Seit den 60er Jahren ist die Schweizer Theo Krebs AG auf dem weltweiten Markt der Fleckenentfernung in der Bekleidungsproduktion sowie textilen Endverarbeitung präsent. Neben Fleckenspritzpistolen und größeren Detachiersystemen bietet das Unternehmen auch umweltverträgliche Lösungsflüssigkeiten an.

Seifenlauge oder Kohlenwasserstoff
Früher entfernte man in der europäischen Textilindustrie - und in vielen Ländern der Welt teilweise noch heute - partielle Verschmutzungen mit Hochdruckspritzpistolen und chlorierten Kohlenwasserstoffen. So praktisch, einfach und schnell dieses Verfahren auch ist, so gesundheits- und umweltschädlich sind diese Lösungsmittel. Seit Anfang der 90er Jahre sind nun alle chlorierten Kohlenwasserstoffe als Fleckenmittel in der offenen Anwendung in Europa verboten. Dieses Verbot ist unbestritten richtig, doch stellte es die Textilpflegebranche damals vor die Problematik, wie unter diesen veränderten Bedingungen eine effektive Fleckenentfernung möglich ist. Das größte Problem der alternativen, schonenden Reinigungsmittel ist nämlich deren ungenügende Verdunstung. Eine sofortige Trocknung des behandelten Gewebes ist daher unumgänglich, um ärgerliche Fleckenränder zu vermeiden.
Fleckenspritzpistolen und Reinigungssysteme
Der Herausforderung innovativer Detachier- und Fleckenentfernungssysteme hat sich die Schweizer Theo Krebs AG, bekannt auch unter dem Markennamen „Krebs Switzerland“, früh gestellt und durch permanente Versuche und Weiterentwicklungen Lösungen konzipiert. Seit nun mehr als 40 Jahren ist das Unternehmen auf dem weltweiten Markt der Fleckenentfernung in der Bekleidungsproduktion sowie der textilen Endverarbeitung präsent. Krebs bietet heute handliche Fleckenspritzpistolen wie auch größere Reinigungssysteme mit integrierter Warmlufttrocknung zur Kombination mit speziellen Lösungsflüssigkeiten an. Bei der Entwicklung dieser Systeme wurde eng mit der chemischen Industrie und dem Forschungsinstitut Hohenstein zusammengearbeitet. Die mechanische Einwirkkraft des pulsierende Spritzstrahls der elektrischen Handsprühpistolen oder der größeren Detachiersysteme, gepaart mit den Detachiermitteln von Krebs, sollen eine unkomplizierte Handhabung bei der Fleckenentfernung ermöglichen.
Die Anwendung der Reinigungsgeräte basiert auf zwei verschiedenen Arten von Grundreinigungsmitteln: dem „Krebs Cleaner 580“, einem Lösungsmittel auf Kohlenwasserstoffbasis (kein Gefahrengut im Sinne der ADR/GGVS) - oder dem „Krebs CV-Konzentrat“, einem Tensid, welches mit Wasser verdünnt und innerhalb des Gerätes (Spritzpistole oder Fleckenentfernungssystem) erhitzt wird. Das heißt, man reinigt bei Letzterem mit heißer Seifenlauge. Welche Art von Grundreinigungsmittel sich für welche Flecken und Gewebe eignet, muss individuell gemäß folgender Beschreibungen entschieden werden.
Krebs Cleaner 580 - das Grundreinigungsmittel
Der Krebs Cleaner 580 ist ein synthetischer Kohlenwasserstoff. Das Lösungsmittel ist laut Krebs nach EU-Richtlinien zugelassen und vom Forschungsinstitut Hohenstein weiterempfohlen. Es soll hervorragende Lösungseigenschaften für öl- und fetthaltige Flecken besitzen. Durch die pulsierende Einwirkkraft des Spritzstrahls einer Krebs-Pistole und der anschließenden Trocknung wird eine Fleckenrandbildung verhindert. Im Vergleich zu TriChlor 1,1,1 birgt diese Art der Fleckenentfernung nach Unternehmensangaben weniger Risiko der Oberflächenbeschädigung. Zu beachten ist, dass Kohlenwasserstoffe langsamer trocknen als Chlor-Kohlenwasserstoffe, weshalb Geräte mit integrierter Warmlufttrocknung empfohlen werden. Chlor-Kohlenwasserstoffe wie TriChlor 1,1,1 sind in der Anwendung verboten, weil diese ozonschichtschädigend, gesundheitsschädlich und krebserregend sind. Der Krebs Cleaner 580 ist laut Hersteller kein Gefahrengut im Sinne der ADR/GGVS. Der Flammpunkt liegt bei 62 °C, die Zündtemperatur bei mehr als 200 °C, so die Theo Krebs AG.
Krebs CV-Konzentrat - die Seifenlauge
Praktisch alle Flecken auf Wasserbasis sollen sich dank der fettlösenden Eigenschaften von Tensiden mit dem CV-Seifenkonzentrat von Krebs entfernen lassen. Laut Unternehmen ist es ökosensible, geruchsneutral, hautfreundlich und kostengünstig. Das Mittel ist im Verhältnis 1 : 100 bis 1 : 50 mit Leitungswasser verdünnbar. Transport, Lagerung und sachgerechter Umgang mit dem Produkt sind unbedenklich, verspricht Krebs. Die Vorschriften für Lösungsmittel seien nicht anzuwenden, da es sich um ein Produkt auf Seifenbasis handelt. Das emulgierende Spezialmittel enthält Reinigungsverstärker, welche die Verschmutzung anlösen und in der Schwebe halten. Der Fleck wird danach direkt mit der heißen Seifenlauge und dem pulsierenden Strahl herausgespritzt.
Krebs K1 bis K4 - Spezialdetachiermittel für schwierige Flecken
In Ergänzung zu den zuvor beschriebenen Grundreinigungsmitteln bietet Krebs Switzerland eine Reihe spezieller Detachiermittel (K1 bis K4) an, um spezielle Bestandteile hartnäckiger Flecken zu lösen. Bei allen vier Typen gilt es, das Spezialdetachiermittel in geringer Dosis auf den Fleck zu geben und mechanisch herauszuspritzen. Nur wenige Tropfen sollen ausreichen.
K1 ist das Vordetachiermittel für Fett- und Farbflecken, insbesondere gegen ölhaltige Flecken, wie Maschinenöl, Schmiere, Schminke, Lippenstift, Nagellack, Kugelschreiber und ähnliche Flecksubstanzen. K2 wirkt gegen Verfleckungen von Blut, Eiweiß, Speiserückständen, Fisch- und Fleischsoßen, Milch, Eiscreme, Sahne, Bier, Schokolade, Kakao, Schweiß, Pigmentschmutz, Urin und Ähnlichem. Das Mittel K3 hilft gegen tanin- und gerbstoffhaltige Flecken durch Kaffee, Tee, Wein, Cola, Fruchtsäfte, Obst, Likör, Tabak, Gras, Parfüm, Medikamente und ähnlichen Substanzen. Das stärkste der Detachiermittel von Krebs ist K4 gegen Rost, Grünspan und andere Metalloxidflecken.
Zusammenhang mit Mechanik
Die umweltschonende Anwendung der Fleckenmittel auf Basis von Kohlenwasserstoff oder Seifenlauge ist nach Angaben von Krebs nicht losgelöst von der mechanischen Sprüheinwirkung auf den Flecken zu betrachten. Beides hängt unmittelbar miteinander zusammen. Das Unternehmen verspricht: Das randlose Entfernen von Flecken, sei es mit Handspritzpistolen oder mithilfe eines Fleckenentfernungssystems, kann auch von Laien und ohne jegliche Beschädigung der Stoffe problemlos gehandhabt werden. Das Verfahren von Krebs schütze die eigene Gesundheit, die Gesundheit der Person, welche den gereinigten Stoff auf der Haut trägt, und sei weniger umweltschädlich, als dies vor rund 20 bis 30 Jahren noch der Fall war.
Christian Berke, Theo Krebs AG