Ich finde, es läuft relativ gut bei uns. Jeder Bewohner in unserem Haus erhält bei Einzug bis zu sechs Wäschesäcke, die mit Namen und Balkencode gekennzeichnet sind. Darin sammelt er seine persönliche Schmutzwäsche. Auch die Textilien werden beim ersten Waschen mit Namensschildern und Balkencodes versehen. So können die Wäscher und auch wir nachvollziehen, wem welches Teil gehört. Bewohner- sowie Hauswäsche werden in den Wohnbereichen in Containern gesammelt und dann ins Schmutzwäschelager gebracht. Dort werden sie getrennt voneinander gelagert.


RWTextilservice: Und die saubere Wäsche?

Martina Voss: Mit der Reinwäsche läuft es ähnlich. Die Hauswäsche wird gebündelt angeliefert, aber die Bewohnerwäsche ist für jeden Senior einzeln im Paket gepackt und nach Wohnbereichen vorsortiert. Ich habe eine Mitarbeiterin, die sich täglich sechs Stunden lang mit dem Sortieren beschäftigt. Wenn nötig, bekommt sie zusätzliche Unterstützung. Auf den Etagen räumen meine Mitarbeiter die Wäsche dann bei Bedarf bis in die Schränke.


RWTextilservice: Kommt es trotz der Beschriftungen in den Textilien vor, dass Teile verloren gehen oder verwechselt werden?

Martina Voss: Ja klar. Das passiert hin und wieder. Auch in der Wäscherei arbeiten ja nur Menschen, die manchmal einen Fehler machen. Genauso sortieren wir manchmal ein Bekleidungsstück falsch ein. Ab und an liegt es aber auch an den Bewohnern; z.B. wenn sie dement sind und ihre Wäsche in einen falschen Sack packen. Allerdings liegt die Reklamationsrate bei unter einem Prozent. Damit bin ich sehr zufrieden. Und wenn etwas fehlt, können wir anhand der Codierung und der Sortiersoftware relativ gut nachvollziehen, was schiefgelaufen ist.


RWTextilservice: Erhalten Sie oft Beschwerden von Bewohnern, die unzufrieden mit ihrer Wäsche sind? Worauf legen sie besonders wert?

Martina Voss: Die Bekleidung ist für unsere Bewohner ein sehr sensibles Thema. Viele haben ja sonst kaum etwas, das sie mitbringen. Deshalb stellen sie oft zu hohe Ansprüche – z.B. beim Bügeln: Insbesondere die Bewohnerinnen haben zuvor ihre Bekleidung selbst gewaschen und oft jedes Teil gebügelt. Das kann die Großwäscherei nicht leisten; vieles wird nur gelegt.

Ein anderes Beispiel sind aufwendige Paillettenmuster oder Rüschen am Textil. In den großen Wäschereimaschinen kommt es schon vor, dass etwas abreißt oder aus Sicherheitsgründen gar nicht erst angenommen wird. Darauf reagieren die meisten Bewohner zuerst einmal mit Unverständnis. Sie sind sich einfach nicht darüber im Klaren, dass der Wäschedienst mit riesigen Industriemaschinen arbeitet, Hygienevorschriften einhalten muss und aufgrund des hohen Wäscheaufkommens oft unter Zeitdruck steht.


RWTextilservice: Wie gehen Sie mit den Beschwerden um?

Martina Voss: Zuerst einmal versuchen wir, vorzubeugen. Wir informieren neue Bewohner genau darüber, worauf sie achten müssen. Bettwäsche mit Plastikreißverschlüssen können bspw. nicht in der Mangel bearbeitet werden. Manche Senioren müssen zu Beginn Wäsche kaufen, die sie in die Wäscherei geben können. Andere benötigen zusätzliche Ausstattung, da ihnen bei uns nur etwa ein Viertel ihres Bestands zur Verfügung steht; der Rest ist in der Wäsche oder beim Sortieren.

Trotzdem gibt es regelmäßig Beschwerden. Dann können wir eigentlich nur versuchen, den Bewohnern die Situation sachlich zu erklären. Einige Male haben wir aber auch diejenigen, die am meisten geschimpft haben, zu einer Führung durch die Wäscherei eingeladen – inklusive Kaffeeklatsch. Der eine oder andere hat danach großes Verständnis gezeigt.


RWTextilservice: Gibt es auch Dinge, über die Sie oder Ihr Team sich beim Wäschedienst ärgern?

Martina Voss: Eigentlich sind wir zufrieden. Die Wäscherei ist kulant und offen für Gespräche; z.B. bei defekten Teilen. Wenn nachweisbar etwas in der Wäscherei kaputtgegangen ist, kommt das Unternehmen meist für eine Neuanschaffung auf anstatt nur für den Zeitwert.

Wir arbeiten bereits seit 2007 mit unserer Wäscherei zusammen. Natürlich mussten wir zu Beginn einiges auf unsere Bedürfnisse umstellen; z.B. beim Falten und Verpacken der Bekleidung. Inzwischen passt alles. Ärgerlich ist lediglich, wenn es zu großen Schwankungen der Wäschequalität kommt. Ich merke z.B., wenn der Wäschedienst gerade einen Krankenstand hat oder viele Mitarbeiter im Urlaub sind. Sehr knitterige Bekleidungsteile oder
Stücke mit Flecken lasse ich auch mal direkt zurückgehen.

Bei der Hauswäsche würden wir uns eine genauere Kontrolle wünschen. Denn die Textilien werden in der Maschine gefaltet, so dass Defekte den Mitarbeitern gar nicht auffallen. Ein Bettlaken mit Loch wird dann bspw. von uns sortiert, im Schrank abgelegt, später beim Wäschewechsel wieder ausgepackt und ins Zimmer gebracht. Erst dann merkt der Mitarbeiter, dass es kaputt ist, und muss noch einmal von vorne beginnen. So etwas kostet uns bei der Größe des Hauses einfach unnötige Zeit.


RWTextilservice: Frau Voss, vielen Dank für das Gespräch und die Einblicke in
Ihre Arbeit. Jessica Morof

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