„Gera-Ident“ erarbeitete in Zusammenarbeit mit einer Justizvollzugsanstalt ein neues Wäschekennzeichnungssystem für Gefängnisse. Es besteht aus der bekannten RFID-Technik, die durch das neu entwickelte „JVA-Modul“ ergänzt wird, das auf der Kennzeichnungssoftware „tex.ident“ basiert.
Textilverwaltung im Gefängnis
In Krankenhäusern oder Altenheimen hat sich der Einsatz der RFID-Technik bereits bewährt. Aber auch die Wäsche von Gefängnisinsassen will gut verwaltet werden. Dafür hat Gera-Ident, ein Unternehmen für Textilkennzeichnung, Logistik, Ticketing, Doku- und Assetmanagement, in Zusammenarbeit mit einer Justizvollzugsanstalt an einem beispielhaften Wäschenkennzeichnungssystem für Gefängnisse
gearbeitet. Die JVA richtete die Anforderungen an das System und Gera-Ident setzte diese im sogenannten JVA-Modul als eine Ergängzung des Wäschekennzeichnungssystems „tex.ident“ um. Beim Eintritt in die JVA bringt der Insasse seine eigene private Wäsche mit und bekommt zusätzliche aus dem Wäschepool des Gefängnisses. Dazu gehören zum Beispiel Arbeitsbekleidung oder Handtücher. Diese Textilien müssen dem jeweiligen Insassen persönlich zugeordnet werden. Nach dem Austritt aus der Haftanstalt ist der Häftling dann verpflichtet, sämtliche nichtprivate Wäsche vollständig wieder abzugeben.
Die Herausforderung für Gera-Ident lag nun darin, eine Möglichkeit zu finden, wie beide Wäschearten, Pool- und Privatwäsche, gekennzeichnet werden können, sodass während der Haftdauer beide Wäschearten trägerbezogen und gemeinsam behandelt werden können. Nach Ende der Haft soll dann die Verknüpfung von Poolwäsche und Eigentumswäsche auf einfachem Weg möglich sein.
So funktioniert das JVA-Modul
Dafür wurde die RFID-Technik kombiniert mit einem 2D-Code eingesetzt. Die Poolwäsche wurde mit einem RFID-Tag ausgestattet, die Privatwäsche mit einem 2D-Code.
Um die Kennzeichensysteme zu überwachen, ist eine spezielle Software nötig, nämlich das JVA-Modul der Kennzeichnungssoftware „tex.ident“. Damit ist zusätzlich eine Depotverwaltung von vorhandenen Wertgegenständen möglich.
Beim Eintritt des Häftlings in die Haftanstalt werden alle mitgebrachten Wäschestücke und Wertgegenstände eindeutig mit einem Datamatrixcode gekennzeichnet. Ein Teil dieser ins System aufgenommenen Wäschestücke wird ausgegeben, die überzähligen Stücke und Wertgegenstände werden einem persönlichen Depot zugebucht. Zusätzlich erhält der Insasse noch die Wäsche aus dem Pool. Die darin befindlichen Transpondernummern werden für die Aufenthaltsdauer dem Insassen zugeordnet. In der Wäscherei können dann alle Stücke datenträgerunabhängig über dieselbe Softwaremaske eingescannt werden. Nach der Bearbeitung erfolgt dort eine trägerbezogene Sortierung der Wäsche über das LED-gesteuerte Sortierregal.
Wenn der Häftling aus der Haftanstalt austritt, werden alle Stücke inklusive der Gegenstände aus dem Depot per Scan ausgetragen und er bekommt seine Privatwäsche wieder zurück. Gleiches gilt auch für Wertgegenstände. Anschließend werden die Verknüpfungen zwischen den Transpondernummern der rückgebuchten Poolwäsche gelöst und die Wäsche kann wieder neu zugeteilt werden. Mit diesem System soll auch zuverlässig überwacht werden können, ob das eine oder andere Wäschestück nicht zurückgegeben wurde. In diesem Fall können fehlende Textilien basierend auf den sicheren Wäschedokumentationen berechnet werden.
Durch das erfolgreich implementierte System des JVA-Modells, das seit Mitte 2011 im Einsatz ist, entstehen nach Angaben des Unternehmens für die Haftanstalten folgende Vorteile:
-Verluste und Beschädigungen werde überwacht und so Kosten beim Nachkauf eingespart.
-Die Verantwortung für die Textilien liegt beim Nutzer.
-Ein kontinuierlicher Überblick über den genauen Wäschebestand ist gegeben, welcher so auf die notwendige Größe reduziert und unkompliziert verwaltet werden kann.
-Die Nutzung des LED-gesteuerten Wäscheregals vereinfacht und beschleunigt die Sortierung enorm, Arbeitspersonal kann eingespart werden. Gera-Ident