Eigenversorgung mit Photovoltaik Strom vom eigenen Dach

Solarstrom ist ökologisch: Energie aus Photovoltaik schont Ressourcen und erzeugt keine Abfallprodukte. Gerade energieintensive Unternehmen wie Textilpflegebetriebe können sich die Sonnenenergie zunutze machen. Immer mehr Firmen erzeugen damit ihre Elektrizität einfach selbst.

Neben ökonomischen Vorteilen hat Solarstrom auch ökologische. Denn die Sonne schickt nie eine Rechnung. Foto: goldbany, Fotolia.com

Strom vom eigenen Dach

Strom aus dem Netz wird stetig teurer. Der jährliche Strompreisanstieg im Gewerbebereich betrug im Durchschnitt in den vergangenen zehn Jahren etwa 3,5 Prozent. Trotz schlauen Einkaufs sind die Stromkosten wenig zu beeinflussen. Sicherlich ein Grund für eine interessante Entwicklung bei deutschen Firmen: Der Trend zur Eigenerzeugung von Strom. Das aktuelle IHK-Energiewende-Barometer 2013 zeigt: Quer durch alle Branchen decken 16 Prozent der Unternehmen Teile ihres Strombedarfs aus eigenen Anlagen. Weitere sieben Prozent bauen aktuell solche Anlagen auf und 16 Prozent haben die Einrichtung von Eigenerzeugungsanlagen ins Auge gefasst. Eine beliebte Lösung zur Eigenstromproduktion sind Photovoltaikanlagen. Diese können durch die Eigennutzung auch ohne Subventionen und trotz EEG-Kürzungen für eingespeisten Strom lukrativ sein. Das Motto lautet: Den Solarstrom nicht verkaufen, sondern möglichst viel selbst nutzen. Gerade für Textilpflegebetriebe, die viel Energie benötigen, eine mögliche Variante, um mit stabilen Stromkosten die Wettbewerbsfähigkeit zu sichern. Beim Eigenverbrauch fallen keinerlei Umlagen, Steuern oder Netzentgelte an, was Solarstrom günstig macht. Die reinen Gestehungskosten liegen bei etwa elf Cent. Das weiß auch Bernd Brandstätter von Greenovative, einem Komplettanbieter von Photovoltaikanlagen.


Günstige Kredite oder Investorenmodelle

Laut dem Diplom-Wirtschaftsingenieur sind Argumente für ein Investment nicht nur die wohl auch zukünftig steigenden Strompreise. „Das Timing ist jetzt ideal, da die Anlagenpreise stagnieren und die Zinsen auf moderatem Niveau sind“, so Brandstätter. Sein Tipp: Die KfW unterstützt Betreiber von PV-Anlagen bei der Finanzierung mit günstigen Krediten. Möglich ist auch das Mieten von Photovoltaikanlagen, die durch Investorenmodelle ohne Eigeninvestition funktionieren.


Außerdem weiß das Team von Greenovative aus Erfahrung: Das Erzeugungsprofil der Photovoltaikanlage passt meist gut zum Bedarf der Betriebe. So steht der Solarstrom parallel zu den Produktionszeiten zur Verfügung. Bei Abweichungen – z.B. einer Stromproduktion über Eigenverbrauch im Sommer – ist auch eine Speicherung möglich.


Neben ökonomischen Vorteilen hat der Solarstrom auch ökologische: Photovoltaik ist CO2-frei und schont die Ressourcen. Denn „die Sonne scheint noch drei bis fünf Milliarden Jahre und schickt nie eine Rechnung“, gibt Brandstätter zu bedenken. Es entstehen zudem keinerlei Abfallprodukte.


„Alles schön und gut: Doch passt eine PV-Anlage überhaupt auf mein Dach?“, wird sich jetzt der ein oder andere fragen. Laut
Greenovative ist Photovoltaik auf fast jedem Dachtyp realisierbar – von Folie, über Bitumen und Trapezblech bis zu Ziegeln. Nur bei Well-Asbest gebe es Probleme. Das Dach bleibt durch die Installation der Anlage sicher und unversehrt. Bei Folien- oder Bitumendächern gibt es Gestellsysteme, die nur aufgelegt werden – ohne Bohren oder Schrauben. Möglich ist dies bei einer Dachneigung bis zu 10 Grad. Bei Trapez- oder Sandwichblechen kommen Stockschrauben, Klemmlösungen und Abdichtungen zum Einsatz; die Dachneigung spielt hier keine Rolle.


Wichtig außerdem: Die belegte Dachfläche sollte verschattungs- und mängelfrei sein. Bei Asbest oder anderen Sanierungsfällen kann ein kombiniertes Projekt (neue Dachhaut und Photovoltaik) Kosten sparen.


Ausrichtung auch nach Osten und Westen

Übrigens: Mittlerweile richtet man Solaranlagen nicht mehr nur nach Süden aus – auch Anlagen mit Ausrichtung nach Osten und Westen sind für die Eigenversorgung geeignet. So erhält man früher am Morgen und länger am Abend Strom zum Eigenverbrauch, zudem wird die Dachfläche effizienter ausgenutzt.


Zu Bedenken gibt Bernd Brandstätter: Eine lukrative Photovoltaikanlage ist in der Regel mit viel Planungsaufwand verbunden. Die Installation selbst sei nicht so zeitaufwendig. Der Prozess der Anlagenplanung beginnt bei Greenovative mit einem Vor-Ort-Termin und der Bestimmung und Erklärung der relevanten Kennzahlen. Geklärt wird auch, ob ein Direktkauf oder ein Mietkonzept in Frage kommt. Es folgt die technische Klärung zu Themen wie Dachtyp, Dachneigung, Strombezug sowie Statikprüfungen und Netzeinspeiseanfrage. Schließlich erstellt Greenovative ein Angebot inklusive Modulplanung, Anlagen- und Komponentenkonfiguration, Ertragssimulation und Wirtschaftlichkeitsberechnung. Eine Beispielrechnung finden Sie im Kasten „Warum sich Eigenstrom lohnt“. Die Lösung für steigende Strompreise kann also auf dem Wäschereidach liegen. sel

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