Ilm-Wäscherei und Textilreinigung, Pfaffenhofen Natürlichkeit kann man riechen

In der Ilm-Wäscherei von Thomas Reichenspurner wird mit Green Earth gereinigt. Seit 2012 ist dasalternative Lösungsmittel im Traditionsbetrieb im Einsatz. Was den Geschäftsführer überzeugt: eineeffektive Reinigungsleistung, Energie- und Zeitersparnis und vor allem die Umweltschonung.

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    Thomas Reichenspurner hat im Ladenbereich der Zentrale der Ilm-Wäscherei einen Raumbedufter aufgestellt. So riecht es immer nach frisch gewaschenem Leinen. Fotos: Flachenecker
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    Die Multitex-Green-Earth-Reinigungsmaschine reinigt umweltfreundlich und energiesparend. Fotos: Flachenecker
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    Im Finishbereich der Wäscherei und Textilreinigung steht eine 45 Jahre alte Wäschepresse (im Hintergrund).
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    Auch die Waage aus Gründerzeiten der Wäscherei ist noch imEinsatz. Sie wird beim Abwiegen von Großkundenwäsche benutzt.
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    Thomas Reichenspurner hat den Betrieb von seinem Vater Hansjörg (li.) übernommen. Dieser arbeitet noch im Familienbetrieb mit.

Natürlichkeit kann man riechen

Der Duft von frisch gewaschenem Leinen liegt in der Luft. Die blaue, graue und weiße Einrichtung im Laden der Ilm-Wäscherei strahlt Sauberkeit aus. Durch die hohen Fenster des Geschäfts strömt Tageslicht in den Textilpflegebetrieb. Thomas Reichenspurner, Inhaber und Geschäftsführer der Ilm-Wäscherei, legt Wert auf einen ansprechenden Auftritt. „Der Kunde muss bereits beim Betreten der Wäscherei spüren, dass er hier Sauberkeit, unter umweltfreundlichen Bedingungen geschaffen, kaufen kann“, sagt der Textilreinigermeister. Von der Leistung zu überzeugen, funktioniert nicht nur über Werbung, Darstellung oder Qualität - auch der Geruch spielt eine Rolle. Deshalb hat er einen Raumbedufter in seinem Geschäft aufgestellt. Dieser versprüht regelmäßig das Aroma von gewaschenen Leinenstoffen. „Die Duftstoffe sind für Mitarbeiter und Kunden unbedenklich und hinterlassen eine zurückhaltende, aber dennoch frische Note“, sagt Reichenspurner. Diese erinnert an frisch gewaschene Leinentücher, die im Garten zum Trocknen hängen. Unbewusst stellt der Kunde so einen Bezug zwischen Reinigung, Sauberkeit und Natürlichkeit her.

Beim Probewaschen überzeugt

Denn in dem 1949 gegründeten Familienunternehmen ist seit Januar 2012 das alternative Lösungsmittel Green Earth im Einsatz. Nachdem Reichenspurner 1992 in den Betrieb seiner Großeltern und seines Vaters eingestiegen ist, engagierte er sich dafür, eine geeignete Reinigungslösung zu suchen. Nach umfassender Recherche entschied er sich für eine umweltfreundliche und energiesparende Alternative zu Per: die Reinigung mit Green Earth. „Die Verwendung von Per unterliegt vielen Auflagen und verursacht hohe Kosten. Außerdem lief die 18 Jahre alte Reinigungsmaschine nicht immer störungsfrei und war zudem wartungsintensiv“, erinnert sich der Textilreiniger. Was ihn am meisten daran störte, war der Geruch und der fehlende Umweltschutzaspekt. „Ich war auf der Suche nach einem unbedenklichen Lösungsmittel, das eine ähnlich gute Wirkung zeigt“, sagt Reichenspurner. Daher habe er sich bei Kollegen umgehört und Betriebe besucht, bei denen das alternative Lösungsmittel Green Earth im Einsatz ist. Dort konnte er Textilien aus seinem Betrieb Probe reinigen.

Was ihn in Sachen Maschinentechnik überzeugt hat, war die Filtration des Lösungsmittels anstelle der Destillation. „Ich muss das Lösungsmittel nicht erhitzen, das spart Energie und Geld. Auch der Siedepunkt des Lösungsmittels und der gelösten Fette ist ähnlich. Somit ist eine Destillation nicht wirklich sinnvoll“, sagt Reichenspurner. Die Filtration arbeite zuverlässig; das Verfahren sei für „normal verschmutzte Kundenwäsche“ gut geeignet. „Green Earth hat eine ähnliche Wirkung wie Per und hat die Bekleidungsstücke unserer Kunden bisher ebenso zuverlässig gereinigt“, sagt Reichenspurner, „der Sprung ins unbekannte Terrain der umweltfreundlichen Reinigung ist mir damit geglückt.“ Neben den Vorteilen im Energieverbrauch und dem Umweltschutz bietet die Green-Earth-Reinigung laut Reichenspurner auch einen weichen Warengriff, da das Reinigungsmittel nicht stark entfettet und die Fasern schont. Die gereinigten Textilien riechen neutral und lassen so keine Spur eines Lösungsmittels erkennen. Außerdem sei die Technik für seine Mitarbeiter einfach zu bedienen und weniger störungsanfällig. „Die Green-Earth-Maschine arbeitet simpel und effektiv. Darauf lege ich Wert“, sagt er.

Monatlich werden rund 2.800 Teile gereinigt; eine Charge umfasst bis zu 27 Textilien, die Reinigungsdauer beträgt 45 bis 50 min. „Eine Charge kostet mich etwa drei Euro“, erläutert Reichenspurner. Seine Mitarbeiter müssen darüber Buch führen, wann, wie oft und mit wie viel Textilien die Green-Earth-Maschine reinigt. Nur so kann der Geschäftsführer berechnen, welche finanziellen Vorteile diese Reinigungsart mit sich bringt.

Traditionelle und moderne Technik kombiniert

Um den Energieverbrauch zusätzlich gering zu halten, sind in der Ilm-Wäscherei auch eine Wasserrückgewinnungsanlage und ein Wärmetauscher in Gebrauch. „Unsere Technik wird regelmäßig erneuert, wo es nötig ist“, erklärt Reichenspurner. Seine neue Anschaffung ist ein Kaltbügeltisch mit elektrischem Dampferzeuger für das Bügeleisen; er arbeite sparsam und produziere ein erstklassiges Finish. Die Ausnahme in Reichenspurners modernem Maschinenpark: eine Wäschepresse aus dem Jahr 1968 und eine Waage aus der Gründerzeit des Unternehmens. Beide funktionieren bis heute. Die Waage ist vor allem der Einsatz beim Abwiegen von Großkundenwäsche. Um die Textilmengen sicher und schnell zu transportieren, betreibt Reichenspurner einen Hol- und Bringdienst, bestehend aus zwei Lieferfahrzeugen. Neben den Reinigungsmaschinen, Trocknern und der Finishtechnik gehören vier Waschmaschinen mit verschiedenen Fassungsvermögen (90 kg,
30 kg, 25 kg und 20 kg) zum Maschinenpark.

Im Jahr 2000 hat Reichenspurner seine Produktionshalle ausgebaut; jetzt hat er rund 800 m2 Fläche für die Textilbearbeitung. Die Grundmauern des Betriebs stehen heute nicht mehr. In den 60er Jahren hat sein Großvater den alten Bauernhof samt Gelände gekauft, abgerissen und in eine Wäscherei umgebaut. Nach diversen Baumaßnahmen gibt es heute sogar ein großes Glasdach im Expedier- und Anlieferungsbereich. „So kommt viel Tageslicht in die Halle und meine Mitarbeiter haben es bei der Qualitätskontrolle leichter, Flecken zu identifizieren“, erläutert Reichenspurner.

Sauberkeit vor Umweltschutz?

Neben seiner Multitex-Green-Earth-Reinigungsmaschine steht noch die alte Per-Maschine. „Ich plane, diese demnächst zu verkaufen, um Platz für Neues zu schaffen“, erzählt der Textilreiniger. Auch wenn seine Privatkunden der umweltfreundlichen Reinigung noch wenig Beachtung schenken, ist er davon überzeugt und möchte seinen Kunden die Vorteile näherbringen. Deshalb hängen Flyer des Lösungsmittelherstellers Seitz mit Infos zu Green Earth an den Kleiderbügeln der Textilien, die damit gereinigt wurden. Aber die erwartete Freude über den Umweltschutzaspekt sei bisher ausgeblieben. „Der Kunde erwartet in erster Linie eine zufriedenstellende Qualität der Reinigung - diese kann ich ebenso liefern wie mit Per - den Umweltschutzaspekt nimmt der Kunde aber so mit“, meint Reichenspurner. 60 Prozent der Kunden der Ilm-Wäscherei sind Privatkunden. Aber auch Gaststätten und andere Großkunden liefern hier ihre Wäsche ab. Reichenspurner pflegt außer Leder, Teppichen und Schmutzfangmatten alles. Sogar eine Brautkleidreinigung bietet das Textilpflegeunternehmen. „Das ist Chefsache“, meint Reichenspurner, „aber mit Green Earth ist auch das kein Problem mehr, denn die Pailletten können meist auf dem Kleid bleiben.“ Dennoch ziehe er das Waschen der Roben vor. Einige Brautkleidreinigungsanfragen habe Reichenspurner sogar schon über seine Website erhalten (www.ilm-waescherei.de).

Neben der Annahmestelle direkt in der Zentrale hat Reichenspurner noch weitere sieben Annahmestellen.

Alter und neuer Tradition treu bleiben

Reichenspurner leitet den Betrieb von seinem Büro in der Zentrale aus. Neben seinem Schreibtisch hängen Bilder seiner Großeltern und aus den vergangenen Jahren der Betriebsgeschichte. Er ist stolz auf die Wäschereitradition der Familie, die er sich nicht vom Preisdruck anderer Discountwäschereien zerstören lassen möchte. „Wir liefern Qualität zu festen Preisen. Bei uns gibt es keine Abos oder Rabattaktionen“, betont Reichenspurner, „unsere Kunden akzeptieren das und schätzen Service und Leistung - seit Jahrzehnten.“

Ob seine Kinder die Familientradition weiterführen werden, weiß Reichenspurner noch nicht. Bis die Zeit dazu gekommen ist, will er in seinem Betrieb noch weitere Umweltschutzmaßnahmen umsetzen.Bianca Flachenecker

www.ilm-waescherei.de

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Lösungsmittel für die Textilreinigung