Französische Berufsschulklasse zu Besuch in Freiburg Austausch über Grenzen hinweg

Während auf der offiziellen gemeinsamen Kabinettssitzung der deutschen und französischen Regierungsmitglieder im Pariser Élyséepalast mit Champagner und Kaviar auf die deutsch-französische Freundschaft angestoßen wurde, machten sich 24 Schülerinnen der Textilpflegerinnenklasse vom französischen Mullhouse auf zu einer Exkursion ins benachbarte Freiburg.

Beim Besuch der französischen Berufsschülerinnen wurde über die verschiedenen Ausbildungssysteme in Frankreich und Deutschland diskutiert. Foto: Himmelsbach

Austausch über Grenzen hinweg

Die französichen Berufsschülerinnen des Lucee de Rebberg besuchten am Vormittag des Exkursionstages eine Wäscherei der französischen Elis-Gruppe. Der Nachmittag stand anschließend ganz im Zeichen der „Pressing“, das französische Wort für Reinigung. Die Schülerinnen wurden von den Textilreinigermeistern Christian und Meinrad Himmelsbach begrüßt.

Danach folgte eine ausführliche Betriebsbesichtigung in der Himmelsbach Reinigung Färberei. Bei der sich daran anschließenden Diskussion stellte Christian Himmelsbach das deutsche System der Ausbildung zum Textilreiniger und zum Textilreinigermeister vor. Das typisch deutsche duale System, also betriebliche Ausbildung und Berufsschule parallel durchzuführen, stieß bei den französischen Gästen auf großes Interesse und wurde als wünschenswertes Modell auch für Frankreich angesehen.

Madame Getley Hauter und Madame Pierrette Muller begleiteten die Schülerinnen. Sie sind die Fachlehrerinnen mit dem Titel „Professeur en entrien des articels textiles“, kurz „EAT“. Sie wurden unterstützt von der Deutschlehrerin Madame Madeleine Cornet. Die Berufsschülerinnen aus Mullhouse konnten bei der Betriebsbesichtigung die Einrichtung und Organisation der Himmelsbach Reinigung Färberei kennenlernen. Abschließend wurde mit Apfelschorle und Laugenbrezel auf einen gelungenen Tag und den Wunsch nach weiteren Begegnungen angestoßen.

Exkurs: Ausbildung in Frankreich

-Die französische Ausbildung zum Textilpfleger wird bis auf einwöchige Praktika in Wäschereien oder Reinigungen pro Schulhalbjahr ausschließlich in der Berufsschule durchgeführt.

- Voraussetzung für den Beginn der Ausbildung sind neun Jahre Schulbesuch an einer Regelschule. Bei den Schülern handelt es sich in der Regel um Mädchen, seltener Jungen, die nicht genau wissen, was sie machen möchten und diese Möglichkeit angeboten bekommen.

-Der Berufsabschluss nach drei Jahren Berufsschule nennt sich „Bac professionel metiers du pressing et de la blanchisserie“.

-Im Elsass ist es vielerorts üblich, auch in der Schule Deutsch zu lernen, da in vielen Familien noch immer Elsässerdeutsch gesprochen wird. Durch die Nähe zu Deutschland und aufgrund der höheren Arbeitslosigkeit pendeln viele Menschen aus dem Elsass über den Rhein, um im Badischen zu arbeiten. Dabei sind Sprachkenntnisse sehr vorteilhaft. him